Neun Generationen Mühlengeschichte - und jetzt entscheidet das Klima

03:16 Min. Verfügbar bis 29.07.2028

Hitze als Kostenfaktor Kann die neunte Mühlen-Generation das schaffen?

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In der Sundwiger Mühle in Hemer nutzt die Müllerfamilie Alberts seit Jahrhunderten die Wasserkraft. Doch die anhaltende Trockenheit setzt Vater Johannes und Sohn Jan jetzt zu: Wo früher Wasserkraft floss, muss heute teurer Strom zugekauft werden - und ein Ende ist nicht in Sicht.

Eigentlich sollte das Wasser im Mühlteich der Sundwiger Mühle deutlich höher stehen. Johannes Alberts zeigt auf die rote Markierung weit über dem aktuellen Pegel: "Bis hierher müsste das Wasser reichen." Doch die Trockenperioden, die Extreme werden heftiger.

Der Pegelstand vom Wasser.

Der aktuelle Wasserstand liegt weit unter dem, was die Mühle braucht, um zu laufen.

"Es frisst mich an, dass wir kein Wasser haben." Johannes Alberts, Müller

Heute Dürre, vor fünf Jahren standen die Mühle und der ganze Hof unter Wasser. Gegen Hochwasser hat sich Johannes Alberts gewappnet: Er hat das Ufer erhöht und Spundwände installiert. 12.000 Euro hat das gekostet. "Innerhalb von fünf Minuten sind wir total dicht." Gegen die Trockenheit dagegen ist er machtlos.

Stromrechnung explodiert

Weil der Mühlteich zu wenig Wasser liefert, muss die Müllerfamilie Strom zukaufen. Die Rechnung sieht Johannes Alberts auf seinem Konto: "Wenn ich Wasserkraft hätte, hätte ich eine Stromrechnung von 150 Euro im Monat. Im Moment sind wir bei 700 Euro."

Sohn Jan Alberts ist bereits die neunte Generation, die in der Mühle arbeitet. Er ist auf dem Hof groß geworden und kann sich noch an Zeiten erinnern, in denen er mit dem Floß über den Mühlteich gefahren ist. Inzwischen erlebt er zwei, drei Monate ganz ohne Wasser im Teich.

"Furztrocken, tote Fische, die da rumliegen. Es gibt einem schon ein ungutes Gefühl." Jan Alberts, Müller

Die Mehrkosten kann die Familie kaum weitergeben: Große Mühlen mahlen bis zu 1.500 Tonnen Mehl am Tag, die Sundwiger Mühle schafft an guten Tagen zwei Tonnen. "Wenn ich sage, mein Strom ist teurer geworden, sagt der Bäcker: Ich kann aber billigeres Mehl kaufen", so Alberts.

Zwei Männer in einem Hofladen

In seinem Hofladen verkauft Johannes Alberts sein Mehl.

Ohne Umorientierung läuft es nicht mehr

Vater und Sohn Alberts in Sundwig arbeiten trotz der Folgen durch die Klimakrise weiter. Neben ihrer Mühle betreiben sie mittlerweile einen Hofladen und sie verkaufen Tierfutter. Beides sind gute Geschäftszweige geworden - ohne die es in Zeiten des Klimawandels nicht mehr geht.

Unsere Quellen:

  • Johannes Alberts, Müller
  • Jan Alberts, Müller
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Neun Generationen Mühlengeschichte - und jetzt entscheidet das Wetter, 30.07.2026, 05:01 Uhr

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