Städte sind besser vorbereitet - aber nicht sicher

WDR 04:03 Min. Verfügbar bis 12.07.2028

Bilanz fünf Jahre nach der Flut "Wir müssen dem Wasser mehr Platz geben"

Stand:

Zwei verstorbene Feuerwehrleute, 155 Millionen Euro Schaden: Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe zieht der Märkische Kreis Bilanz.

Am 14. Juli 2021 verwandelten sich Teile des Märkischen Kreises innerhalb weniger Stunden in eine Katastrophenzone. Stellenweise fielen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter - mehr als doppelt so viel wie sonst im ganzen Monat. Bäche wurden zu reißenden Strömen, 1.550 Einsatzstellen gab es in drei Tagen, zwei Feuerwehrleute starben. Fünf Jahre später zieht das Sauerland Bilanz.

Kreisbrandmeister Michael Kling war 2021 hautnah dabei. Die schiere Zahl der Einsatzstellen habe alles gesprengt, was die Rettungskräfte kannten: "Wir sind es gewohnt: Einer ruft an, wir fahren hin, helfen, fahren wieder nach Hause. Aber wir hatten 1.550 Einsatzstellen an diesen drei Tagen."

"Das sind andere Dimensionen!" Kreisbrandmeister Michael Kling

Mehr als 300 zusätzliche Kräfte rückten an - und trotzdem mussten Leitstellen Betroffene um Geduld bitten. Die Erinnerung an die zwei getöteten Kollegen lässt Kling bis heute nicht los: "Diese Opfer müssen uns Mahnung sein, dass selbst solche Einsätze gefährlich sind."

Schäden nach Hochwasser in Schalksmühle 2021

Schäden an Bahntrassen nach dem Hochwasser 2021 in Schalksmühle

Märkischer Kreis: Flüsse brauchen mehr Platz

Uwe Sieg von der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises hat aus der Flut eine klare Lehre gezogen: "Wir müssen dem Wasser mehr Platz geben." Viele Gewässer seien über Jahrzehnte eingeengt worden - das räche sich bei Extremereignissen.

Große Schäden am Sportplatz in Iserlohn Lasbeck

Uwe Sieg am damals überluteten Sportplatz in Iserlohn Lasbeck

Seitdem wurden Bäche und Flüsse im Sauerland umgebaut, neue Warnsysteme installiert, Feuerwehren mit schnell aufbaubaren Hochwasserschutzsystemen ausgestattet. Doch:

"Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht." Uwe Sieg, Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises

Das sagt Uwe Sieg. Behörden und Rettungskräfte seien heute besser aufgestellt als 2021, doch absolute Sicherheit könne niemand versprechen. Die Flut vor fünf Jahren war ein Jahrhundert-Ereignis. Eines, das sich hoffentlich so schnell nicht wiederholt.

Unsere Quellen:

  • Kreisbrandmeister des Märkischen Kreises
  • Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises

Sendung: WDR.de, Städte sind vorbereitet, aber nicht sicher, 12.07.2026, 11:11 Uhr

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