WDR Aktuell Olympia Sonderausgabe | 26.09.2026 | 14:45 Uhr
Bildquelle: Uwe Anspach/AFPWDR aktuell. 26.09.2026. 14 Min. 50 Sek.. Verfügbar bis 26.09.2028. WDR.
Viel Promis, Sportler und Politiker aus NRW waren am Samstag nach Baden-Baden gereist, um live bei der Verkündung dabei zu sein. Am Ende hat das Daumendrücken für die deutsche Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr Region nicht gereicht. München hatte mit Abstand die Nase vorn und darf für Deutschland ins Berwerbungsrennen für 2036, 2040 oder 2044 gehen.
Wüst: Nationale Aufgabe
Nach der offiziellen Verkündung gab es viele enttäuschte Gesichter aber auch viele faire Verlierer - allen voran NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst, der dem deutschen Olympia-Bewerber München seine volle Unterstützung zusagte. Es sei eine nationale Aufgabe, Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland zu holen.
"Der Sport hat gewonnen." NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst
"Wir wollen unseren Beitrag leisten, Olympische Spiele nach Deutschland zu holen, unseren Kindern das Geschenk zu machen, Olympia im eigenen Land zu erleben", sagte Wüst.
Köln-OB Burmester: Jetzt Kräfte bündeln
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester sieht das ähnlich. "Jetzt gilt es, alle Kräfte zu bündeln und München für die bestmöglichen Chancen im internationalen Wettbewerb zu unterstützen", sagte der SPD-Politiker, erklärte aber auch: "Natürlich hätten wir uns heute ein anderes Ergebnis gewünscht."
"KölnRheinRuhr hat mit großer Leidenschaft für seine Idee von nachhaltigen, inklusiven und mitreißenden Spielen gekämpft." Torsten Burmester, Bürgermeister von Köln
Weg vom Gigantismus
Einen anderen Ausgang der Wahl hätten sich auch die NRW-Grünen gewünscht. "Nordrhein-Westfalen hätte mit KölnRheinRuhr die Chance gehabt zu zeigen, dass Olympia auch anders geht: demokratischer, nachhaltiger und kompakter. Weg vom Gigantismus und zurück zu dem, worum es im Kern geht: um den Sport und seine verbindende Kraft", so Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender der Grünen NRW. "Jetzt drücke ich natürlich der Stadt München die Daumen für ihre Bewerbung."
FDP: Wüst hat Olympia-Bewerbung verschossen
Kritik kommt von der FDP: Olympische und Paralympische Spiele wären eine riesige Chance für Nordrhein-Westfalen gewesen", erklärte Henning Höne, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion.
"Leider hat Hendrik Wüst den Elfmeter Olympia-Bewerbung verschossen." Henning Höne, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion
Hendrik Wüst und Mona Neubaur hätten es "neben vielen Fototerminen und großen Ankündigungen versäumt, Nordrhein-Westfalen Olympia-fit zu machen". Jetzt sollten sich alle hinter München als deutschem Kandidaten versammeln.
Zu spät "All In"?
Am Ende war es eine gute Bewerbung, die zu spät aus den Startblöcken kam, findet auch WDR-Journalist Christoph Ullrich. Seinen Kommentar könnt ihr hier lesen:
Lob für NRW-Engagement
Mit der Entscheidung dürfe das Engagement für den Sport in Nordrhein-Westfalen nicht enden, mahnte Tülay Durdu, sportpolitische Sprecherin. "Die Bewerbung hat deutlich gemacht, welches Potenzial in unserer Sportlandschaft steckt – und zugleich, wo dringend Handlungsbedarf besteht."
Eindeutiges Votum
KölnRheinRuhr war mit einem Bewerbungskonzept mit 15 Kommunen und Köln als Leading City angetreten und hatte das Angebot für Spiele mit bis zu 17,6 Millionen Tickets gemacht. Bereits bei den Ratsbürgerentscheiden im April 2026 hatten sich 66 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dafür ausgesprochen, dass ihre Kommune Teil der Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele an Rhein und Ruhr sein soll.
Am Ende hat die Begeisterung nicht gereicht. Das Votum des DOSB war eindeutig - mit 91:50 hat sich München dann doch deutlich durchgesetzt.
Den Ticker zur Entscheidung könnt ihr hier noch einmal nachlesen:
Sendung: WDR Aktuell, Olympia Sonderausgabe, 29.09.2026, 14.45 Uhr
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Agentur dpa
- Staatskanzlei NRW