Wassermangel in NRW

Aktuelle Stunde 04.07.2026 28:53 Min. UT Verfügbar bis 04.07.2028 WDR Von Petra Nicklis

Wasser abpumpen verboten Pegel der Flüsse teils gefährlich niedrig

Stand:

Die Trockenheit in Nordrhein-Westfalen lässt die Pegel von Flüssen und Bächen sinken. Nun verbieten die Bezirksregierungen Köln und Münster, Wasser aus Gewässern wie Sieg, Wupper oder Ems abzupumpen ‒ was genau verboten ist und was erlaubt bleibt.

Die anhaltende Trockenheit in NRW macht den Flüssen und Bächen immer stärker zu schaffen. Weil vielerorts kaum noch Wasser nachfließt, ziehen Behörden in vielen Kommunen die Notbremse.

Sie verbieten, Wasser aus den Gewässern abzupumpen oder auf andere Weise zu entnehmen. Neu hinzugekommen sind jetzt die Bezirksregierungen Köln und Münster. Damit gelten die Verbote inzwischen in großen Teilen des Landes.

Pegel an der Ems unter 10 Zentimetern

Die Wasserentnahme aus der Ems ist ab diesen Samstag verboten. Der Pegel ist enorm niedrig, liegt teils unterhalb von 10 Zentimetern.

Erlaubt bleibt lediglich das Schöpfen mit Eimer und Gießkanne, auch Vieh darf weiter direkt im Fluss getränkt werden. Die Bezirksregierung will die Lage beobachten und das Verbot aufheben, sobald sich die Wasserstände dauerhaft erholen. Man rechnet damit, dass die Ems ab Oktober wieder ausreichend Wasser führt.

Diese Flüsse im Kölner Raum sind betroffen

Im Regierungsbezirk Köln greift das Verbot ab dem 6. Juli. Betroffen sind unter anderem die Flüsse:

  • Sieg
  • Agger
  • Rur
  • Erft
  • Wupper

Nach Angaben der Bezirksregierung liegen die Pegel schon jetzt auf einem Niveau, das normalerweise erst deutlich später im Jahr erreicht wird. Der Rhein ist beispielsweise so niedrig wie noch nie im Juni seit Aufzeichnungsbeginn.

Die Regelung gilt zunächst bis Ende September. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Weiterhin erlaubt ist auch hier, kleine Mengen mit einem Eimer oder einer Gießkanne zu schöpfen oder Weidetiere zu tränken.

Ähnliche Verbote in weiteren NRW-Regionen

Schon zuvor hatten mehrere Kommunen und Kreise auf die anhaltende Trockenheit reagiert. Im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Rhein-Sieg-Kreis, in der Städteregion Aachen, der Kreis Herford und im Kreis Borken gelten bereits ähnliche Verbote. Die Stadt Köln hatte die Wasserentnahme aus ihren Fließgewässern Mitte Juni sogar komplett untersagt.

Für die Ruhr, die Lenne und die Sieg wird die Wasserentnahme von der Bezirksregierung Arnsberg ebenfalls untersagt. Vom 15. Juli bis zum 30. November darf ohne Erlaubnis keine Wasser mehr mit Pumpen oder ähnlichem entnommen werden. Im Bereich der Lippe gebe es hingegen noch keinen Handlungsbedarf.

So schätzt auch die Bezirksregierung Detmold die Lage in der Lippe ein - und auch in Ems und Weser seien die Wasserstände aktuell noch ausreichend hoch. Aufgrund der Wetterprognose geht die Behörde aber davon aus, "dass die Wasserstände in den beiden Flüssen Ems und Lippe in den kommenden Tagen schnell sinken werden". Dann würde auch dort die Wasserentnahme eingeschränkt werden.

Fische und Insekten gefährdet

Die Behörden wollen mit den Verboten verhindern, dass sich die Lage in den Gewässern weiter verschärft. Wenig Wasser und hohe Temperaturen setzen Fischen, Insekten und anderen Kleinstlebewesen zu.

Jede zusätzliche Entnahme kann die Ökosysteme weiter belasten. Ob die Verbote vor dem Herbst wieder aufgehoben werden, hängt vor allem vom Wetter ab. Erst wenn über längere Zeit ausreichend Regen fällt, können sich Flüsse und Bäche wieder erholen.

Wo niedrige Pegelstände bereits die Schifffahrt beeinflussen

Je niedriger der Pegel, desto weniger Tiefgang können sich Schiffe erlauben, ohne auf Grund zu laufen. Heißt auch: Sie können weniger Ladung an Bord nehmen. Das passiert bereits am Kölner Hafen Godorf, so ein Sprecher der Logistikgruppe Häfen und Güterverkehr. Binnenschiffe seien schon jetzt mit deutlich geringerer Ladung unterwegs.Das werde zum Beispiel dadurch aufgefangen, dass mehr Schiffe unterwegs sind - der Platz dafür sei auf dem Wasser aber auch begrenzt.

Ohne Einschränkungen läuft der Schiffsverkehr bisher am Duisburger Hafen. Ein Sprecher teilte dem WDR auf Nachfrage mit, bisher gebe es durch den niedrigen Wasserstand keine größeren Probleme. In Köln wie in Duisburg erwartet man für die nächsten Tage einen steigenden Pegel - bevor er erneut sinken könnte. Außerdem würden regelmäßig Bagger vor den Hafeneinfahrten und Umschlagsbetrieben eingesetzt, um Untiefen anzugleichen.

Wasserknappheit in NRW

WDR 03.07.2026 00:56 Min. Verfügbar bis 02.07.2028 WDR Online

Download

Quellen:

  • Bezirksregierung Köln
  • Bezirksregierung Münster
  • Bezirksregierung Arnsberg
  • Bezirksregierung Detmold
  • Stadt Köln
  • Kreis Borken
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Städteregion Aachen
  • Sprecher duisport
  • Sprecher Häfen und Güterverkehr Köln

Sendung: WDR aktuell 03.07.2026, 17:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.07.2026, 18.45 Uhr

Weitere Beiträge aus NRW

1 / 2