AfD gewinnt Wahl in Sachsen-Anhalt | Aktuelle Stunde

Bildquelle: REUTERS/ Fabrizio Bensch

WDR 10 Min. 53 Sek. Verfügbar bis 06.09.2028

Hochrechnung AfD gewinnt Wahl in Sachsen-Anhalt deutlich

Stand:

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD laut der Hochrechnungen von Infratest dimap klar stärkste Kraft geworden.

Laut Hochrechnung von 22.49 Uhr verdoppelt die AfD ihren Stimmenanteil auf 44 Prozent (+23,2). Die CDU steuert mit 17,4 Prozent (-19,7) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu.

FDP fliegt aus dem Landtag

Die Linke erhält 8,6 Prozent (-2,4). Die Grünen liegen bei 8,9 Prozent (+3,0). Die SPD kommt auf 9,2 Prozent (+0,8). Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht bei 5,1 Prozent. Die FDP würde mit 2,5 Prozent (-3,9) aus dem Parlament fliegen.

Demnach erhält die AfD 39 Sitze im Landtag (+16), die CDU 15 (-25). Die Linke kommt auf 8 Mandate (-4), die SPD auf 8 (-1) und die Grünen auf 8 (+2). Das BSW erhält demnach 5 Sitze (+5).

Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Regierungsbildung dürfte schwierig werden

Nach den bisherigen Ergebnissen wäre eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene. Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden. Die AfD strebt eine Alleinregierung an – dafür reichen die Stimmen laut Hochrechnungen aber nicht.

Wie geht es weiter?

Die erste Sitzung des neuen Landtages muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs. Sie alle sind aber laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis die Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss - aber wenn der erste Wahlgang angesetzt ist und scheitert, greifen Fristen für mögliche weitere Wahlgänge. 

Der Landtag hat regulär 83 Sitze, durch Ausgleichs- und Überhangmandate sitzen in dieser Legislaturperiode aber 97 Abgeordnete im Parlament.

Zwei weitere Landtagswahlen folgen

In zwei Wochen - am 20. September - folgen zwei weitere Landtagswahlen in Ostdeutschland: in Mecklenburg-Vorpommern und im Land Berlin. Die drei Abstimmungen könnten die schwarz-rote Koalition im Bund kräftig durchschütteln.

Unsere Quellen:

  • Berichterstattung ARD
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: Aktuelle Stunde, WDR Fernsehen, 06.09.2026, 18.45 Uhr
Sendung: WDR aktuell, WDR 5, 06.09.2026, 20 Uhr 

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