Kinder sollen Eltern an Baderegeln erinnern

Bildquelle: WDR/Claudia Roelvinck

WDR 3 Min. 16 Sek. Verfügbar bis 11.08.2028

Gefahr zu ertrinken Kinder sollen Eltern an Baderegeln erinnern

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Kleine Kinder im oder direkt am Wasser, die Eltern meterweit entfernt, womöglich mit Blick aufs Handy. Diese gefährliche Szene beobachten die Schwimmaufsichten nahezu täglich. Wenn die DLRG Eltern darauf anspricht, reagieren die mitunter verärgert. Daher sollen jetzt unter anderem in Wickede die Kinder selbst die Baderegeln lernen und von ihren Eltern mehr Sicherheit einfordern.

"Ihr müsst euern Eltern sagen: eine Armlänge entfernt dürfen sie nur sein." Nadine Strunk, Ehrenamtliche Schwimmtrainerin bei der DLRG Werl

Nadine Strunk und Wendy Langschmidt sind seit gut 25 Jahren Mitglieder in der DLRG. Sie haben den Eindruck, dass Eltern sich im Schwimmbad oder am Badesee viel zu häufig ablenken lassen. Der vermeintlich kurze Blick aufs Handy kann ausreichen, damit kleine Kinder in eine lebensgefährliche Notlage geraten.

Nadine und Wendy wollen helfen, Badeunfälle zu vermeiden. Daher bringen sie schon Kindergartenkindern bei, was am Wasser richtig und was gefährlich ist.

Kinder lernen Baderegeln beim Spielen

Auf der Liegewiese des Freibades Wickede/Ruhr haben Nadine und Wendy große Memory-Karten ausgelegt. Wenn die Vorschulkinder sie umdrehen, entdecken sie farbige Zeichnungen wie aus einem Bilderbuch. Sie zeigen zum Beispiel eine Ente, die sich ab Beckenrand erst abkühlt, bevor sie ins Wasser springt.

Die Baderegeln

  1. Ich gehe nur baden, wenn ich mich gut fühle.
  2. Ich gehe nur baden, wenn mir bei Problemen jemand helfen kann.
  3. Wenn ich Probleme im Wasser habe, dann rufe ich laut um Hilfe und winke mit den Armen. Ich helfe Anderen, wenn sie im Wasser Probleme haben. Ich rufe nie "Hilfe", wenn alles in Ordnung ist.
  4. Ich sage Bescheid, wenn ich ins Wasser gehe.
  5. Ich gehe weder hungrig noch direkt nach dem Essen ins Wasser.
  6. Ich kühle mich ab, bevor ich ins Wasser gehe.
  7. Ich gehe nur da baden, wo es erlaubt ist. Ich springe nur da ins Wasser, wo das Wasser tief und frei ist.
  8. Ich nehme Rücksicht! Ich renne nicht, schubse nicht und drücke niemanden unter Wasser.
  9. Schwimmflügel, Schwimmtiere und Luftmatratze sind nicht sicher und schützen mich nicht vor dem Ertrinken.
  10. Wenn ich draußen bade, gehe ich sofort aus dem Wasser, wenn es blitzt, donnert oder stark regnet. Baden bei Gewitter ist lebensgefährlich.

ine Ente verputzt auf einer Picknickdecke eine große Portion Pommes. Das finden die Kinder lustig. Die Regel dazu: Wenn du viel gegessen hast, ruh dich erst aus, bevor du wieder ins Wasser gehst. Die nächste, vermutlich wichtigste Regel spielen Nadine und Wendy vor.

Eltern müssen sofort eingreifen können

Die beiden Freundinnen von der DLRG rücken ein Stück voneinander ab. Eine spielt das Kind, die andere die Mutter. "Kann die Mutter das Kind jetzt noch gut erreichen?". "Nein!!!" - die Kinder sind sich einig. Die erwachsene Person muss viel näher beim Kind bleiben, um zur Not unter die Arme greifen zu können - im wahrsten Sinn.

Zwei Frauen vom DLRG sitzen mit einem Kind auf einer Decke

Nadine und Wendy zeigen den Kindern, wie wichtig es ist, dass ihre Eltern nah bei ihnen bleiben.

Bildquelle: WDR / Claudia Roelvinck

Kinder sollen Eltern an Aufsichtspflicht erinnern

Memory ist nur eines der vielen Spiele, mit denen die Kinder die Regeln und die Aufgaben der DLRG kennenlernen. Am Ende des Vormittags bekommen sie eine Urkunde und ein Poster mit den Entenbildern. Damit die Kinder ihren Eltern zu Hause die Baderegeln erklären können. Und warum es wichtig ist, dass Eltern sich auf ihre Kinder statt aufs Handy konzentrieren.

Unsere Quellen:

  • Nadine Strunk, Wendy Langschmidt, DLRG Ortsgruppe Werl
  • Homepage der DLRG
  • Beobachtungen der Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Unverantwortliche Eltern im Freibad, 10.08.2026, 6.15 Uhr 

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Monika 11.08.2026, 07:19 Uhr

    So etwas macht mich einfach nur sprachlos ...

  • 5 Sandra 10.08.2026, 18:23 Uhr

    Es ist schon traurig, wenn Kinder ihren Eltern die Baderegeln erklären müssen. Aber es passt in die heutige Zeit, wo soziale Medien wichtiger sind als die eigenen Kinder.

  • 4 Birgit 10.08.2026, 14:24 Uhr

    Das Kinder die Baderegeln früh lernen finde ich nicht verkehrt. Ich glaube aber nicht dass Eltern, die lieber auf ihr Handy schauen, sich von ihren Kinder etwas sagen lassen. Auf Ansprache reagieren diese Eltern oft pampig:" bezahle schließlich Eintritt ,dafür sind die Bademeister da." Einfach unfassbar

  • 3 Marlene 10.08.2026, 13:57 Uhr

    Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Nicht umgekehrt! Es ist die Verantwortung von Erwachsenen, alles dafür zu tun, dass ihre Kinder sicher und geborgen aufwachsen können. Statt die Kinder sollte man Eltern verpflichtend schulen, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

  • 2 Heike 10.08.2026, 12:47 Uhr

    Grundsätzlich eine gute Idee. Ich fürchte aber, die Eltern, die schon pampig auf die Ermahnungen der erwachsenen Mitglieder der DLRG reagieren, werden bei mahnenden Kindern nicht einsichtiger sein.

  • 1 Edwina 10.08.2026, 12:11 Uhr

    Oh Mann, verkehrte Welt!!! Was ist passiert mit solchen Eltern, denen ihr Smartphone wichtiger ist als ihre Kinder??? Da müssen die Kinder ihren Eltern beibringen, dass sie auf ihre Kinder aufpassen. Ich finde die Idee gut, aber sie ist zugleich ein absolutes Armutszeugnis dieser unfähigen Eltern. Gute Nacht 🌃

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