Biden hat Prostata-Krebs: 65.000 Neuerkrankungen im Jahr in Deutschland

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Aktuelle Stunde 19.05.2025 32 Min. 42 Sek. UT Verfügbar bis 19.05.2027 WDR Von Meike Hendriksen

Joe Biden an Prostatakrebs erkrankt: So können Männer vorsorgen

Stand:

Der frühere US-Präsident Biden ist an Prostatakrebs erkrankt. Wie sich Männer vor der häufigsten Krebserkrankung schützen können.

Wenige Monate nachdem Joe Biden aus dem Amt als US-Präsident ausgeschieden ist, wurde bei dem 82-Jährigen Prostatakrebs diagnostiziert. Laut Bidens Büro handelt es sich um eine aggressivere und weit fortgeschrittene, aber behandelbare Form der Krankheit. Demnach hat der Krebs bei dem 82-Jährigen auf die Knochen gestreut.

Biden ist nicht der erste Prominente, der eine Prostatakrebsbehandlung öffentlich macht. Unter anderem ging der Schauspieler Robert de Niro 2003 mit seiner Erkrankung an die Öffentlichkeit. Der mittlerweile 81-Jährige konnte durch eine Behandlung vollständig geheilt werden.

Je früher die Diagnose, desto besser die Heilungschancen

Anders der ehemalige Gitarrist der britischen Band Duran Duran. 2022 wurde bei Andy Taylor Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Seitdem kämpft der mittlerweile 64-Jährige gegen die Krankheit, die nach Informationen der Band nicht mehr heilbar ist.

Ein Grund für den offenen Umgang von Biden, de Niro und Taylor mit ihrer Erkrankung ist, dass sie darauf aufmerksam machen und andere Männer ermutigen wollen, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Denn die Heilungschancen für Prostatakrebs hängen stark davon ab, in welchem Stadium die Krankheit entdeckt wird.

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG), das bis Anfang des Jahres noch Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hieß, ist Prostatakrebs mit knapp 25 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Nach den aktuellsten Informationen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) erkrankten im Jahr 2022 fast 75.000 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs.

Nach Lungenkrebs ist Prostatakrebs bei Männern auch die zweithäufigste Krebstodesursache. Laut Statistischem Bundesamt starben 2023 daran mehr als 15.000 Männer.

Was sind die Ursachen für Prostatakrebs?

Laut BIÖG "sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms und die den Verlauf beeinflussenden Faktoren im Wesentlichen unbekannt". Sicher ist demnach aber, dass sich das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken verdoppelt, wenn es eine familiäre Vorbelastung gibt.

Noch mehr spiele aber das Alter eine Rolle dafür, ob die Erkrankung auftritt. Nach Informationen des ZfKD tritt Prostatkrebs nur selten bei Männern unter 50 Jahren auf. "Das Risiko für einen 35-jährigen Mann, in den nächsten zehn Jahren zu erkranken, liegt unter 0,1 Prozent", heißt es auf der Website des ZfKD. Das eines 75-jährigen Mannes hingegen liege demnach bei etwa sieben Prozent. 

Ab wann sollten Männer sich untersuchen lassen?

Auch wenn Prostatakrebs oft erst bei fortgeschrittenem Alter auftritt, ist die Früherkennung wichtig. In Deutschland können Männer ab einem Alter von 45 Jahren jedes Jahr ihre Prostata von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen lassen. Er oder sie tastet das Organ dabei nach Unregelmäßigkeiten wie Knoten oder Verhärtungen ab.

Werden dabei verdächtige Veränderungen entdeckt, kann mithilfe eines PSA-Test abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um eine Krebserkrankung handelt. Dabei wird der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut gemessen. Wird dieser Test infolge der Tastuntersuchung durchgeführt, zahlt ihn die Krankenkasse. Wollen Patienten ihn auch ohne die Untersuchung durchführen lassen, müssen sie ihn selbst bezahlen.

"Unabhängig vom PSA-Wert können Arzt oder Ärztin bei Krebsverdacht auch zur Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) raten", heißt es in einer Information des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Wie gut sind die Heilungschancen?

Die gute Nachricht ist, dass viele Männer die Diagnose bereits in einem frühen Stadium der Krankheit erhalten. "Dann wächst der Krebs in der Regel langsam und die Prognose ist sehr gut", heißt es vom DKFZ. Nach Daten des ZfKD liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs bei 91 Prozent.

Wichtig ist dafür nur, dass Männer die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und regelmäßig zu Arzt oder Ärztin gehen. Nach Informationen des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit nehmen aber nur etwa 40 Prozent der Männer in Deutschland regelmäßig die gesetzlich geregelten Krebsfrüherkennungsuntersuchungen in Anspruch.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Das hängt stark davon ab, wie aggressiv der Tumor ist, wie früh er entdeckt wurde, wie alt der Patient ist und in welchem gesundheitlichen Gesamtzustand.

Ist die Krankheit bereits vorangeschritten und hat womöglich sogar schon gestreut, wird der Krebs oft mit einer Strahlentherapie bekämpft. Neben der Bestrahlung kommen als Behandlung auch eine Operation, eine Hormontherapie und/oder eine Chemotherapie in Frage.

Befindet sich der Krebs in einem frühen Stadium, das Karzinom ist klein und nicht aggressiv, kann die Krankheit anders behandelt werden. Oft wird dann entschieden, den Prostatakrebs ärztlich zu beobachten, ohne ihn zu entfernen. Das BIÖG nennt diese Variante "Watchful Waiting". In diesem Fall werden nur die Beschwerden behandelt.

Bei der zweiten Variante, der "Active Surveillance", wird ebenfalls nur beobachtet. Verändert sich das Karzinom jedoch - beispielsweise indem es wächst - wird mit einer Therapie begonnen, die dann wiederum Bestrahlung, OP oder Chemotherapie umfassen kann.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
  • Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD)
  • Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Statistisches Bundesamt
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

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