Kinder stehen an einer Theke. Eine Frau füllt Teller mit Nudeln.

Die Kinder freuen sich auf ihr selbstgekochtes Essen.

Leverkusener Jugendhäuser Essensprojekt soll Kindern neue Chancen geben

Stand:

Ein Teller warmes Essen, Hilfe bei den Hausaufgaben oder einfach ein Ort, an dem jemand zuhört: Für viele Kinder und Jugendliche sind die Jugendhäuser in Leverkusen längst mehr als ein Freizeittreff.

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Jenny Weißenfels

Mit einem neuen Projekt wollen die fünf städtischen Jugendhäuser das Angebot weiter ausbauen. Möglich macht das eine Spende des Rotary Clubs Leverkusen in Höhe von 8.000 Euro.

Kinderarmut ist auch in Leverkusen Realität

Jedes fünfte Kind in Leverkusen ist von Armut betroffen. Wie wichtig soziale Einrichtungen sind, zeigt auch der aktuelle Bildungsbericht der Stadt: Knapp 2.000 Kinder und Jugendliche nutzen jede Woche die offenen und gruppenbezogenen Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Insgesamt gibt es in Leverkusen fünf städtische Jugendhäuser sowie 15 Einrichtungen freier Träger.

"Für manche Kinder ist selbst ein warmes Mittagessen keine Selbstverständlichkeit." Aylin Doğan, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend der Stadt Leverkusen

Für die zwölfjährige Liya ist das Jugend- und Bürgerhaus Schöne Aussicht - von den Kindern kurz "JuB" genannt - vor allem ein Ort, an dem sie ihre Freunde trifft. "Hier verbringen wir gemeinsam Zeit und probieren immer wieder neue Sachen aus", erzählt sie.

Kinder sitzen an einem großen Tisch und essen Nudeln.

Die Kinder lassen sich ihr essen zusammen schmecken.

Ein gemeinsames Essen schafft Gemeinschaft

Mit dem Projekt "Gemeinsam gut essen - Armut bekämpfen, Chancen stärken" wollen die Jugendhäuser Kindern mehr ermöglichen als eine warme Mahlzeit.

"Durch die Spende haben wir die Möglichkeit, pädagogisch zu arbeiten", sagt Stefan Münch, Leiter des Jugend- und Bürgerhauses Schöne Aussicht in Leverkusen-Lützenkirchen. Gemeinsam einkaufen, einen Bauernhof besuchen, kochen und anschließend gemeinsam essen - all das gehöre zum Konzept.

"Kinder lernen dabei ganz nebenbei Werte und Normen: Wir sitzen gemeinsam an einem Tisch, essen mit Messer und Gabel und erleben, dass Obst und Gemüse richtig lecker sein kann", erklärt Münch.

Dass dabei mehr vermittelt wird als Kochen, erleben auch Ali und Anis. Die beiden Jungen erzählen, dass sie gelernt haben, wie wichtig Hygiene beim Kochen ist - und dass es selbstverständlich dazugehört, nach dem Essen gemeinsam abzuräumen.

Die Herausforderungen wachsen

Stefan Münch beobachtet seit Jahren einen steigenden Bedarf. "Ich mache diesen Job seit 20 Jahren. Die Bedarfe werden in der Quantität größer - und das beginnt schon in den Kitas."

Deshalb arbeitet das Jugend- und Bürgerhaus unter anderem mit der Gesamtschule Schlebusch, dem Bistro Bergischländer, Foodsharing-Initiativen und weiteren Partnern zusammen. Künftig wünscht sich Münch auch eine Kooperation mit Supermärkten. Überschüssige Lebensmittel könnten gemeinsam mit den Kindern verarbeitet und teilweise sogar mit nach Hause gegeben werden.

Pflichtaufgabe der Stadt - Unterstützung aus der Stadtgesellschaft

Die Kinder- und Jugendarbeit gehört zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Kommunen. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt seien zusätzliche Projekte dennoch wichtig, betont Aylin Doğan. Die Spende des Rotary Clubs schaffe zusätzliche Möglichkeiten und sorge für mehr Chancengleichheit.

Für den Leverkusener Rotary Club steht dabei ein Gedanke im Mittelpunkt:

"Wir reden hier über Kinder in Leverkusen, die aus der Schule kommen und Hunger haben." Guido Zaß, Rotary Club Leverkusen
Kinder und Mitglieder des Rotary Club Leverkusen, die einen Spendenscheck hochhalten.

Spendenübergabe vom Leverkusener Rotary Club an das Jugendhaus in Lützenkirchen

Der Rotary Club Leverkusen engagiert sich seit Jahren für soziale Projekte in der Stadt und hat unter anderem bereits das NaturGut Ophoven sowie die Kinderpalliativstation am Klinikum Leverkusen unterstützt.

Ehrenamt bleibt gefragt

Neben finanzieller Unterstützung wünschen sich die Jugendhäuser auch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren - etwa bei Veranstaltungen am Wochenende oder bei gemeinsamen Aktionen mit den Kindern. Die Spende des Rotary Clubs ist der Anlass für das neue Projekt.

Sie lenkt zugleich den Blick auf die wichtige Arbeit der Jugendhäuser: Sie schaffen Orte, an denen Kinder Gemeinschaft erleben, Unterstützung finden und unabhängig von ihrer Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien teilhaben können.

So kämpfen Leverkusener Jugendhäuser gegen Kinderarmut

WDR 28.07.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 27.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Aylin Dogan, Stadt Leverkusen
  • Stefan Münch, Jugend- und Bürgerzentrum Schöne Aussicht
  • Guido Zaß, Rotary Club Leverkusen

Sendungen: WDR.de, So kämpfen Leverkusener Jugendhäuser gegen Kinderarmut, 29.07.2026, 9:19 Uhr

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