Nahaufnahme eines Märzenbechers im März

Service Garten Pflanze des Monats: Märzenbecher

Märzenbecher sind etwas unbekanntere Frühlingsboten. Während alle auf Tulpen und Narzissen warten, stehen sie schon längst am Start und läuten ziemlich entspannt den Frühling ein.

Märzenbecher (Leucojum vernum) sind vor allem im Garten- und Landschaftsbau echte Geheimtipps, wenn man auf nachhaltige, pflegearme Konzepte steht. Einmal eingepflanzt, kommen sie jedes Jahr wieder, breiten sich langsam aus und machen dabei kaum Arbeit. Ganz im Gegenteil, sie möchten am liebsten ungestört bleiben. Hacken und Jäten birgt das Risiko, die Märzenbecherzwiebeln zu verletzen.

Bei der Verwendung im Garten sind Märzenbecher vor allem für naturnahe Flächen spannend: unter Bäumen, an schattigen Ecken oder überall da, wo der Boden schön feucht bleibt. Perfekt also für alle, die keine Zeit oder Lust auf ständiges Gießen und Nachpflanzen haben, aber trotzdem einen Garten wollen, der kleine Schätze birgt. Wichtig ist allerdings die Standortwahl: Trockenheit vertragen sie schlecht, und auch intensive Bodenbearbeitung kann die empfindlichen Zwiebeln schädigen.

Märzenbecher wachsen vor allem in Auenwäldern und feuchten Laubmischwäldern. Größere, streng geschützte natürliche Vorkommen gibt es in Deutschland auf der fränkischen Alb und im südlichen Niedersachsen. Die Pflanze steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten. Somit darf man sie nicht einfach an Naturstandorten ausgraben, sondern sie sollte immer aus gärtnerischer Zucht erworben werden, um die natürlich vorkommenden Bestände nicht zu gefährden.

Autorin: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten – Pflanze des Monats: Märzenbecher

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 20.03.2026 7 Min. 11 Sek. Verfügbar bis 20.03.2027 WDR 5


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