Die Renaturierung der Lippe ist ein Erfolg
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannWDR. 3 Min. 18 Sek.. Verfügbar bis 16.09.2028.
Margret Bunzel-Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Bioligischer Umweltschutz (ABU) freut sich sichtlich. Ihr ist eine Quoppe ins Netz gegangen. Diese Fischart war in Nordrhein-Westfalen fast ausgestorben. "Jetzt erholen sich die Bestände wieder", die Biologin ist begeistert.
Keine Angst: Der seltene Dorschfisch landet nicht in der Pfanne. Bunzel-Drüke und ihre Kollegen fischen die Lippe bei Lippstadt-Hellinghausen ab, um den Erfolg der Renaturierung zu messen. Danach geht es zurück in die Lippe: Vor über 20 Jahren ist der Fluss hier wieder naturnah gestaltet worden.
Alte Sünden: mehr Hochwasser, weniger Natur
Die Lippe darf sich wieder schlängeln und die Lippe-Aue kann jetzt Hochwasser zurückhalten.
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannMit Baggern und Millionenaufwand ist hier die Flusslandschaft wieder so gestaltet worden, wie sie früher einmal war. Jahrzehntelang ist die Flussaue dem Menschen angepasst worden: Sumpfige Wiesen wurden trocken gelegt, die Lippe begradigt. Das war ein Fehler.
Das Wasser sollte möglichst schnell abfließen. Weil die Strömung immer schneller wurde, sind die Ufer mit Steinen befestigt worden. Die Folgen wurden erst spät erkannt: die Hochwasserlagen im Rhein verschlechterten sich dramatisch, Pflanzen und Tiere fanden im Raum Hamm, Lippetal, Lippstadt keine Heimat mehr.
"Mir persönlich gefällt am meisten, dass man sieht, was man schafft." Dana Niestroj, Bezirksregierung Arnsberg
2,5 Millionen werden aktuell investiert
Das ist die Grundlage für eines der größten und erfolgreichsten Renaturierungskonzepte in Europa. Zur Zeit sind wieder Bagger unterwegs. In Lippstadt-Garfeln werden neue Flussschleifen gelegt. Der Fluss wird länger und langsamer, die Ufer flacher.
Hochwasserschutz für das Rheinland
Hier bei Hellinghausen ist die Lippe wieder breit und sie kann sich ausweiten. Mitarbeiter der ABU fischen, um die Bestände zu konrollieren.
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannDana Niestroj ist die zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Die Lippe-Renaturierung ist eines ihrer Herzensprojekte. "Eben dadurch, dass sich so schnell ein so positiver Erfolg einstellt kann man ja mitverfolgen, wie die Inittalzündung, die wir quasi der Natur geben, dann so viele positive Effekte hervorruft. Am Ende haben wir mehr erreicht, als uns anfangs hätten vorstellen können."
"Haben mehr erreicht, als wir uns hätten vorstellen können"
Bei Lippstadt-Garfeln werden gerade 2,5 Millionen Euro "in den Sand gesetzt". Mittlerweile sind sich die Fachleute sicher, dass das gut investiertes Geld ist. Um die Gewässervorgaben der EU einzuhalten, Tiere und Pflanzen zu schützen und um gleichzeitig besonders das Rheinland vor gefährlichem Hochwasser zu schützen.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Arnsberg
- Arbeitsgemeinschaft Biolischer Umweltschutz
- WDR-Reporter vor Ort an der Lippe
Sendung: WDR.de, Die Renaturierung der Lippe ist ein Erfolg, 17.09.2026, 05:45 Uhr
