Kitsch-Radar einschalten: In Mascagnis „Cavalleria rusticana“ schluchzen die Streicher und kochen die Leidenschaften von Bauern über. Doch immer wieder zerreißt Mascagni die schöne Dorfidylle – bis zur Katastrophe ...
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Nick-Martin Sternitzke
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Ein Opernwettbewerb soll Pietro Mascagni endlich den Durchbruch bringen. Für neun Lire kauft er einen Wecker, damit er frühmorgens an „Cavalleria rusticana“ schreiben kann – bis sein neugeborenes Kind den Weckdienst übernimmt. Das Ergebnis macht ihn schlagartig zum Star. Statt Königen und Göttern zeigt Mascagni Bauern auf Sizilien, Eifersucht und eine Dorfgemeinschaft, die ihre Ordnung bis aufs Blut verteidigt. Verismo also. Nur klingt diese Welt oft verdächtig schön: Osterchöre, Streicher-Schmelz, das berühmte Intermezzo. Mascagni lässt das Kitsch-Radar ausschlagen – und setzt immer wieder harte Schnitte dagegen.
Wenn dir die Musik von Pietro Mascagni gefällt, solltest du unbedingt auch Puccinis „La Bohème“ hören – dort stehen ebenfalls Figuren ohne Rang und Titel im Zentrum, und aus ihrem Leben wird großes Musiktheater. Oder Verdis „Rigoletto“, wenn du erleben willst, wie italienische Oper schon eine Generation zuvor gesellschaftliche Außenseiter in einer gnadenlosen Welt auf die Bühne bringt. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Pietro Mascagni:
Cavalleria rusticanaCarlo Bergonzi (Turiddu), Fiorenza Cossotto (Santuzza), Adriane Martino (Lola), Maria Gracia Allegri (Lucia), Giangiacomo Guelfi (Alfio)
Chor und Orchester der Mailänder Scala
Herbert von Karajan (Leitung)
(Deutsche Grammophon)
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