Zwei Kinder schreiben "Ferien" an eine Tafel

Streit um Sommerferien Wer bekommt die begehrten Ferienwochen?

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Schon seit Jahren streiten die Bundesländer über die Verteilung der Sommerferien. Denn Bayern und Baden-Württemberg haben einen Sonderstatus, den die anderen Ländern gern beenden würden. Jetzt wird über eine Lösung verhandelt.

Jedes Jahr im Sommer machen sich Millionen Menschen auf den Weg in den Urlaub. Damit sie nicht alle gleichzeitig im Stau stehen und um die selben Unterkünfte konkurrieren, gibt es eine Ferien-Staffelung: Die Bundesländer sind in fünf Gruppen aufgeteilt, die jeweils nach einander in die Ferien starten. Die ersten beginnen schon Ende Juni, die letzten oft erst Anfang August.

Zwei Bundesländer machen nicht mit

Genau darüber gibt es seit vielen Jahren Streit unter den Bundesländern. Denn damit jedes Land mal früher und mal später starten kann, wechseln sich die Gruppen ab. Eigentlich. Denn Bayern und Baden-Württemberg verweigern sich dieser Rotation. Beide Länder haben deshalb, anders als alle anderen, feste Termine für die Sommerferien, die dort immer Ende Juli oder Anfang August beginnen.

Das ist schon seit vielen Jahrzehnten so. Eingeführt wurde die Sonderreglung damals mit der Begründung, dass Kinder in den beiden sehr landwirtschaftlich geprägten Bundesländern ihren Eltern bei der Ernte helfen müssten. Und die finde eben meist im Spätsommer statt, deshalb müssten dann Ferien sein. Ein Argument, das heute so nicht mehr passt – zumal es auch in anderen Bundesländern sehr landwirtschaftlich geprägte Regionen gibt.

Doch Bayern und Baden-Württemberg wollen ihren Sonderstatus nicht abgeben. Vor allem aus München gibt es auch in diesem Sommer wieder ein sehr deutliches Nein, berichtet der Bayerische Rundfunk. Sehr zum Ärger der anderen Bundesländer, die ihren Einwohnern gern auch mal die Möglichkeit geben würden, Urlaub in den deutlich günstigeren ersten Septemberwochen zu machen.

Ob sie diese Möglichkeit in Zukunft bekommen, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Denn gerade beraten Vertreter aller Bundesländer über die Ferientermine ab dem Jahr 2031. Bis Ende des Jahres soll eine erste Empfehlung vorliegen.

Schulministerin Feller verweist auf Prüfungen

NRWs Schulministerin Dorothee Feller (CDU) wünscht sich vor allem, "dass die Ferien so gelegt sind, dass wir ausreichend Zeit für Prüfungen haben". Denn je eher die Ferien starten, desto früher im Schuljahr finden Prüfungen statt – und desto weniger Zeit bleibt für deren Vorbereitung. Ihr sei wichtig, sagt Feller, "dass wir eine gute Regelung für alle Länder hinbekommen". Gleichzeitig will man im Schulministerium bei der aktuellen Diskussion um die Ferientermine auch die Erfahrungen der hohen Temperaturen in diesem Sommer berücksichtigen.

Opposition fordert Ende der Sonderregeln

Deutlich weniger zurückhaltend ist die Opposition im NRW-Landtag: SPD-Fraktionschef Jochen Ott fordert ein Ende der "Ferien-Sonderregelung für Bayern und Baden-Württemberg". Es könne nicht sein, dass "zwei Länder dauerhaft ihre eigenen Regeln machen". Die beiden Bundesländer müssten sich bewegen.

Ähnlich sieht das auch Franziska Müller-Rech, die schulpolitische Sprecherin der FDP im NRW-Landtag. Sie fordert "Fairness bei den Sommerferien und keine Extrawurst für Markus Söder". Unabhängig von der Termin-Debatte sei es aber auch wichtig, die "Schulen darauf einzustellen, dass es im Sommer absehbar heißer wird". Müller-Rech fordert deshalb umfassende Schulsanierungen, unter anderem mit dem Einbau von Klimaanlagen.

Eine Forderung, die so ähnlich auch von der AfD kommt. Deren schulpolitischer Sprecher Christian Blex hält die Debatte um die Ferienfrage für "völlig fehl am Platz". Er verweist darauf, dass die Sommerferien "aus gutem Grund in der heißen Jahreszeit" liegen würden, "in welcher der Unterricht ohnehin anstrengender für alle Beteiligten ist". Es brauche aber eine moderne Ausstattung und sanierte Schulgebäude, betont Blex, "um die Unterrichtsqualität auch während Hitzeperioden außerhalb der Ferien aufrechtzuerhalten".

Unsere Quellen:

  • Interview mit Schulministerin Dorothee Feller
  • Statements von SPD, AfD und FDP
  • eigene Recherche

Debatte um Sommerferien

WDR Studios NRW 24.08.2026 01:17 Min. Verfügbar bis 23.08.2028 WDR Online

Sendung: WDR.de, Debatte um Sommerferien, 24.08.2026, 5 Uhr

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