Sarah Eckelt Körber pendelt im Sauerland jeden Tag 100 Kilometer.

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WDR 3 Min. 15 Sek. Verfügbar bis 18.09.2028

Hohe Spritpreise Pendeln im Sauerland wird zum Luxus

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Während in der Politik um Auswege aus der scheinbar unaufhaltsamen Spritpreis-Spirale gerungen wird, lassen die hohen Spritpreise Pendler aus dem Sauerland fast verzweifeln - dabei sind sie in der ländlich geprägten Region besonders aufs Auto angewiesen.

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Juan Yanez-Mejias

Sarah Eckelt Körber pendelt mit dem Auto von Ense nach Olsberg. 100 Kilometer ist eine Strecke lang, fünf Tage die Woche fährt sie hin und her. Die Tankfüllung kostet Sarah Eckelt Körber mittlerweile 80 Euro. Sie hofft, dass sie damit die ganze Woche auskommt. Das wird immer schwieriger.

"Wie soll ich das Pendeln stemmen? (...) Ich hab halt einfach Angst, dass ich diesen Job dann nicht mehr machen kann." Sarah Eckelt Körber, Pendlerin

Daneben fährt sie ihre drei Kinder zur Schule und zum Sport. Alle anderen Annehmlichkeiten fallen bereits weg: Wegen der hohen Spritpreise überlegt sie sich jede zusätzliche Fahrt doppelt und dreifach.

Endlich Traumjob gefunden - und jetzt das

Sarah Eckelt Körber arbeitet als leitende Hauswirtschaftskraft im Josefsheim in Olsberg. Die Ökotrophologin hat lange nach einem Job gesucht und endlich ihren Traumjob gefunden. Die 36-Jährige ist für das Essen der Bewohner mit Behinderung zuständig - aktuell ein Halbtagsjob, zusätzlich kümmert sie sich noch um ihre Kinder.

Pendeln wird durch Spritpreise zum Luxus

Doch ihr Traum könnte bald platzen. Fast 20 Prozent ihres Gehalts gehen mittlerweile für den Sprit drauf. Mittlerweile hat sie zwar schon auf 30 Stunden Arbeitszeit erhöht, doch es lohnt sich kaum noch. Es bleibt immer weniger Geld im Portemonnaie.

Gustav Zacharias

Gustav Zacharias, Busunternehmer aus Meschede

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Auch Busunternehmer Gustav Zacharias, gleichzeitig Sprecher der Busunternehmen im Sauerland, spürt die hohen Spritpreise ganz deutlich. Allerdings in anderen Dimensionen. Seit April hat er 50.000 Euro Mehrkosten im Monat. Die könne er nur bedingt an die Fahrgäste weitergeben. Den Rest zahlt sein Betrieb deshalb aus der eigenen Kasse.

Busunternehmen und Spediteure schlagen Alarm

Das geht aber nicht lange gut. Bereits im Mai hat er mit seinem Kollegen Friedel Knipschild einen Brandbrief an den Landrat des Hochsauerlandkreises und den Mescheder Bürgermeister geschrieben. Weil der Brandbrief aus seiner Sicht ohne Wirkung blieb, hat er einen weiteren Brandbrief verfasst. Der Empfänger diesmal: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Busse auf einem Parkplatz

Die Flotte von Busunternehmer Zacharias wird immer teurer.

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Darin fordert Zacharias, dass Schluss sein müsse mit der "Abzocke der Mineralölkonzerne". Er hat einen Vorschlag gemacht, den der Kanzler in die aktuellen Verhandlungen aufnehmen wolle, hat dieser zurückgeschrieben.

"Man könnte HVO für Busse benutzen", schlägt Zacharias vor und erklärt: "Das ist ein synthetischer Dieselkraftstoff, gewonnen aus Altspeiseölen, tierischen Fetten und Pflanzenölen. Dieser senkt die CO2-Emissionen." Und er skizziert weiter, was das noch bringen würde:

"Wenn man diesen Kraftstoff von der Mineralölsteuer für den ÖPNV befreien könnte, würden die Umwelt und die Fahrgäste direkt davon profitieren." Gustav Zacharias, Busunternehmer

Spediteur fordert Senkung der Energiesteuer

Spediteur Bernd Küthe aus Lüdenscheid kann das alles nicht mehr fassen. Er spricht von "Dummheit", was in Berlin laufe. Von der Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent habe er als Unternehmer nichts. Für ihn sei das ein durchlaufender Posten.

Eine Zapfsäule zeigt über 200 Euro für 80 Liter Diesel

Hohe Spritpreise an der Zapfsäule - und gefühlt kein Ende

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Die Energiesteuer auf 20 Cent zu senken, wäre ein richtiges Signal, sagt er. Küthe ist maßlos von der Politik enttäuscht. Die Regierung sei nicht in der Lage, Politik für die Unternehmen zu machen.

Senkung der Spritpreise wäre nur ein Anfang

Sarah Eckelt Körber wiederum, die Pendlerin im Sauerland, macht sich große Sorgen. Es seien ja nicht nur die hohen Spritpreise. Alles sei teurer geworden. Deshalb hofft sie darauf, dass die Koalition handelt. Es müsse etwas passieren, sagt sie mit Nachdruck. Sonst müsse sie ihren Job als leitende Haushaltskraft wohl oder übel kündigen.

Bundesregierung plant Entlastung für Autofahrer

Zum 1. Oktober will die Bundesregierung mit mehreren Maßnahmen Autofahrer entlasten. Nach ARD-Informationen ist erst ein Tankrabatt von insgesamt 17 Cent geplant, einige Monate soll wohl ein Preisdeckel eingeführt werden. Die Bundesländer müssten noch zustimmen.

Pendeln im Sauerland wird zum Luxus

WDR 1 Min. 23 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Gespräche und Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Sarah Eckelt Körber, Pendlerin
  • Gustav Zacharias, Busunternehmer und Sprecher der Busunternehmen im Sauerland
  • Bernd Küthe, Spediteur

Sendung: WDR.de, Pendeln im Sauerland wird zum Luxus, 18.09.2026, 15:33 Uhr

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