Josefsheim-Geschäftsführer Matthias Hartkamp vor einem mobilen Klimagerät
Matthias Hartkamp ist froh, dass die Klimageräte noch vor der ersten Hitzewelle im Josefsheim in Olsberg aufgestellt werden konnten. Die großen Geräte sind da, um sehr große Räume zu kühlen. In weniger als zwei Stunden fällt die Temperatur um ganze zehn Grad.
Investition für Bewohner und Mitarbeiter
Auf jeder Etage im Heim für behinderte Menschen gibt es einen Raum, der klimatisiert ist. Das Team nennt sie ihre Kälteinseln. 53 000 Euro haben die 32 Geräte gekostet. Im Hinblick auf die heißen Temperaturen sei das eine sehr gute Investition gewesen , betont Geschäftsführer Matthias Hartkamp.
"In den Kühlinseln treffen sich alle, plaudern, daddeln oder genießen die kühlen Temperaturen. Der Erfolg gibt uns recht." Matthias Hartkamp, Geschäftsführer Josefsheim Olsberg
150 000 Euro hat das Josefsheim dieses Jahr für die Klimaanpassung bereits ausgegeben. Dazu gehören mehr schattige Plätze, Gebäudedämmung, Dachbegrünung und so einiges mehr.
Hitzeschutzplan für Krankenhäuser und Heime
Auch einige Krankenhäuser haben nachgezogen. Im Marien-Krankenhaus in Siegen sind die OP-und Personalräume und einige Patientenzimmer klimatisiert. Dachbegrünung und Gebäudedämmung sind im Zuge eines Hitzeschutzplanes auch umgesetzt worden. Dort hat man kühlende Folien in die Zwischendecken der Intensivstation eingebaut.
In der Notaufnahme des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler sah es vor einigen Tagen ganz anders aus. Hier wurden vor allem ältere und chronisch kranke Menschen mit schweren Hitzefolgen eingeliefert. Doch auch junge Menschen kollabierten, nachdem sie sich zu lange der Sonne ausgesetzt hatten.
Schwierigkeiten bei Klimatisierung auch in Düsseldorf
Selbst in den großen NRW-Städten haben Krankenhäuser Probleme mit der Hitze. In der Uniklinik Düsseldorf sind zwar in einigen Bereichen wie Notaufnahme, OPs und Intensivstationen Klimaanlagen verbaut, andere Räume wie die Stationen sind der Hitze aber oft ausgeliefert. Schnell ändern lässt sich das nicht, so ein Uniklinik-Sprecher.
Notaufnahme an der Uniklinik Düsseldorf (hier bei einer Übung)
Mehr Unterstützung von der Politik
Kritik kommt von der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Trotz der hohen Temperaturen mit über dreißig Grad sei von der Politik wenig zu hören, sagt Uwe Janssens. Er ist Geschäftsführer vom Verband und Chefarzt im Sankt Antonius Hospital in Eschweiler.
"Die Finanzierung muss gemeinsam mit der Politik gestemmt werden. Das werden die Krankenhäuser und Heime nicht allein können." Uwe Janssens, Deutsche Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
In Sachen Hitzeschutz fehlen sieben Milliarden Euro, rechnet der Mediziner vor. Und damit wäre nur das Nötigste in den Krankenhäusern und Heimen abgedeckt. Es sieht nicht gut aus, fügt Uwe Janssens hinzu. Die Hitzeperioden werden sich in Zukunft häufen, aber die Krankenhäuser hätten das Geld einfach nicht, um sich dagegen zu schützen.
Kälteinsel als Treffpunkt für Bewohner und Mitarbeiter
Viel Grün und schattige Plätze wirken gegen Hitze
Das Josefsheim in Olsberg kann aufatmen und sieht zukünftigen hohen Temperaturen mit über 30 Grad eher gelassen entgegen. Ihr Hitzeschutzplan mit viel Grün, vielen schattigen Plätzen und mobilen Klimageräten wirkt. Geschäftsführer Matthias Hartkamp ist zufrieden.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Matthias Hartkamp, Geschäftsführer vom Josefsheim in Olsberg
- WDR-Gespräch mit Uwe Janssens, Deutsche Vereinigung für Intensiv- und Notfallsanitäter
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Wie Heime und Krankenhäuser sich erfolgreich gegen die Hitze schützen, 29.07.2026, 05:04 Uhr