Die Feuerwehrleute tragen bei ihrem Einsatz grüne Dekontaminationsanzüge.
Bildquelle: Daniel EversDas Warten hat ein Ende. Die Anwohnerinnen und Anwohner des evakuierten Wohnhauses in der Käthe-Kollwitz-Straße in Leverkusen-Steinbüchel können ab sofort wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Das teilte die Stadt Leverkusen am Donnerstagnachmittag mit.
Nach Untersuchung: Keine Anzeichen auf Asbestbelastung
Die Messergebnisse hätten gezeigt, dass die Wohnungen wieder beziehbar seien. Man habe keine Anzeichen mehr für eine Asbestbelastung feststellen können. Eine Strafanzeige wird die Stadt Leverkusen nach eigenen Angaben trotzdem erstatten.
Für die Anwohner war es eine schwierige Situation. Einer der Anwohner beklagte, dass er nur wenige Informationen erhalten habe, was aktuell im Haus passiere und warum er und seine Familie nicht zurück könnten.
Ich musste den ersten Schultag meines Kindes in den Anziehsachen meines Kollegen verbringen, weil ich an meine nicht rankam. Anwohner des betroffenen Hauses
31 Menschen mussten ihre Wohnung verlassen
Am Dienstagabend mussten 31 Menschen und mehrere Tiere in Leverkusen-Steinbüchel ihre Wohnung wegen des Verdachts auf Asbestbelastung verlassen. Das Gebäude in der Käthe-Kollwitz-Straße wurde deshalb Dienstagabend vorsorglich komplett geräumt.
Zunächst hatte die Stadt Leverkusen gemeldet, es seien 45 Menschen von der Räumung betroffen und diese Angabe später korrigiert.
Spezialfirma mit Reinigung beauftragt
Laut der Stadt Leverkusen wurde eine Spezialfirma mit der Reinigung des Gebäudes beauftragt. Im Anschluss wurden Proben entnommen und im Labor untersucht.
Die Stadt Leverkusen sagte dem WDR am Mittwoch, dass sie Strafanzeige wegen des Verdachts auf unsachgemäßen Umgang mit gefährlichen Abfällen erstatten wird. Gegen wen sich die Anzeige richtet, prüft die Stadt nun zusammen mit der Staatsanwaltschaft.
Die Sanierungsmaßnahmen seien nicht rechtmäßig durchgeführt worden und bei den Bauarbeiten sei man offensichtlich nicht richtig mit asbestbelastetem Material umgegangen. Die Stadt war auf den Fall aufmerksam geworden, weil sich Personen aus dem Wohnumfeld gemeldet hatten.
Vonovia nimmt Stellung
Am Mittwoch nahm die Eigentümerin Vonovia Stellung zum Vorfall. Demnach habe sie eine zertifizierte Fachfirma mit der Sanierung drei leerstehender Wohnungen im Haus beauftragt. Dort hatte es einen Wasserschaden gegeben.
Als der Verdacht aufkam, dass bei den Arbeiten asbesthaltiger Staub in nicht komplett versiegelten Säcken durch das Treppenhaus transportiert wurde, habe man direkt im Sinne der Mieter gehandelt, teilte die Vonovia mit. "Es gibt bisher noch keine gesicherte Information, dass überhaupt Schadstoffe freigesetzt wurden", heißt es weiter.
Menschen wurden zunächst in Turnhalle untergebracht
Stadt und Feuerwehr kümmerten sich am Dienstagabend um die Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Sie wurden zunächst in einer Turnhalle der Montanus-Realschule untergebracht. Dort konnten insbesondere Kinder und Menschen mit eingeschränkter Mobilität betreut werden. Die Feuerwehr stellte den Betroffenen außerdem Ersatzkleidung zur Verfügung. Später kamen sie bei Bekannten, Verwandten oder in Hotels unter.
Unsere Quellen:
- Stadt Leverkusen
- Feuerwehr Leverkusen
- Vonovia
Sendung: WDR.de, Asbestbelastung: Mieter in Leverkusen können zurück, 03.09.2026, 18:02 Uhr