Krankschreibung: Praktische Umsetzung

Aktuelle Stunde 03.07.2026 36:20 Min. UT Verfügbar bis 03.07.2028 WDR Von Anne Bielefeld

Reformpläne Attest ab erstem Tag, keine telefonische Krankschreibung mehr

Stand:

Die schwarz-rote Koalition will die Regeln für Krankschreibungen deutlich verschärfen. Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden - was wird aus der Videosprechstunde? Und was sagen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Ärzte aus NRW zu den Reformplänen?

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Union und SPD wollen "Deutschland wieder flott kriegen" Das Reformpaket umfasst 34 Punkte. Es geht um Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung. Die Regeln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen härter werden - das betrifft auch den Krankheitsfall.

Noch sind das nur Reformpläne der Bundesregierung - bislang liegt kein formeller Gesetzentwurf vor. Die Regierung muss ihre Vorschläge also erst einmal in einen solchen Gesetzentwurf gießen und diesen offiziell in das parlamentarische Verfahren einbringen. Dann beginnt der eigentliche Gesetzgebungsprozess im Bundestag mit Lesungen und der Beteiligung des Bundesrates. Es ist also auf keinen Fall sicher, dass die Reformpläne genau so umgesetzt werden.

Was ist bisher geplant, was sagen Betroffene und Experten? Hier gibt es den Überblick.

Johannes Pöttering im Interview zu den Reformvorschlägen

WDR 02.07.2026 06:42 Min. Verfügbar bis 01.07.2028 WDR Online

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Was soll sich im Krankheitsfall ändern?

Die schwarz-rote Koalition hat sich darauf verständigt, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Außerdem soll ein Arzt-Attest künftig ab dem ersten Krankheitstag Pflicht werden. Zudem soll die "unrichtige Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" (AU) stärker bestraft werden.

Was ist die AU-Bescheinigung?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist der Nachweis, dass man aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage ist, einer Arbeit nachzugehen. Sie ist Voraussetzung für die gesetzliche Lohnfortzahlung.

Ein Stapel mit Arbeitsunähigkeitsbescheinigungen

Inzwischen meist elektronisch, hier auf Papier: die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Bislang mussten Beschäftigte eine ärztliche Bescheinigung oft erst später nachreichen, häufig ab dem dritten Krankheitstag. Zwar kann der Arbeitgeber auch jetzt schon ein Attest ab dem ersten Krankheitstag einfordern, doch das war in der Praxis häufig nicht der Fall.

Warum soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden?

Mehrere Personen sitzen in einem Wartezimmer

Hier könnte es wieder voller werden, wenn die telefonische Krankschreibung wegfällt.

Die telefonische AU war ursprünglich eingeführt worden, um Arztpraxen zu entlasten und unnötige Kontakte bei ansteckenden Erkrankungen zu vermeiden. Eingeführt zu Corona-Zeiten als Sonderregelung und später immer wieder verlängert, hatten Arbeitgeber sie als Einfallstor für Missbrauch identifiziert und ihre Abschaffung gefordert. Mit der verschärften Nachweispflicht hofft man, Fehlzeiten stärker zu begrenzen.

Was wird aus der Online-Krankschreibung per Videosprechstunde?

Zur Videosprechstunde ist im Papier des Reformpakets nichts zu finden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte der "Rheinischen Post": Es müsse sichergestellt werden, dass digitale Möglichkeiten wie Videosprechstunden mit dem behandelnden Hausarzt weiterhin möglich seien und verstärkt genutzt würden.

Bundesministerin für Gesundheit Nina Warken

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)

"Hier werden wir entsprechend des Koalitionsvertrags eine Regelung schaffen, die Missbrauch unterbindet und gleichzeitig dem Ziel folgt, für den Einstieg in die Versorgung deutlich stärker auf Digitalisierung zu setzen", sagte Warken der Düsseldorfer Zeitung.

Bei einer Videosprechstunde kann ein Arzt oder eine Ärztin online eine Krankschreibung über einen kurzen Zeitraum ausstellen. Das kann zum Beispiel der Hausarzt sein, bei dem man schon lange in Behandlung ist. Es geht aber auch anders: Patient und Arzt müssen zuvor nie Kontakt gehabt haben. Vermittelt werden solche Videosprechstunden über Apps wie Teleclinic oder die TK-Doc App der Techniker Krankenkasse, die mit Teleclinic kooperiert.

Laut dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband herrscht allerdings im Bereich der Videosprechstunden-Anbieter "Wildwuchs". "Einzelne Anbieter werben da teils aggressiv mit unkomplizierten und schnellen Krankschreibungen", so die Bundesvorsitzende des Verbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth. "Wenn irgendwo großes Missbrauchspotenzial liegt, dann bei anonymen Plattformen, die damit Profit machen und ihre Kunden nicht einmal kennen."

Was sagen Hausärzte zum geplanten Wegfall der telefonischen Krankschreibung?

Die Krankmeldung beim Arbeitgeber muss schnell erfolgen, das gilt auch heute schon. Am Morgen des Krankheitstages muss der Arbeitgeber unterrichtet werden. Wenn man nicht nachweist, dass man krank ist, kann der Arbeitgeber den Lohn kürzen. "Wer nichts unternimmt, riskiert eine Abmahnung, im Extremfall eine Kündigung", warnt Arbeitsrechtler Arndt Kempgens.

In Zukunft müsste man dann im Anschluss direkt zum Arzt, wenn eine AU ab dem ersten Tag Pflicht wird. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis - dazu verpflichtet das Primärarztgesetz. Was heißt das für den Alltag von Hausärztinnen und -ärzten?

"Angesichts der hohen Zahl an Krankmeldungen ist es nachvollziehbar, dass die Politik einen Filter vorschieben will", meint Manfred Imbert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Nordrhein. "Doch für uns Hausärzte war die telefonische Krankschreibung eine Erleichterung. Der demnächst zu erwartende Mehraufwand durch Patienten in der Praxis wird schwer zu schaffen sein. Wir ticken auch so am Limit - und wie soll das erst werden, wenn demnächst jeder dritte Arzt in Rente geht?"

Was sagen Arbeitnehmer in NRW zu den Plänen?

In Ahlen gehen die Meinungen zur Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag auseinander. Iris Kläsener kennt diese Pflicht aus ihrer Firma bereits, sieht sie aber trotzdem kritisch: Wer wirklich krank im Bett liege, erreiche nicht immer sofort eine Arztpraxis.

Ähnlich sieht es Hamza Ayata aus Ahlen, der in der Pflege arbeitet. Nicht jede Erkältung müsse direkt im Wartezimmer landen, sagt er. Zustimmung kommt dagegen von Mohammed Kasha, der im Einzelhandel arbeitet: Er sieht bei Krankschreibungen bislang Missbrauchsgefahr.

So sehen Arbeitnehmer die Reform-Pläne

Wir haben in Ahlen Meinungen zur geplanten Reform der Krankschreibung eingeholt.

Iris Kläsener

Für Iris Kläsener wäre eine Krankmeldung ab dem ersten Tag nichts Neues: In ihrer Firma im Einzelhandel ist das schon lange üblich. Trotzdem sieht sie die Regel kritisch, wenn jemand wirklich flachliegt und kaum eine Arztpraxis erreicht. Ihrer Meinung nach sollte ein Nachweis am zweiten oder dritten Tag reichen, wenn der Arbeitgeber zunächst informiert ist.

Ayata Hamza

Pfleger Hamza Ayata hält wenig von der geplanten Umstellung. Gerade bei einer kurzen Erkältung müsse nicht jeder sofort zum Arzt, sagt er. Aus seiner Sicht entlasten ein paar Tage Spielraum die Beschäftigten, aber auch Praxen und Krankenkassen.

Mohammed Kasha

Mohammed Kasha befürwortet eine Attestpflicht ab dem ersten Tag klar. Er glaubt, dass manche Beschäftigte Krankschreibungen ausnutzen, obwohl sie eigentlich gesund sind. Für ihn wäre die frühere Nachweispflicht deshalb ein gutes Mittel gegen Missbrauch.

Magdalena Landowski

Magdalena Landowski kennt Krankmeldungen auch aus ihrer Arbeit in der Buchhaltung. Für sie gilt: Wer krank ist, ist krank – bei Migräne oder starken Kopfschmerzen kann ein Tag zu Hause sinnvoll sein. Bei Grippe oder Erkältung müsse man sich aber ohnehin direkt melden und zum Arzt gehen.

Michael Wedeking

Michael Wedeking spricht sich für die ärztliche Krankschreibung ab dem ersten Tag aus. Als Berufsschullehrer sieht er regelmäßig Krankmeldungen, auch für einzelne Tage und teils von dubiosen Online-Ärzten. Deshalb fände er es richtig, wenn die Arbeitsunfähigkeit früher nachgewiesen werden müsste.

Für Iris Kläsener wäre eine Krankmeldung ab dem ersten Tag nichts Neues: In ihrer Firma im Einzelhandel ist das schon lange üblich. Trotzdem sieht sie die Regel kritisch, wenn jemand wirklich flachliegt und kaum eine Arztpraxis erreicht. Ihrer Meinung nach sollte ein Nachweis am zweiten oder dritten Tag reichen, wenn der Arbeitgeber zunächst informiert ist.

Pfleger Hamza Ayata hält wenig von der geplanten Umstellung. Gerade bei einer kurzen Erkältung müsse nicht jeder sofort zum Arzt, sagt er. Aus seiner Sicht entlasten ein paar Tage Spielraum die Beschäftigten, aber auch Praxen und Krankenkassen.

Mohammed Kasha befürwortet eine Attestpflicht ab dem ersten Tag klar. Er glaubt, dass manche Beschäftigte Krankschreibungen ausnutzen, obwohl sie eigentlich gesund sind. Für ihn wäre die frühere Nachweispflicht deshalb ein gutes Mittel gegen Missbrauch.

Magdalena Landowski kennt Krankmeldungen auch aus ihrer Arbeit in der Buchhaltung. Für sie gilt: Wer krank ist, ist krank – bei Migräne oder starken Kopfschmerzen kann ein Tag zu Hause sinnvoll sein. Bei Grippe oder Erkältung müsse man sich aber ohnehin direkt melden und zum Arzt gehen.

Michael Wedeking spricht sich für die ärztliche Krankschreibung ab dem ersten Tag aus. Als Berufsschullehrer sieht er regelmäßig Krankmeldungen, auch für einzelne Tage und teils von dubiosen Online-Ärzten. Deshalb fände er es richtig, wenn die Arbeitsunfähigkeit früher nachgewiesen werden müsste.

Was sagen Arbeitgeber in NRW zur geplanten Neuregelung?

Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, sagte dem WDR, er begrüße den Wegfall der telefonischen Krankschreibung und die Attestpflicht ab dem ersten Tag: "Die Bundesregierung erkennt erstmals an, dass die im internationalen Vergleich wirklich überdurchschnittlich hohen Krankentage in Deutschland ein wirkliches Problem für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sind," so Pöttering.

Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer der Metall- und Elektro-Industrie NRW

Johannes Pöttering

In Deutschland gebe es den höchsten Arbeitsschutz und die besten Arbeitsbedingungen im europäischen Vergleich, "aber eben auch die höchsten Ausfalltage. Pauschalisierungen sind zwar fehl am Platz, aber sich krankzuschreiben war einfach zu leicht." Wenn man wirklich krank sei, könne man sich ja dann auch mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung krankschreiben lassen.

Soll es Ausnahmen von den strengeren Regeln geben?

Bundeskanzler Merz betont, die Neuregelung sei eine harte Entscheidung gewesen. Doch Betriebe könnten von der neuen Regelung abweichen: Ausnahmen auf Betriebsebene durch Einzelvereinbarungen, Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge sollen demnach weiterhin möglich bleiben.

Unsere Quellen:

  • Programm für Aufschwung und Beschäftigung der Bundesregierung
  • Dr. Manfred Imbert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Nordrhein e.V.
  • WDR-Gespräch mit Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer Metall NRW
  • Arndt Kempgens, Arbeitsrechtler und Rechtsanwalt

Sendung: WDR5, Das Wirtschaftsmagazin, 02.07.2026, 13.34 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.07.2026, 18:45 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 02.07.2026

Kommentare zum Thema

23 Kommentare

  • 23 auweia 06.07.2026, 10:13 Uhr

    Der kleinste gemeinsame Regierungsnenner ist die arbeitenden Menschen mit unsinnigen Regeln zu gängeln. Das ist erbärmlich. Vielleicht sollte mal die Einnahmenseite betrachtet werden und z. B. mehr Finanzbeamte und Ermittler eingestellt werden. CumEx und CumCum lassen sonst unter neuem Namen zu Lasten der Steuerzahlenden grüßen.

  • 22 Thomas 06.07.2026, 08:47 Uhr

    Betrachten wir es doch einmal andersherum: Offenbar müssen viele Menschen dazu gezwungen werden, vernünftig mit ihrer Gesundheit umzugehen. Sie schleppen sich nach einem oder zwei Tagen Ausruhen immer noch halb krank zur Arbeit, anstatt sich auszukurieren. Das Gesundheitssystem wird nicht besser, sondern Stück für Stück zurückgefahren. Wir müssen auf uns selbst achten! Und die neue Reform hilft uns dabei. Ein fachkundiger Mensch (Arzt) beurteilt unseren Zustand und handelt danach. Vielleicht entwickeln wir so wieder ein Gefühl dafür, was uns wirklich gut tut. Spoiler: Das wird vermutlich den gegenteiligen Effekt dessen haben, was Herr Merz bezweckt hat, aber vielleicht ist er einfach nur der verzweifelte Vater, der den Kindern den wahren Zweck seiner Erziehung nicht erklärt. (Ironie off)

  • 21 Achja 06.07.2026, 01:54 Uhr

    Achja, weniger als 2 von 100 Krankschreibungen erfolgen telefonisch. Gut das wir 20 Millionen € an Gehältern für diese Maßnahmen verbraten, die nur dazu führen, dass noch mehr Leute sich anstecken und nicht ordentlich auskurieren können.

  • 20 Franziska 1 05.07.2026, 23:32 Uhr

    Keine große Angst, so werden die Pläne der Regierung wegen der Krankmeldung bestimmt nicht bleiben. Der Druck ist zu groß von Hausärzte, Arbeitern und anderen Kritiker. Die ungewohnte Hitze hat der Regierung zugesetzt, sie träumt von Millionen die sie bei der diktatorischen Krankmeldung einsparen könnte? Krank sein zufällig am Montag oder am Freitag, kann Zufall sein oder auch nicht. Bei einer plötzlichen Darm und Magenerkrankung als Bsp. wer schleppt sich in eine Arztpraxis? Derjenige wird beim Hausarzt anrufen um ein E-Rezept auf Karte bitten, ein Vertrauter holt das Medikament von der Apotheke. Wenn der Arzt es verweigert, dann gibt es immer noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechstunde. Klar muss jeden sein, ein Blaumacher hat beim aufmerksamen Arzt keine Chance. Aber, Ehrlichkeit und die Wahrheit siegt immer noch am Besten, falls die Regierung stur bleibt und es so kommt wie sie plant.

  • 19 Jörg Wegner (1960) 05.07.2026, 19:44 Uhr

    Die Politik des Establishments ist doch absurd : Seit weit mehr als 10 Jahren hat es in die ganze Welt voll hinausposaunt, "Wir schaffen das ! Wir haben Platz ! D wird sich verändern; ich freu mich drauf !", die Kommunen sich en masse als "Sicherere Häfen" weltweit angedient (allein auf www.seebrücke".org werben weltweit 320 Kommunen mit diesem Etikett und jetzt erklären sie massig den Finanznotstand und verlangen von den Deutschen noch mal neue Opfer Was hat denn das mit interessenorientierter Politik für sie zu tun .Das ist permanente Abzockerei . Besonders dreist ist dabei, daß besonders jetzt dort administrativ zugelangt wird, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist, also besonders bei Rentnern, die schon jetzt nur mit Almosen bei Rente und Pflege ,gemäß Art. 20 Abs. 3 GG illegal abgespeist werden l Dadurch erfüllt der Staat noch nicht einmal mehr seine Kernpflichten laut GG. Wir sind nicht die dummen Melkkühe des Politestablishments !

  • 18 Ulrike W. 05.07.2026, 18:54 Uhr

    Das ist inzwischen Status Quo der Kostenverteilung im dt.Gesundheitssystemdt. Mann, gewöhnlich in Arbeit, zahlt öffentl. Abgaben ,Frau familienmitversichert, gewöhnlich 1-2 Kinder 2. Migrant /Ausländer, tatsächlich meist arbeitslos,weil er gewöhnlich jahrelang von einer Fortbildungsmaßnahme in die nächste geschickt wird , praktisch als Kette und damit regelmäßig auch jahrelang versteckt arbeitslos ist, zahlt keine öffentl.Abgaben 4 Frauen, 6 Kinder, Frau,Kinder ,familienversichert bekommt alles gratis vom Staat gestellt,volle Gesundheitsversorgung, volle Wohnkosten, den sonst. Lebensunterhalt, sog. außergewöhnliche Mehrbedarfe.Das führt dazu, daß die Kosten explodieren und der Deutsche regelmäßig ca. 2-3 Male höhere Kosten zahlen muß, als er tatsächlich mit seiner Familie verursacht. Wenn er das administrativ ihm aufoktroyierte Spiel nicht mitmachen will, wird er zwangsgepfändet. Soll das gerecht sein , wie das Politestablishment ihm ständig einzutrichtern versucht ?

  • 17 Killt die WDRLaber-Mafia 05.07.2026, 17:09 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (Daniel)

  • 16 unnötig und unsinnig 05.07.2026, 16:55 Uhr

    Warum muss die Regierung etwas anfassen, wo es keine Probleme gibt? An vielen anderen Stellen stapeln sich die Problem unbearbeitet! Vereinbarkeit von Familie (Pflege) und Beruf, marode Infrastruktur, steigende Preise, sterbende Industrie, Klimawandel, mangelhafte öffentliche Dienstleistungen, kaputtgesparte Städte, und vieles mehr. Der Krankenstand hat leider seinen guten Grund, die Menschen sind über Jahre und Krisen mürbe und krank geworden. Statt Unterstützung und Hilfe heißt es immer wieder "musst Du alleine hinkriegen", "selbst schuld", "hast keine Hilfe verdient". Und die Arbeitgeber haben ihren gehörigen Anteil daran, Jobangst, Befristung, Leiharbeit, Stress, schlechte Arbeitsbedingungen; das macht halt krank. Die Pläne sind Bürokratieaufbau pur gepaart mit Überlastung sowie Verteuerung des Gesundheitssystems (Ärzte und Krankenhäuser). Da bleibt nur irritiertes Kopfschütteln.

    Antworten (1)
    • Gigi 06.07.2026, 08:40 Uhr

      Hallo, so Recht du mit deiner Aussage hast: Heutzutage muss man sich echt selbst organisieren. Was deinen berechtigten Einwand zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf angeht: Schau mal bei Landesprogramm NRW vorbei, da können Unternehmen so genannte Betriebliche Pflegeguides kostenlos ausbilden lassen und die Charta zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf unterzeichnen, um ihren Mitarbeitenden hier eine helfende Hand zu reichen. Das hilft bei Überlastung durch Doppelbelastung und verbessert die Sichtbarkeit von Pflege. Die Initiative kann auch aus der Belegschaft kommen, war bei uns auch so. Viel Erfolg!

  • 15 Vera Aloe Spüli 05.07.2026, 16:21 Uhr

    Menschen, die am Arbeitsplatz Wertschätzung erfahren, sind weniger krank. Die Migration der letzten zehn Jahre über sichere Drittländer hatte nicht die Wertschätzung zum Ziel. Die Merkel-CDU wollte ein große Masse an Menschen, die genötigt sind, zu prekären Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Ziel war aber nicht kleine Renten abzusichern. Nein, die Privilegien und der Wohlstand der gesellschaftlichen Oberschicht sollten gesichert werden. Das Reformpaket der aktuellen Koalition ist nur der logisch konsequente zweite Schritt. Einige Menschen müssen im Lidl die Regale einräumen und der Konzern bezahlt einen Arnold Schwarzenegger dafür, dass er sich mit einem Hochdruckreiniger im aktuellen Prospekt ablichten lässt. Wird Neuer fit, ist Musiala verletzt, hat Schlotterbeck aua? Das sind die relevanten Krankheitsfälle der deutschen Ablenkungsindustrie.

  • 14 Canasta Furie 05.07.2026, 14:43 Uhr

    Merz Worte: "Freiheit, Frieden, Wohlstand, kommen nicht von selbst". Merz will in meinen Augen keine Freiheit, er will Arbeitnehmer gängeln. Der Saunameister soll ad hoc noch 4 Aufgüsse hinten dranhängen bis das Eiweiß im Gehirn stockt u. kann die Tochter nicht pünktlich von der Kita abholen. Merz will in meinen Augen keinen Frieden, sondern steht für Aufrüstung, Lobbyinteressen der Rüstungsindustrie u. Verfestigung von Kriegsgeschehen. Merz steht auch nicht für Wohlstand, höchsten für seinen eigenen, aus Sicht eines Black-Rockers. Eine schlichte E-Mail sollte bis zum dritten Tag zur Krankmeldung genügen. Es gibt leider Arbeitgeber, die Ihre Mitarbeiter telefonisch unter Druck setzen und glauben, dass sie fernmündlich selbst Diagnosen und Behandlungswege aufzeigen können. Was für eine Anmaßung. Man kann nur hoffen, dass die Koalition über das Reformpaket in der Sommerpause ganz schwer ins Grübeln gerät.

  • 13 Christina Kaiser 05.07.2026, 13:18 Uhr

    Die Debatte geht völlig am Thema vorbei. Der Auslöser für mehr Erkrankungen und Fehltage sind strukturelle Probleme. Die sehe ich in maroden Sozial-Systemen begründet, in Reizüberflutung und Mental-load durch unkontrollierte digitale Medien und den Versuch Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, den Klimawandel und die Wetter-Extreme (Temperaturschwankungen innerhalb weniger Tage um bis zu 20°C) und den Fokus auf Profit und Wachstum in der Wirtschaft anstelle von Sinnhaftigkeit. Die Daten sind bekannt, vor allem Psychische Erkrankungen und Erkrankungen, die durch chronischen Stress ausgelöst werden nehmen zu. Eine Krankschreibung ab dem 1.Tag löst das Problem nicht, sondern verschärft es. Sie belastet die Hausärzte und damit das Gesundheitssystem zusätzlich und wird nicht für weniger Fehltage sorgen

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