Eylül Öztürk will endlich ernst genommen werden von der Politik. Deshalb engagiert sie sich in der Bezirksschüler*innenvertretung (BSV) in Bochum. Schülervertretungen gehören zum Aktionsbündnis "Bildungswende JETZT!", das für Samstag, den 19. September 2026 zum bundesweiten Bildungsprotesttag aufgerufen hat. Auf einer Pressekonferenz des Bündnisses in Düsseldorf hat Eylül Öztürk erklärt, worum es ihr geht. "Ich bin keine Zusammensetzung aus Zahlen, wie Roboter oder Computerprogramme. Ich bin ein Mensch", sagte sie. Deshalb wünscht sie sich eine Ganztagsgesamtschule für alle.
Vier zentrale Forderungen für Bildungswende
Das Aktionsbündnis fordert ein inklusives Bildungssystem für alle und eine Ausbildungsoffensive für Lehrkräfte. Außerdem müsse mehr Geld in Bildung investiert werden, erklärte Erhard Schoppengerd, ehemaliger Gesamtschulleiter aus Duisburg. NRW gebe weniger pro Schüler aus als der Bundesdurchschnitt. Aber auch der sei zu wenig. Deshalb fordert das Bündnis 100 Milliarden Euro für Bildung vom Bund. Und einen regelmäßigen Bildungsgipfel, bei dem nicht nur Bund, Länder und Kommunen zusammensitzen würden, sondern auch Schüler, Erzieher, Lehrkräfte, Gewerkschaften und Wissenschaft, so Schoppengerd. Zu häufig würde über diejenigen, die Bildung jeden Tag gestalten und erleben gesprochen, zu selten mit ihnen.
Bündnis will durch Demos Druck erhöhen
2023 waren schon einmal 25.000 Leute bundesweit auf die Straße gegangen. Ein Jahr später wurde eine Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder übergeben. Und nach kleineren Aktionen im vergangenen Jahr soll dieses Jahr wieder mehr Druck auf die Politik ausgeübt werden, so die Organisationen. Die Hauptkundgebung ist am 19. September in Köln mittags geplant. Weitere Demos gibt es in Bielefeld und Bochum. Erwartet werden neben zivilgesellschaftlichen Initiativen vor allem viele Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.
Unterstützung durch Gewerkschaften
Außerdem sind Gewerkschaften dabei. Insbesondere die, die pädagogische Fachkräfte vertreten. Ayla Celik, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt zwar die Bildungsziele der Landesregierung, aber nicht den Weg dorthin. "Was unser Bildungssystem braucht, sind keine Kleinstreparaturen, sondern strukturelle Veränderungen", so Ayla Celik heute auf der Pressekonferenz in Düsseldorf.
Unsere Quellen:
- Reporterin auf Pressekonferenz in Düsseldorf
- Pressemappe Aktionsbündnis bildungswende JETZT!
Sendung: WDR.de, Forderungen zum bundesweiten Bildungsprotest-Tag vorgestellt , 10.09.2026, 14:45 Uhr
