Erster CSD für mehr queere Sichtbarkeit in Hattingen

WDR 02:37 Min. Verfügbar bis 11.03.2037

CSD im Ruhrgebiet So viele Christopher-Street-Days wie nie

Stand:

Bunte Regenbogenfahnen und laute Parolen. Im Ruhrgebiet finden in diesem Jahr in zwölf Städten Christopher-Street-Day-Demos statt. So viel wie nie zuvor. Die Städte Oberhausen, Hattingen und Lünen feiern ihre CSD-Premiere.

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Alexander Brauer

In Hattingen will das Organisationsteam queeres Leben sichtbarer machen, in Lünen setzt eine Gruppe Jugendlicher ein Zeichen gegen zunehmende Anfeindungen. Oberhausen zeigt mit dem Motto "Zeit für Pride" Utopien für die Stadt.

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Hattingen: CSD-Premiere für mehr Sichtbarkeit

Sie wollen in Hattingen Geschichte schreiben. Lisa Römer, Lex Boberg und Ugur Ince gehören zum Team, das den ersten Christopher Street Day im Ennepe-Ruhr-Kreis organisiert.

"Es ist wirklich Zeit. Denn in Hattingen gibt es so viel queeres Leben, was nicht sichtbar ist", sagt Ince. Boberg erhofft sich von der Demo und dem Straßenfest im Anschluss, dass sich die Community besser vernetzt und in Zukunft vielleicht noch mehr in Hattingen auf die Beine stellt.

"Queerness lebt von Solidarität und Gemeinschaft." Lisa Römer, CSD-Orga-Team
Drei junge Menschen gucken in die Kamera und halten demonstrativ Plakate, die auf den ersten CSD in Hattingen hinweisen. Zwei Frauen und ein Mann. Zwei von ihnen tragen Regenbogenfahnen als Umhang.

Lisa Römer, Lex Boberg und Ugur Ince organisieren den ersten CSD in Hattingen.

Seit Januar laufen die Planungen, bei der Polizei haben sie 1.000 Teilnehmende für die Demo in Hattingen angemeldet. Wie viele Menschen am 11. Juli wirklich kommen, ist schwer zu kalkulieren.

Besonders aufwändig gestaltet sich die Organisation für das anschließende Fest im Stadtpark am Bürgerzentrum Holschentor. Das liegt ihnen sehr am Herzen. Dazu sind alle Menschen in Hattingen eingeladen. "Queerness lebt von Solidarität und Gemeinschaft. Und das nicht nur unter queeren Menschen, sondern in der gesamten Gesellschaft", findet Lisa Römer.

Organisatoren haben Verein gegründet

Um alles stemmen zu können, haben sie einen Verein gegründet. So können sie auch Spenden entgegennehmen. 15.000 bis 25.000 Euro kann eine CSD-Demo mit Straßenfest schnell kosten, kalkuliert das Queere Netzwerk NRW. Es unterstützt Organisator:innen in den einzelnen Städten.

Die CSD-Demo in Hattingen startet am 11. Juli 2026 um 13 Uhr auf dem August-Bebel-Parkplatz, 15 Uhr das Fest am Bürgerzentrum Holschentor.

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Lünen: Jugendliche holen den CSD in die Stadt

In Lünen feiert der CSD in diesem Jahr am 18. Juli Premiere. Er wird von einer Gruppe engagierter Jugendlicher organisiert. Sie haben inzwischen viele Unterstützer wie die AWO-Beratungsstelle oder das Multikulturelle Forum und auch Parteien.

"Für uns ist ein CSD in Lünen längst überfällig." Ian Marx, CSD-Organisator

Ian Marx hat die Demo angemeldet. "Gerade in einer Zeit, in der Gewalt gegen queere Menschen zunimmt, politische Strömungen nach rechts rücken und immer wieder über Einschränkungen querer Rechte diskutiert wird, möchten wir ein deutliches Zeichen setzen."

Ein junger Mann guckt verärgert in die Kamera. Er hat ein rundes Gesicht und pink gefärbte Haare.

Der 20-jährige Abiturient Ian Marx organisiert den ersten CSD in Lünen.

Lünen hat den ersten CSD im Kreis Unna. Der nächste ist aber schon vorsichtig in Planung. Auch in Schwerte gibt es ein lockeres queeres Bündnis, das davon träumt, eine eigene Demo in der Stadt zu veranstalten. 2027 könnte es so weit sein.

Die CSD-Demo in Lünen beginnt am 18. Juli 2026 um 12 Uhr am Platz der Vielfalt, um 14 Uhr startet das Ständefest auf dem Willy-Brandt-Platz.

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Oberhausens CSD-Motto: Zeit für Pride

In Oberhausen wird am 11. Juli der erste Christopher Street Day gefeiert. Die Organisator:innen wollen keine politischen Forderungen stellen, sondern Utopien für ihre Stadt zeigen. Wie ein Oberhausen, in dem es Gesundheitsangebote für alle gibt und queere Personen angstfrei über die Straße gehen können.

"Zeit für Pride" ist das Motto. An der Organisation sind mehrere Einrichtungen beteiligt. Darunter das Theater Oberhausen, der Jugendring und das queere Jugendzentrum "no.name" in Oberhausen, das zur evangelischen Kirche gehört.

Die CSD-Demo in Oberhausen startet am 11. Juli 2026 um 12 Uhr am Altmarkt, um 14 Uhr das Familienfest auf dem Ebertplatz vor dem Theater Oberhausen. Am Abend ab 20 Uhr endet der CSD mit einer Queeronauten-Party im Druckluft Oberhausen.

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CSDs in zwölf Ruhrgebietsstädten

In Gelsenkirchen, Recklinghausen, Bochum und Mülheim an der Ruhr haben die CSDs 2026 schon stattgefunden.

Das sind die restlichen CSD-Termine im Ruhrgebiet:

  • 11.7. Hattingen: Start um 13 Uhr am Parkplatz August-Bebel
  • 11.7. Oberhausen: Start um 12 Uhr auf dem Altmarkt
  • 11.7. Herne: Start um 11 Uhr auf dem Europaplatz
  • 18.7. Lünen: Start um 11:30 Uhr am Platz der Vielfalt am Hauptbahnhof
  • 18.7. Haltern am See: Start um 11 Uhr am Marktplatz
  • 25.7. Duisburg: Start um 12 Uhr am Rathaus
  • 8.8. Essen: Start um 12 Uhr am Messe Parkplatz P2
  • 5.9. Dortmund: Start um 13 Uhr am Hauptbahnhof Nordausgang
(Stand: 5.7.2026)

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit den Organisatoren CSD-Hattingen
  • WDR-Interview mit Ian Marx, Anmelder CSD-Lünen
  • WDR-Interview mit Hannes Richter, Orga-Team CSD-Oberhausen
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Webseite Queeres Netzwerk NRW e.V.

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 08.06.2026, 19:30 Uhr

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