Bienen streicheln statt Angst haben

Bildquelle: Edith Stecker

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 30.07.2028

Ausflugstipp Archäologiepark Höxter Bienen streicheln statt Angst haben

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Honig direkt aus der Wabe naschen, einer Biene ganz vorsichtig über den Rücken streichen und dabei erfahren, wie ein Bienenvolk funktioniert: Im Imkergarten des Archäologieparks Höxter kommen Besucherinnen und Besucher den Honigsammlerinnen so nah wie kaum irgendwo sonst. Ein Ausflug, der Berührungsängste abbaut und garantiert in Erinnerung bleibt.

"Keine Angst, wir schauen uns das erst einmal ganz in Ruhe an." Mit diesen Worten begrüßt Imker Hubert Otto die Kinder am Schaukasten. Hinter Glas herrscht Hochbetrieb: Arbeiterinnen fliegen ein und aus, lagern Nektar ein und versorgen den Nachwuchs. Der Imker zeigt, wo sich die Kinderstube befindet, wo Honig eingelagert wird und wie perfekt ein Bienenvolk organisiert ist.

der göffnete Schaukasten mit den Kindern herum

Erst wird am Schaukasten erklärt, wie ein Bienenvolk lebt.

Bildquelle: Edith Stecker

Schnell wird klar: Hier geht es nicht nur ums Zuschauen: Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Wie viele Bienen leben in einem Stock? Wie viel Honig steckt eigentlich in einer Wabe? Die Antwort überrascht viele: Ist eine Wabe voll, können daraus etwa vier Gläser Honig gewonnen werden.

20.000 Bienen - und plötzlich ganz nah

Dann kommt der Moment, auf den alle gewartet haben. Die Schutzschleier werden aufgesetzt und schon geht es hinaus an den Bienenstock.

Kinder nebeneinander lächelnd mit Bieneschützhüten

Die Kinder rüsten sich mit Schutzschleiern aus.

Bildquelle: Edith Stecker

Hubert Otto öffnet vorsichtig den Deckel, zieht eine Wabe heraus und hält sie den Kindern entgegen. Darauf sitzen rund 2.500 Bienen. Statt hektischem Summen herrscht plötzlich Stille. Alle beobachten gebannt, wie ruhig die Tiere bleiben.

eine Warbe wird hervorgeholt

Imker Hubert Otto zieht eine Wabe heraus. Darauf sitzen 2.500 Bienen.

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"Wir haben ein besonders zahmes Bienenvolk. Das war jahrelange Arbeit, die so zu züchten." Hubert Otto, Imker

Nur wenig später dürfen die Kinder Honig direkt aus der Wabe probieren. Frischer geht es kaum. Warm, aromatisch und deutlich intensiver als aus dem Glas: ein Geschmack, den viele zum ersten Mal erleben.

Wie fühlt sich eigentlich eine Biene an?

Der eigentliche Höhepunkt kommt erst danach: Ganz vorsichtig streichen die Kinder mit den Fingern über die Bienen. "Die waren warm und weich", erzählt ein Mädchen anschließend. "Ganz flauschig", ergänzt ein Junge. Angst habe er nicht gehabt. Sein Opa sei schließlich auch Imker.

Eines der Kinder traut sich unter Anlitung die Bienen zu berühren

Bienen streicheln ist das Highlight des Besuchs.

Bildquelle: Edith Stecker

Genau solche Momente sind es, die Hubert Otto wichtig sind. Seit vielen Jahren erklärt er Schulklassen, Familien und Geburtstagsgruppen das Leben der Honigbienen. Die Völker im Imkergarten wurden bewusst ausgewählt, weil sie besonders friedlich sind.

"Ich will Kindern und Erwachsenen damit zeigen, dass Bienen keine Monster sind!" Hubert Otto, Imker

Trotzdem gilt: Respekt vor den Tieren gehört immer dazu. Einen fremden Bienenstock würde auch der erfahrene Imker niemals ohne Schutzkleidung öffnen.

Ein Garten mit viel Herzblut

Der Imkergarten selbst entstand zur Landesgartenschau 2023 - mit unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit des Kreisimkervereins Höxter. Wo früher eine brachliegende Fläche war, blühen heute Stauden, Kräuter und Blühpflanzen. Das charakteristische Pflaster in Wabenform erinnert schon auf den ersten Blick daran, worum es hier geht. Während der Landesgartenschau entwickelte sich der Garten schnell zu einem Besuchermagneten.

Mehr als nur Honig

Wer den Imkergarten besucht, kann noch mehr erleben. Neben Führungen bieten die Imker Workshops an, bei denen Kerzen aus Bienenwachs gegossen oder Frischhaltetücher aus Wachs hergestellt werden. Besonders beliebt sind inzwischen auch Kindergeburtstage zwischen den Bienenstöcken.

Hubert Otto hält eine Warbe in der Hand

Hubert Otto bietet ein besonders nahes Erlebnis mit Bienen an.

Bildquelle: Edith Stecker

Und selbst ohne Führung lohnt sich ein Rundgang. Schautafeln erklären die wichtigsten Zusammenhänge, Schaukästen geben Einblicke in das Innenleben eines Bienenvolkes und rundherum lädt der Archäologiepark zu weiteren Entdeckungen ein. Kinder können auf dem großen Spielplatz toben, im Archäologie-Sandkasten graben oder mit einem Tablet durch die versunkene mittelalterliche Stadt spazieren.

Eine Bienewarbe

Den Bienen so nah sein wie möglich: Das geht hier in Höxter.

Bildquelle: Edith Stecker

Am Ende nehmen viele Besucherinnen und Besucher mehr mit als nur ein paar spannende Fakten über Honigbienen. Sie gehen mit einem neuen Blick auf ein Tier nach Hause, vor dem viele zunächst Respekt oder sogar Angst hatten. Und mit der überraschenden Erkenntnis, dass sich eine Biene tatsächlich weich anfühlen kann.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche der Reporterin vor Ort
  • Huxarium Gartenpark Höxter
  • Imker Hubert Otto

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 17.07.2026, 19:30 Uhr

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