WhatsApp-Benutzername reservieren: So sicherst du dir deinen Wunschnamen
Bildquelle: WDR/Schieb4 Min. 8 Sek.. Verfügbar bis 30.06.2028. Von Jörg Schieb.
Das Wichtigste in Kürze
- WhatsApp-Benutzernamen können jetzt reserviert werden
- Handynummer bleibt so vor fremden Chatpartnern verborgen
- Verbraucherzentrale NRW warnt aber auch vor Betrug
- aktiv wird die neue Funktion erst im Laufe des Jahres
Jahrelang galt bei WhatsApp eine eiserne Regel: Wer jemandem per WhatsApp schreiben will, braucht zwingend die Mobilfunknummer. Und wer in eine neue Gruppe kommt, gibt seine eigene Rufnummer gleich ohne weitere Nachfrage an teilweise wildfremde Leute weiter.
Damit ist bald Schluss. Seit dem 29. Juni 2026 öffnet WhatsApp für die rund drei Milliarden Nutzer weltweit die schon lange geplante Reservierung für individuelle Benutzernamen. Bedeutet konkret: Wer mag, bekommt einen selbst gewählten Namen und wird damit in WhatsApp sichtbar anstatt mit der privaten Handynummer.
Was sich bei WhatsApp jetzt ändert
Wer nicht möchte, dass andere seine Mobilfunknummer kennen, kann das künftig vermeiden. Wer mag, legt im WhatsApp-Profil einen eigenen Benutzernamen fest.
Der Benutzername ist frei wählbar: Zwischen 3 und 35 Zeichen lang
Bildquelle: WDR/SchiebDie Menschen finden sich dann darüber und können Nachrichten austauschen, ohne dass die eigene Rufnummer je sichtbar wird. Das gilt für Einzel-Chats wie für Gruppen-Chats. Sogar bei Anrufen über die App erscheint dann der gewählte Name statt der Ziffernfolge.
Eine Sache bleibt aber: Für die Anmeldung ist weiter zwingend eine Handynummer erforderlich. WhatsApp komplett ohne Mobilnummer einrichten geht also nach wie vor nicht.
Neues WhatsApp-Feature: Warnung vor Betrug
Das neue Feature sorgt nicht nur für Begeisterung. So warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale NRW vor Betrug. Kriminellen stünde es frei, sich den Namen einer bekannten Einrichtung oder einer vertrauten Person zu geben. Daher sollte man laut den Verbraucherschützern den Benutzernamen anderer Menschen auf WhatsApp nicht blind vertrauen.
Wie die BBC berichtet, geht unter anderem Indien daher gegen das neue Feature vor. Das zuständige Ministerium argumentiert, dass die neue Funktion Onlinebetrug, Phishing und Identitätsdiebstahl erleichtern könnte. Laut BBC ist Indien mit mehr als 850 Millionen Nutzern der größte Markt für WhatsApp.
Jeden Namen gibt es nur einmal
Zur Kritik muss allerdings gesagt werden, dass es jeden Namen nur einmal gibt. Ändern oder löschen lässt sich der Name jederzeit. Die Kontakte werden dann informiert, ähnlich wie bei einem Nummernwechsel. Namen von Prominenten, Marken oder großen Organisationen sind gesperrt oder vorab reserviert.
Wer ein Unternehmen führt oder als Creator unterwegs ist, kann seinen Instagram- oder Facebook-Namen auch für WhatsApp beanspruchen. Dafür verknüpft man das WhatsApp- mit dem Meta-Konto. Achtung: Ist der Wunschname schon auf Instagram oder Facebook vergeben, ist er bei WhatsApp blockiert - außer, man koppelt die Konten und weist nach, dass er einem gehört.
So reservierst du dir deinen Benutzernamen
Einen Namen (Handle) zu reservieren und zu nutzen, sind zwei Schritte. Aktuell sichert man nur den Wunschnamen. Aktiv - also als Ersatz für die Nummer - wird der erst später im Jahr, wenn WhatsApp die Funktion Land für Land freischaltet.
Wichtigste Voraussetzung für den eigenen WhatsApp-Namen: Es muss die neueste WhatsApp-Version installiert sein. Danach auf Einstellungen gehen, das eigene Konto anwählen und dort auf "Benutzername" tippen. Dann den Wunschnamen eingeben, prüfen lassen, ob er noch verfügbar ist, speichern - fertig.
Auf manchen iPhones taucht der Punkt während des Starts auch oben über den Chats oder direkt beim Antippen des Profilbilds auf.
Falls der Menüpunkt noch nicht zu sehen ist: Der Rollout läuft in Wellen, nicht alle bekommen die Funktion am selben Tag zu sehen. WhatsApp meldet sich von selbst in der App, sobald man dran ist.
Welche Regeln für den Namen gelten
Der eigene WhatsApp-Name muss drei bis 35 Zeichen lang sein und mindestens einen Buchstaben enthalten. Erlaubt sind nur Kleinbuchstaben von a bis z, Ziffern von 0 bis 9 sowie Punkt und Unterstrich. Er darf nicht mit "www" beginnen und nicht auf eine Domain-Endung wie ".com" oder ".net" enden. Das verhindert, dass sich jemand als Webseite tarnt.
Username Key: der Schutz gegen Spam
Username Key: Kontaktaufnahme ist nur mit Schlüssel möglich
Bildquelle: WDR/SchiebEin Benutzername hat einen Haken: Kennt ihn jemand, kann er einem schreiben. Für genau diesen Fall hat WhatsApp den "Username Key" eingebaut, eine Art kurzen Zusatzcode. Wenn diese Option aktiviert ist, reicht der Name allein für eine Kontaktaufnahme nicht aus. Wer zum ersten Mal jemanden über den Benutzernamen anschreiben will, muss auch dessen Schlüssel kennen (das funktioniert dann also nur über Einladung).
Der Code ist nur beim Erstkontakt über den Namen erforderlich. Bestehende Kontakte brauchen ihn nicht.
Bringt das mehr Datenschutz?
Bei aller Euphorie lohnt der nüchterne Blick. WhatsApp feiert die Funktion als "nächstes großes Datenschutz-Upgrade". Neu ist dieses Verfahren indes nicht: Der Messenger Signal bietet das Verstecken der Nummer hinter einem Namen seit Anfang 2024 an, bei Telegram gehören öffentliche Benutzernamen seit Jahren zum Konzept. WhatsApp zieht hier nach.
Vor allem aber schützt der Benutzername nur in eine Richtung. Andere Nutzer sehen die Mobilnummer nicht mehr - Meta selbst kennt sie weiterhin. Für die Anmeldung bleibt sie Pflicht, der Konzern verknüpft sie mit dem Konto.
Und noch ein Punkt, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) betont: Es empfiehlt sich, nicht überall denselben Benutzernamen zu verwenden. Das kann zwar etwa für Selbständige oder Unternehmer sinnvoll sein. Die Profile lassen sich so aber leicht zusammenführen. Wer Wert auf Trennung legt, wählt für WhatsApp besser einen eigenen Namen.
Unterm Strich: Den Wunschnamen jetzt zu sichern, kostet nichts und schadet nicht - im Gegenteil, sonst ist er womöglich weg. Nur die Erwartung sollte realistisch bleiben. Mehr Kontrolle gegenüber fremden Chatpartnern: Ja. Mehr Privatsphäre gegenüber Meta: nein.
Unsere Quellen:
- Meta/WhatsApp
- BSI - Hinweise zur plattformübergreifenden Nutzung identischer Benutzernamen
- Verbraucherschutzzentrale NRW: Benutzernamen bei WhatsApp bieten nicht nur Vorteile, 06.07.2026
- BBC: India asks WhatsApp to pause username feature rollout over fraud concerns, 02.07.2026
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, WhatsApp-Benutzername reservieren: So sicherst du dir deinen Wunschnamen, 30.06.2026, 16:40 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 30.06.2026
