Bunker im Hürtgenwald
Bildquelle: WDR / INTERFOTO / mauritius images / WDR DigitWaldbrand im Hürtgenwald : Erbe des Zweiten Weltkriegs erschwert Löscharbeiten
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Alte Weltkriegsmunition erschwert die Löscharbeiten im Hürtgenwald. Die Gefahr hat eine mehr als 80 Jahre alte Geschichte: In dem Wald tobte eine der längsten und verlustreichsten Schlachten an der Westfront. Bis heute liegen dort Minen und andere Sprengkörper im Boden.
Schon in der Nacht waren Detonationen zu hören: Durch die Hitze des Feuers explodierte alte Weltkriegsmunition. Wegen der hohen Munitionsbelastung können Einsatzkräfte nicht überall den Wald betreten und zu Fuß gegen die Flammen vorgehen.
Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegen im Hürtgenwald vielerorts Minen, Granaten und andere Sprengkörper unter der Erde. Überreste einer Schlacht, die sich über Monate hinzog und zehntausenden Soldaten das Leben kostete und viele weitere verwundete.
Eine der schlimmsten Schlachten im Zweiten Weltkrieg
US-Truppen versuchten, durch das schwer zugängliche Waldgebiet weiter nach Deutschland vorzurücken. Die Wehrmacht verteidigte dort unter anderem den Zugang zur nahegelegnen Rurtalsperre.
1950: Schild im Hürtgenwald macht auf Gefahr aufmerksam
Bildquelle: WDR / INTERFOTO / mauritius images / WDR DigitDichter Wald, wenige Wege, Minenfelder, Artilleriebeschuss und schließlich Schnee und Kälte machten die Kämpfe besonders verlustreich. Amerikanische Soldaten bezeichneten den Hürtgenwald als „Death Factory“, Todesfabrik. Allein die US-Armee verzeichnete mehr als 30.000 Verluste.
Auch auf deutscher Seite waren die Verluste hoch. Das Bundesarchiv zählt die Schlacht zu den brutalsten und verlustreichsten Kämpfen des Zweiten Weltkriegs.
Sprengkörper bis heute kaum aufzuspüren
Mehr als 80 Jahre später ist der Hürtgenwald noch immer ein ehemaliges Schlachtfeld. Wer den Wald besucht muss etwa unbedingt auf den markierten Wegen bleiben. Sichtbar sind bis heute einige Bunker und Unterstände des Westwalls, Panzersperren, Schützenlöcher und alte Stellungen.
Gefährlicher ist das, was nicht sichtbar ist: Blindgänger und zurückgelassene Munition, vor allem aber Minen. Für die Feuerwehr eine schwieirge Aufgabe. Von vielen Minenfeldern gibt es keine vollständigen Pläne mehr. Soldaten und Offiziere, die ihre Lage kannten oder Karten besaßen, waren im Krieg gefallen. Damit ging teilweise auch das Wissen darüber verloren, wo genau Minen verlegt worden waren.
Ein Schild weist kurz nach dem Krieg auf Minen und Spengkörper hin.
Bildquelle: WDR / INTERFOTO / mauritius images / WDR DigitHinzu kommt die Art der Sprengkörper. Im Hürtgenwald wurden unter anderem die sogenannte "Glasmine 43" eingesetzt. Große Teile dieser "Antipersonenmine" bestanden aus Glas. Die Sprengkörper lassen sich selbst mit klassischen Metalldetektoren nur schwer oder gar nicht aufspüren. Eine vollständige Räumung des Kampfgebietes war deshalb nicht möglich.
Weltkriegsmunition bestimmt die Löschtaktik
Bei einem normalen Waldbrand könnten Feuerwehrleute Brandherde teilweise zu Fuß erreichen und mit Löschrucksäcken bearbeiten. Im Hürtgenwald ist genau das in belasteten Bereichen zu gefährlich.
Landrat Ralf Nolten erklärte, wegen der Weltkriegsmunition könnten einzelne Einsatzkräfte nicht einfach in das Gelände geschickt werden. In der Nacht habe man bereits alte Munition detonierten hören können.
Die Feuerwehr muss deshalb Abstand halten und stärker mit schwerem Gerät oder aus der Luft arbeiten. So bestimmt die Schlacht vom Hürtgenwald mehr als 80 Jahre später, wie schnell der Brand gelöscht werden kann.
Sondersendung zum Waldbrand in Hürtgenwald | WDR aktuell
Bildquelle: WDRWDR. 08:22 Min.. Verfügbar bis 14.08.2028.
