Witten trauert: Der Tag nach der tödlichen Messerattacke | Aktuelle Stunde

WDR 02:30 Min. Verfügbar bis 29.03.2028

"Einfach nur schrecklich": Betroffenheit in Witten nach Messerangriff

Stand:

Am Samstag wurde ein 13-jähriger Junge durch Messerstiche getötet, mutmaßlich von seinem Vater. Der Tatverdächtige sitzt in U-Haft. In Witten spürt man Betroffenheit.

Am Tatort in der Nähe des Hauptbahnhofs haben Nachbarn und Freunde Blumen und Kerzen aufgestellt. Man spürt die Betroffenheit in Witten nicht nur, man sieht sie auch. Auch in den Gesichtern der Menschen, bei denen die Vorfälle das Gesprächsthema sind.

Einsatzkräfte und Anwohner Gedenken am Tatort

Die Tat hatte sich laut Ermittlern auf offener Straße vor dem Wohnhaus der Familie abgespielt. Dorthin ist am Sonntagmorgen eine Feuerwehrfrau nach ihrem Einsatz gestern zurückgekehrt, um kurz inne zu halten und des verstorbenen Jungen zu gedenken.

Eine Mutter schildert ihre Emotionalität über die Messerattacke in Witten

Auch Nadine Vanags ist vor Ort und sichtbar schockiert. "Das nimmt einen mit als Mama", sagt die Frau. Sie und ihre Kinder wohnen in der Nähe des Tatorts und kennen die Familie persönlich. "Ich habe selbst zwei so kleine", sagt Vanags dem WDR. Ihre Kinder seien im selben Alter wie der verstorbene Junge und das schwer verletzte Mädchen.

Eine Frau aus Witten zeigt sich schockiert über den tödlichen Messerangriff

Eine Wittenerin ist schockiert über den tödlichen Messerangriff

Fassungslos ist auch eine Nachbarin. Sie beschreibt die Familie als liebevoll und freundlich.

"Schrecklich. Einfach nur schrecklich. Da haben mir die Worte gefehlt. Meine Gedanken sind bei der Familie." Eine Anwohnerin in Witten

Die Tat ist das Gesprächsthema in Witten. Anwohner und Freunde bangen nun um die schwer verletzte Mutter und ihre ebenfalls schwer durch Messerstiche verletzte Tochter.

Betroffenheit auch bei Wittener Bürgermeister

Auch Dirk Leistner, Bürgermeister der Stadt Witten, zeigt sich bestürzt. "Ich habe sofort an die Familie gedacht und an die Betroffenen, die die schreckliche Tat eben erleben mussten." Er hätte sich direkt auf den Weg gemacht, um vor Ort mitzubekommen, was geschehen ist, erzählt er.

Dirk Leisterner, Bürgermeister aus Witten, schaut ernst in die Kamera

Bürgermeister Dirk Leistner (SPD) ist in Gedanken bei den Betroffenen.

Auch ist ihm wichtig zu sagen, dass er jetzt nicht die Zeit der Spekulationen sei. "Es ist ein 13-jähriges Kind verstorben. Und da gehört sich es nicht, in den Medien darüber zu spekulieren, warum, weshalb, wieso. Da ist Trauer, Besonnenheit und vor allen Dingen Zurücknahme gefordert."

"Ich war fassungslos." Dirk Leistner, Bürgermeister von Witten
Einige menschen versammeln sich zu einer Mahnwache in Witten.

Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift: "Keine Einzeltat. Kein Familiendrama. Stoppt patriarchale Gewalt."

Am Sonntag kamen rund 60 Menschen zu einer Mahnwache zusammen. Die "Feministische Gruppe Witten" hatte dazu aufgerufen, um gemeinsam gegen Femizide zu protestieren. Ob diesem konkreten Fall ein versuchter Femizid - also die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist - zugrunde liegt, ist bislang jedoch noch unklar.

Appell: Keine Spekulationen über Hintergrund der Tat

Marcella Nows von der Polizei Bochum schaut ernst in die Kamer

Die Ermittlungen zu Tathergang und Motiv dauern an. In den kommenden Tagen sollen weitere Zeugen vernommen werden. "Wir befinden uns immer noch ganz am Anfang der Ermittlungen", sagt Marcella Nows von der Polizei heute. Weitere Informationen soll es in den nächsten Tagen geben.

Messerangriff auf Familie: Vater unter Tatverdacht

Am Samstagmorgen soll der Familienvater in Witten seinen Sohn erstochen und seine Tochter sowie seine Frau schwer verletzt haben. Die neunjährige Tochter und die 38-jährige Mutter werden nach Angaben des Wittener Bürgermeisters immer noch intensivmedizinisch betreut.

Die Polizei konnte den 40-jährigen Vater noch vor Ort antreffen. Er wurde bereits am Samstagmittag wegen Mordverdachts festgenommen. Am Sonntag wurde er dem Haftrichter vorgeführt und sitzt seitdem in U-Haft.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Dirk Leistner, Bürgermeister Stadt Witten
  • Beobachtungen des WDR Reporters vor Ort
  • Polizei Bochum

Sendung: WDR.de, "Schrecklich. Einfach nur schrecklich": Große Betroffenheit in Witten, 29.03.2026, 12.58 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 29.03.2026, 18:45 Uhr

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