Trotz Nordbrücke Zugausfälle im Juli
WDR. 02:42 Min.. Verfügbar bis 02.07.2028.
Bonn gefühlt abgeschnitten : Trotz Nordbrücke Zugausfälle im Juli
Stand:
Vom 02. Juli um 21 Uhr bis zum 10. Juli um 5 Uhr morgens entfallen sämtliche Verbindungen zwischen den Hauptbahnhöfen Bonn und Köln. Nach dem Ausfall der Nordbrücke verschärft sich damit die Verkehrssituation in der Region weiter. Zu der Sperrung gibt es keine Alternative, sagt die Deutsche Bahn.
Die Deutsche Bahn saniert zurzeit die linke Rheinstrecke. Wegen der Bauarbeiten werden die Züge seit Donnerstagabend um 21 Uhr bis zum 10. Juli um 5 Uhr morgens zwischen Köln und Koblenz umgeleitet.
Mehrere Halte der Bahn entfallen im Juli
Durch die Umleitung halten die Züge nicht mehr an den Haltestellen Köln Hbf, Bonn Hbf, Remagen und Andernach. Zwischen Köln und Bonn ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Der wurde nach einem neuen Konzept geplant und soll so schneller sein als früher.
Hier wirds voll: Die 18 zwischen Bonn und Köln
"Wir haben einige Haltestellen verlegt, näher ran an die Hauptstraßen", erklärt Benjamin Jeschor von go.Rheinland. Alternativ können Fahrgäste auf die Straßenbahnlinien 16 oder 18 umsteigen. Wer keinen Zwischenstopp braucht, kann auch ab Bonn-Beuel mit den Intercity-Zügen nonstop bis zur Köln-Messe in Deutz fahren.
Auswirkungen über die Region hinaus
Das Ganze hat aber auch noch Auswirkungen auf mehrere Regionalbahnen: Der RE5 entfällt zwischen Köln Süd und Remagen, die Linie RB26 fährt nicht mehr auf der Strecke zwischen Köln Messe/Deutz beziehungsweise Köln/Bonn Flughafen. Und die Regionalbahn RB48 entfällt auf der gesamten Strecke zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Bonn-Mehlem. Auch auf diesen Linien setzt die Deutsche Bahn Ersatzbusse ein.
Deutsche Bahn: Zu der Sperrung gab es keine Alternative
Am Bonner Hbf stehen Info-Tafeln zum Schienenersatzverkehr
Die Bahn weiß um die großen Einschränkungen, die die erneute Sperrung für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet, wirbt aber gleichzeitig um Verständnis und Geduld. "Wenn wir unsere Arbeiten beendet haben, bedeutet das mehr Stabilität und damit auch mehr Pünktlichkeit im Schienennetz." Zu der aktuellen Sperrung habe es keine Alternative gegeben, denn bereits Ende nächster Woche beginne die rechtsrheinische Streckensanierung zwischen Trosidorf und Wiesbaden, die so genannte Korridorsanierung. Ausweichen wird der Zugverkehr dann für fast sechs Monate auf die andere Rheinseite. "Dafür müssen wir die linksrheinische Strecke fit machen", erklärt Bahnsprecher Fritz Esser.
Gesperrte Nordbrücke sorgt für Staus
Für Bonn und die Region verschärfen die aktuellen Sperrungen die Verkehrssituation weiter. Und das für Jahre, denn im Januar 2028 beginnt die Streckensanierung auf der linksrheinischen Seite. Dann fahren fast zwei Jahre lang keine Züge zwischen Köln und Bonn.
Gleichzeitig wird die seit 3. Juni gesperrte Nordbrücke frühestens Ende 2028 wieder freigegeben. So lange wird die Erneuerung der vorgelagerten Vorlandbrücke dauern. In den vergangenen Wochen waren viele Pendlerinnen und Pendler auf die Bahn ausgewichen. Aber auch das wird in Zukunft schwieriger.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Deutschen Bahn
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 02.07.2026, 19:30 Uhr