Ein Landwirt schaut sich eine Birne mit braunen Flecken an der Pflanze an

Viele Birnenbäume haben verbrannte Blätter und Birnen mit braunen Stellen durch die Trockenheit

Bildquelle: WDR/Jörg Sauerwein

Klimawandel in der Landwirtschaft So verändert sich unser Obst-Angebot

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Durch mehr trockene und heiße Sommer müssen sich Obst- und Gemüsebauern anpassen. Das hat auch Folgen für Verbraucher in NRW.

Die Apfel- und Birnenernte geht in diesen Tagen gerade so richtig los, bis Ende Oktober werden die Landwirte damit zugange sein. Auch viele Gemüsesorten stehen im Laufe der nächsten Wochen noch vor ihrer Ernte, von Kartoffeln über Möhren bis zu verschiedenen Kohlsorten. Durch die lange Hitze und Trockenheit in diesem Sommer verändert sich bei den Landwirten in NRW aber vor allem das Obstsortiment spürbar.

Am Vormittag wollen NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) und die Landwirtschaftskammer NRW eine erste, vorläufige Erntebilanz ziehen. Viele Landwirte haben sich auf teils deutliche Einbußen eingestellt, der Deutsche Bauernverband hat wegen der durch die Trockenheit erwarteten Ausfälle ein finanzielles Hilfspaket gefordert.

Neue Apfelsorten, mehr Kirschen durch Klimawandel

Für Landwrtschaft angelegte Apfelbäume auf Feld tragen Früchte

Alte Apfelsorten werden durch die Hitze immer weniger angebaut

Bildquelle: WDR/Jörg Conradi

"Alte rheinische Sorten wie der Bärlepsch oder Cox Orange verbrennen praktisch am Baum und werden da schon weichgekocht", sagt Peter Muß vom Provinzialverband der Rheinischen Obst- und Gemüsebauern. Festere, knackigere Sorten wie etwa Braeburn kämen besser mit der Hitze zurecht, solche Sorten seien aber auch eher bei den Kunden gefragt, so Muß.

Entgegen kam das heiße Wetter dagegen anderen Früchten, etwa den Süßkirschen. "Diesen Sommer haben wir 15 Tonnen geerntet, ein Drittel mehr als sonst", berichtet Obstbauer Henrik Mertens aus Willich am Niederrhein. Nebenan baut seine Familie seit zwei Jahren inzwischen auch Wein an, lange Zeit undenkbar in diesen Breiten.

"Einige ältere Apfelsorten verbrennen durch die Hitze praktisch am Baum und werden weichgekocht." Peter Muß, Verband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern

Folge des Klimawandels: Mehr Südfrüchte in NRW

Die Folgen der häufigeren trockenen und heißen Sommer zeigen sich auch darin, dass immer mehr Südfrüchte in NRW angebaut werden - wie Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche. "Inzwischen kommen auch Tafeltrauben als neue Anbausorten dazu", sagt Verbandsvertreter Muß. In Rheinland-Pfalz sollen einige Landwirte bereits mit Oliven experimentieren.

Weinreben in langen Reihen nebeneinander

Durch den Klimawandel wachsen in Willich sogar Weintrauben

Bildquelle: WDR/Peter Hild

Freilandkulturen setzt die Dürre besonders zu, also allen Sorten, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Erdbeeren, aber auch Salate. Außerdem muss der komplette Obst- und Gemüseanbau durch die Trockenheit deutlich intensiver bewässert werden, was für die Landwirte deutlich mehr Aufwand und Kosten bedeutet.

Qualität leidet unter der Hitze und Trockenheit

Ein vertrocknetes Maisfeld

Ein vertrocknetes Maisfeld: Vielen wasserintensiven Sorten setzt die Hitze zu

Bildquelle: dpa/Frank Hoermann/Sven Simon

Durch den Wassermangel und die Hitze fallen viele Obst- und Gemüsesorten kleiner aus oder können teilweise gar nicht mehr verkauft werden, besonders leiden wasserintensive Sorten - zum Beispiel Salat, Blumenkohl, Kartoffeln und Möhren.

Das Gemüse-Sortiment an Rhein und Ruhr ist im Vergleich zum Obst insgesamt relativ stabil. "Die Kunden wünschen sich ein bestimmtes Sortiment, das auch seit Jahren stabil ist, da ist eine Umstellung zu riskant", erklärt Peter Muß für die Obst- und Gemüsebauern. Allerdings werde bereits versucht, hitzeresistentere Sorten zu züchten.

NRW-Landwirte kämpfen mit der Trockenheit

WDR Studios NRW 31.08.2026 2 Min. 41 Sek. Verfügbar bis 30.08.2028 WDR Online

Höhere Gemüse-Preise für Verbraucher durch Klimawandel

Frisches Gemüse in einer Supermarktauslage.

Mehr zahlen fürs Gemüse, gerade bei frischer Ware

Bildquelle: WDR

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Obst und Gemüse dürften auch viele Kunden im Portmonee spüren. Gerade Freilandware und frisch verkauftes Gemüse sind durch die geringere Ernte und höhere Produktionskosten zum Teil deutlich teurer, etwa Eisbergsalat, verschiedene Kohlsorten, aber auch Tomaten oder Gurken.

Auch bei Kartoffeln, deren Ernte in den kommenden Wochen ansteht, müssen Kunden mit höheren Preisen rechnen. Viele Obstsorten sind dagegen günstiger als im Vorjahr.

Unsere Quellen:

  • Provinzialverband der Rheinischen Obst- und Gemüsebauern
  • Deutscher Bauernverband
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • verschiedene Obstbauern aus NRW

Sendung: WDR.de NRW-Landwite kämpfen mit der Trockenheit, 31.08.2026, 05:00 Uhr

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