Wie steht es um die Regiotram in Aachen? Neue Pläne zum ÖPNV-Projekt bringen Aufschluss.
Bildquelle: AVVWDR. 2 Min. 53 Sek.. Verfügbar bis 17.09.2028.
Bahnen zwischen Aachen und Baesweiler : Wie steht es um die Regiotram?
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Bahnen statt Busse und das dann alle 7,5 Minuten. Das ist ein Versprechen der Regiotram-Planungen. Sie soll zukünftig die Aachener Innenstadt mit Würselen, Alsdorf, Baesweiler und Merzbrück verbinden. Am Mittwochabend ging es im Aachener Rathaus auch um die Finanzierung.
Wann kommt die nächste Tram? Diese Frage wird es in Aachen und den Regionsstädten der Zukunft geben. Im Hier und Jetzt müssen aber noch andere Fragen in Bezug auf das ÖPNV-Projekt beantwortet werden: Wie geht es mit den Planungen weiter? Am Mittwochabend wurden weitere Schritte für die Planungen im Aachener Stadtrat ermöglicht. Auch die anderen Kommunen, durch die die Tram mal fahren soll, müssen sich an der Planung beteiligen: Baesweiler, Alsdorf und Würselen. Eines steht auf jeden Fall fest: Es wird auf jede Fall teurer als ursprünglich geplant.
In einer Machbarkeitsstudie von 2021 war bereits von 330 Millionen Euro die Rede, die das Projekt mal kosten wird. Diese Zahl dürfte sich laut Stadtverwaltung aber noch deutlich erhöhen. Auch, weil die Kosten für den Betriebshof und die Züge damals darin noch nicht enthalten waren. Eine neue Kostenschätzung wird im kommenden Frühjahr erwartet.
Regiotram Aachen: Wann rollen die ersten Züge?
Die Regiotram soll nach jetzigen Planungen Mitte der 2030er Jahre durch die Städteregion Aachen rollen. Über die genaue Streckenführung zwischen Baesweiler und Aachen wird aber noch diskutiert. Zum Beispiel darüber, wo der neue Betriebshof für die Regiotram genau entstehen soll oder welche Züge konkret angeschafft werden. Erst wenn das alles klar ist, kann die Politik entsprechende Förderanträge stellen an Land und Bund. Alleine stemmen können die Kommunen das Megaprojekt nicht.
Aachen: Informationsstand zur Regiotram
Die Aachener sehen die Pläne zu dem Projekt mit einer Mischung aus Zustimmung und Skepsis. Grundsätzlich wünschen sich viele wieder eine Bahn in Aachen. Denn die Alteingesessenen erinnern sich noch an die Straßenbahn, die bis in die 70er Jahre durch Stadt fuhr. Aber die Streckenführung sagt nicht jedem zu. Bernd-Ulrich Groß ist Rentner und hat sich am Donnerstag an einem Infostand zur Regiotram in der Innenstadt erkundigt.
"Prinzipiell wunderbar. Aber von der Strecke her zu wenig. Man sieht das ja in Lüttich, was die Tram da bewirkt hat, die mitten durch die Stadt geht. Und das hier ist ja nur eine Versorgung der Nordgebiete von Aachen. Das ist okay, aber nicht das, was ich mir unter einer Regiotram vorstelle." Ulrich Groß
Planungen zur Regiotram: Es gibt auch Probleme
Aber auch bei der Planung der jetzt vorgesehenen Strecke der Regiotram gibt es immer wieder neue Hürden, die genommen werden müssen. Etwa in Sachen Naturschutz. So wurde in Würselen erst kürzlich medienwirksam diskutiert, wo die genaue Trasse im Stadtgebiet an der B57 entlang führen soll. Östlich oder westlich? Ursprünglich hatten die Planer nämlich die Ostseite im Blick.
Doch weil dort plötzlich mehrere geschützte Tierarten wie Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz auftauchten, wurde umgeplant. Also entschied man sich kurzerhand die Trasse westlich verlaufen zu lassen. Doch auch dort gibt es möglicherweise geschützte Tierarten und Baumalleen, die man erhalten will.
Straßenbahn durch Aachen und Alsdorf: Streckenführung schwierig
Doch die jetzt beschlossene Alternative führt zu einem weiteren Problem. Nur wenige Kilometer weiter liegt die rund 15 Tonnen schwere Steinkohlehalde Anna 1. Ein Relikt aus längst vergangenen Bergbautagen, das zumindest teilweise abgebaggert werden müsste, damit die Regiotram die Engstelle zwischen Schloss Ottenfeld und dem Alsdorfer Tierpark passieren könnte.
Busverkehr in Aachen: In Zukunft sollen manche von ihnen durch Straßenbahnen ersetzt werden.
Bildquelle: WDR/Oliver Hamacher-BaumannSchon in einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2023 war den Planern klar, dass die Halde und ihr Umfeld ein Problem darstellen. Neben besagter Halde steht hier nämlich auch eine denkmalgeschützte Ölmühle und ein Elektrofachgeschäft. Die Kosten, um das Problem zu lösen, dürften nicht unerheblich sein, auch wenn sich die beteiligten Akteure aktuell nicht auf eine genaue Zahl festlegen wollen. Und so dürften die Kosten für die Regiotram weiter steigen. Die Preise für Material, Betriebshof und Bauarbeiter werden es auf jeden Fall.
Regiotram ab 2035?
Die Lösung all dieser Probleme beim Bau der Regiotram wird die beteiligten Kommunen viel Zeit und Kraft kosten. Ob die Regiotram, wie ursprünglich geplant, tatsächlich schon ab 2035 von Aachen nach Baesweiler fahren wird, wagt deshalb noch niemand vorherzusagen.
Unsere Quellen:
- Bisherige WDR-Berichterstattung
- Projektseite (extern)
- WDR-Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern am Regiotram-Informationsstand
Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 17.09.2026, 12:31 Uhr