NRW Trend zur politischen Stimmung im Land | WDR aktuell
WDR. 00:51 Min.. Verfügbar bis 28.06.2028.
Sonntagsfrage
Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in Nordrhein-Westfalen gewählt würde, könnte die schwarz-grüne Landesregierung ihre Mehrheit zwar weiterhin behaupten, allerdings verzeichnet die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst zum zweiten Mal in Folge deutliche Verluste. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins Westpol vom 22. bis 25. Juni 2026 erhoben hat.
Die CDU kommt aktuell in der Sonntagsfrage auf 32 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte weniger als Anfang Februar. Noch im Oktober 2024 hatte die CDU mit 40 Prozent ihren besten Wert in dieser Legislaturperiode erreicht. Allerdings kann die SPD von Herausforderer Jochen Ott ihren Rückstand auf die Partei des Ministerpräsidenten nicht verkürzen. Auch die Sozialdemokraten verlieren drei Prozentpunkte und kommen auf 17 Prozent. Damit nähert sich die SPD erneut ihrem Rekordtief im NRW-Trend (16 Prozent im Juni 2025).
In der Sonntagsfrage kommen CDU und Grüne auf 47 Prozent, die anderen Parteien zusammen auf 45 Prozent
Die Grünen als kleiner Koalitionspartner in Düsseldorf legen dagegen zu und liegen bei 15 Prozent (+2). Die FDP überspringt erstmals seit April 2024 wieder die Fünfprozentmarke (+1). Die AfD legt ebenfalls erneut zu und erreicht mit 17 Prozent (+2) jetzt ihren besten Wert im NRW-Trend. Dadurch ist die AfD erstmals in NRW gleichauf mit der SPD und gemeinsam mit den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft.
Die Linke wäre mit unverändert sechs Prozent ebenfalls im Landtag vertreten. Alle anderen Parteien kommen zusammen auf acht Prozent (+1).
Zufriedenheit mit Landesregierung und Wüst
Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung hat seit Februar deutlich nachgelassen. Nur noch 42 Prozent (-6) der Befragten sind zufrieden, 53 Prozent (+4) sind unzufrieden.
Die Zufriedenheit mit der Landesregierung sinkt auf 42 Prozent
Die Arbeit von Ministerpräsident Wüst wird ebenfalls negativer bewertet als im Februar: 42 Prozent der Befragten sind zufrieden (-3), 40 Prozent (+2) sind unzufrieden.
40 Prozent sind mit der Arbeit von Ministerpräsident Hendrik Wüst nicht zufrieden
Wichtigste Probleme
Die Probleme bei Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr haben das Thema Migration aus Sicht der Nordrhein-Westfalen als wichtigstes politisches Thema abgelöst. 31 Prozent der Befragten nennen diesen Bereich als eines der am vordringlichsten zu lösenden Probleme. Das sind nochmal fünf Prozentpunkte mehr als im Februar.
Auf Platz zwei landet mit 24 Prozent der Nennungen das Thema Schule und Bildung (+3). Das langjährige Topthema Migration gehört noch für 20 Prozent (-6) zu einem der wichtigsten Probleme. Mit unverändert 12 Prozent landet das Thema Soziale Ungerechtigkeit auf Platz vier. Dahinter landen gleichauf die Themen Wirtschaft (-3), Wohnen (-1), Rente (+5) und Umwelt/Klimaschutz (+2).
Wichtigste Probleme in NRW: Infrastruktur / Verkehr / ÖPNV, Bildung und Zuwanderung
Beeinträchtigung durch Brückensperrungen
Brückenschäden und damit verbundene Einschränkungen im Straßenverkehr machen in NRW jedem Vierten im Alltag zu schaffen: 26 Prozent der Wahlberechtigten geben an, an einem durchschnittlichen Wochentag von entsprechenden Beeinträchtigungen stark oder sehr stark betroffen zu sein. Bei den Erwerbstätigen in NRW ist es sogar jeder Dritte.
Jeder Vierte sieht sich durch Brückenschäden im Alltag stark beeinträchtigt
Blick auf die Wirtschaftslage und Arbeitsplatz
Obwohl es das Thema Wirtschaft aktuell nicht unter die drei Topthemen bei den Wahlberechtigten schafft, prägt die schwache konjunkturelle Entwicklung die wirtschaftliche Stimmung. Nur 22 Prozent der Wahlberechtigten bewerten die Lage der NRW-Wirtschaft derzeit als sehr gut oder gut, neun Punkte weniger als vor einem Jahr. Drei Viertel (74 Prozent, +9) bewerten sie dagegen als weniger gut oder schlecht. Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt zu Beginn der 2010er Jahre während der Eurokrise gemessen.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr bewerten mehr Befragte die wirtschaftliche Lage als nicht gut
Zugleich nimmt unter den Erwerbstätigen in NRW die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zu. Aktuell äußern 16 Prozent entsprechende Sorgen, sechs Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Auch die Sorge vor Verlust des Arbeitsplatzes hat im Vergleich zum vergangenen Jahr zugenommen
Tempo beim Bürokratieabbau
Der Abbau von Bürokratie steht bei Bund und Ländern weit oben auf der politischen Agenda. In der öffentlichen Wahrnehmung zeigen diese Initiativen bislang jedoch kaum Wirkung: Wie vor gut zwei Jahren sehen nur sechs Prozent (+/-0 zu April 2024) Fortschritte beim Bürokratieabbau in Deutschland. 49 Prozent (+5) meinen, Deutschland komme dabei weniger gut voran, weitere 40 Prozent (-6) sehen gar keine Fortschritte.
Wie vor zwei Jahren sehen nur 6 Prozent Fortschritte beim Bürokratieabbau
Einschränkungen beim Sommerurlaub
Die Preisentwicklung der letzten Monate macht den Sommerurlaub vielerorts teurer. In NRW nimmt jeder Vierte im Bundesland das zum Anlass, seine Urlaubspläne zu überdenken: 25 Prozent wollen preisbedingt günstiger verreisen oder ganz auf eine Reise verzichten. 40 Prozent halten an ihren ursprünglichen Plänen fest.
40 Prozent der Befragten wollen sich beim Sommerurlaub nicht einschränken
Jeder Dritte (33 Prozent) gibt an, von vorherein keine Sommerreise ins Auge gefasst zu haben. In diese Gruppe fallen überdurchschnittlich viele Menschen in der Altersgruppe ab 65.
Besonders viele Menschen ab 65 Jahre haben ohnehin keinen Sommerurlaub geplant
Unsere Quelle:
- NRW-Trend Juni 2026 von Infratest dimap
Sendung: WDR.de, Ergebnisse des NRW-Trends, 28.06.2026, 10:00 Uhr; WDR Fernsehen, WDR aktuell, 28.06.2026, 12:45 Uhr

