Die Statue des Westfälischen Friedenspreises, ein Pferd

Frieden schaffen mit Waffen Westfälischer Friedenspreis geht an die NATO

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Der Preis des Westfälischen Friedens geht in diesem Jahr an das westliche Militärbündnis NATO. Daran gibt es auch Kritik.

Der Preis des Westfälischen Friedens geht in diesem Jahr an das westliche Militärbündnis NATO. Dass es an dieser Entscheidung auch Kritik gibt, lässt die Veranstalter gelassen. In Empfang nehmen wird den Preis der Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, bei der Verleihung am 1. Oktober im Festsaal des historischen Rathauses in Münster.

Mit Kritik war zu rechnen, räumt der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, Reinhard Zinkann, ein. "Ehrlich gesagt, haben wir mit der Vielfalt der Kritik aber nicht gerechnet." Friedensinitiativen in Münster sehen nach eigenem Bekunden einen Widerspruch zur eigentlichen Botschaft des Friedenspreises, von Gegenveranstaltungen ist die Rede. "Das müssen wir akzeptieren", so Friedenspreis-Vertreter Zinkann.

Für die Preisjury verteidigt Zinkann am Donnerstag in Düsseldorf vor Journalisten die Entscheidung. "Wir zeichnen die NATO aus, weil glaubwürdige Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass Frieden erhalten werden kann," sagt er. Und weiter: "Die Entscheidung für die NATO ist eine Entscheidung, die sehr bewusst in unsere Zeit gehört." Nach den Worten des Vorsitzenden der elfköpfigen Jury sind Abschreckung und Frieden keine Gegensätze. "Wir müssen unser freiheitliches System verteidigen können."

NATO erhält den Westfälischen Friedenspreis in Münster

WDR Studios NRW 10.09.2026 1 Min. 16 Sek. Verfügbar bis 09.09.2028 WDR Online

Signal für den Frieden weit über Münster hinaus

Zinkann hebt die Bedeutung Münsters als Standort hervor. Mit der Stadt und dem Westfälischen Frieden (1648) "haben wir einen Bezugspunkt, der weit über Westfalen und Nordrhein-Westfalen hinausweist." Von Münster solle in diesem Jahr wieder "ein Signal für den Frieden ausgehen."

In dem Gremium, das den Friedenspreis seit 1998 verleiht, sitzen unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzler Friedrich Merz (CDU), die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) sowie der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Minister Liminski: "Zeitenwende live"

Für die NRW-Landesregierung betont Europaminister Nathanael Liminski (CDU), die Politik erlebe angesichts des Kriegs von Russland gegen die Ukraine das Ende einstiger Selbstverständlichkeiten. "Das Sicherheitsgefühl war ein großes Privileg," aber die Verantwortung für Stabilität und Sicherheit in Europa falle nun "stärker auf uns selbst zurück." Putin stelle die NATO auf die Probe.

Zur Kritik an der Preisentscheidung durch das Gremium sagt Liminski, das sei "Zeitenwende live". Bei der Diskussion in der Jury seien "alle Meinungen im Raum" gewesen, "Skepsis, Sorge, volle Überzeugung." Ob der Preis wieder eine Westfälische Friedenskonferenz ausrichten werde, lässt Vorstand Zinkann offen. Eine Friedenskonferenz hatte begleitend 2023 und 2025 stattgefunden. In diesem Jahr ist sie nicht geplant.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, NATO erhält den Westfälischen Friedenspreis in Münster, 10.09.2026, 15:15 Uhr

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