Angekündigt haben sie es schon zu Beginn des Jahres, jetzt haben die beteiligten Unternehmen sich endgültig geeinigt: Die Salzgitter AG übernimmt das Werk der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) im Duisburger Süden komplett. Thyssen Krupp Steel Europe und Vallourec geben ihre Anteile ab. "Über die Details der Einigung haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart", heißt es in einer Mitteilung der Salzgitter AG.
Jobabbau: "Schwerer, aber notwendiger Schritt"
Die Übernahme ist mit einem massiven Stellenabbau verbunden: Von den derzeit etwa 3.000 Beschäftigen sollen Ende 2028 nur 1.000 übrig bleiben. "Dies ist ein schwerer, aber notwendiger Schritt", sagt Salzgitter-Personalvorständin Birgit Dietze.
Ohne Stellenabbau wäre die alleinige Übernahme nicht möglich gewesen, das HKM-Werk hätte schließen müssen. Die Veränderungen sollten "grundsätzlich sozialverträglich" gestaltet werden, so Dietze.
Salzgitter kündigt Investitionen in die Zukunft an
Salzgitter möchte in das Werk investieren und es zukunftsfähig machen. Heißt konkret: Im Duisburger Süden soll zukünftig klimafreundlicher Stahl hergestellt werden. Hierzu solle ein sogenannter Elektrolichtbogenofen gebaut werden, bei dem Strom genutzt wird und nur wenig CO2 entsteht. Ziel sei es, "die CO2-Emissionen der Stahlproduktion langfristig um 90 Prozent zu senken", heißt es in der Salzgitter-Mitteilung.
Positive Reaktionen von Betriebsrat und IHK
Der HKM-Betriebsratsvorsitzende Marco Gasse sieht die Pläne "sehr positiv". Damit sei "die Zukunft des Standortes gewährleistet." Klar sei, "dass es im Zuge der Transformation Personalabbau geben wird". Konkrete Zahlen möchte Marco Gasse nicht kommentieren.
Auch bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK), zeigt man sich erleichtert: "Das ist ein gutes Signal für unseren Stahlstandort", sagt Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. "Die Vereinbarung zeigt: Der Gesellschafter zeigt weiterhin Verantwortung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Damit geht die Produktion an unserem Traditionsstandort weiter, auch wenn damit ein deutlicher Abbau von Personal verbunden ist."
Die Chefin der Thyssenkrupp-Stahlsparte, Marie Jaroni, sprach von einem "wichtigen Meilenstein für alle Beteiligten". TKSE könne sich jetzt auf das Stahlwerk im Duisburger Norden konzentrieren.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Salzgitter AG
- Pressestatement Sebastian Detzfelbinger, Niederrheinsche IHK
- HKM Betriebsratsvorsitzender Marco Gasse
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, Salzgitter übernimmt HKM in Duisburg komplett, 09.07.2026, 15:03 Uhr