Musikkritiker Hugo Wolf kann ziemlich gnadenlos austeilen. Dann wechselt er die Seiten – und schreibt im Schaffensrausch 53 Mörike-Lieder. Kleine Form, ganz groß.
Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: meisterstuecke@wdr.de
Team hinter dieser Folge:
Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Hugo Wolf ist als Musikkritiker für seine bissigen Urteile berüchtigt. Mit 27 kündigt er den Job und konzentriert sich aufs Komponieren. Kurz darauf gerät er mit den Gedichten Eduard Mörikes in eine regelrechte „Componier-Wuth“: An manchen Tagen entstehen gleich zwei oder drei Lieder. Wolf macht aus den Texten musikalische Miniaturdramen – psychologisch genau, harmonisch kühn und immer wieder überraschend witzig. Auch das Klavier erzählt dabei kräftig mit. Im letzten Lied „Abschied“ dreht Wolf den Spieß schließlich um: Ein Musikkritiker bekommt einen Tritt und purzelt die Treppe hinunter. So kann man die Seiten auch wechseln.
Wenn dir die Musik von Hugo Wolf gefällt, solltest du unbedingt auch Schuberts „Winterreise“ hören, einen der großen Gipfel des Kunstlieds, oder Schumanns Liederkreis op. 24. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Hugo Wolf:
Mörike-LiederDietrich Fischer-Dieskau, Bariton
Daniel Barenboim, Klavier
(Deutsche Grammophon)
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