Luftbild der Ausgrabungsfläche, darauf verschiedene Gruben und Planen.

An den Reihen der Ausgrabungslöcher erkennt man noch heute die Standorte der germanischen Häuser.

Überraschende Ausgrabungen Wie bedeutend war Bielefeld vor 1.800 Jahren?

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Wo heute in Bielefeld-Sieker eine neue Grundschule entstehen soll, lebten offenbar schon vor rund 1.800 Jahren hunderte Menschen. Archäologen haben in Bielefeld-Sieker eine außergewöhnlich große germanische Siedlung freigelegt. Die Funde zeigen: Der Ort war offenbar deutlich bedeutender, als lange angenommen.

Wer heute durch Bielefeld-Sieker spaziert, denkt vermutlich nicht an Römer oder germanische Häuser. Doch genau dort befand sich zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert offenbar eine der wichtigsten Siedlungen der Region.

Ein Grabungsmitarbeiter legt eine Verfärbung frei.

Grabungsmitarbeiter Ristam Abdo legt eine der Verfärbungen frei. Sie zeigt den Standort eines ehemaligen Holzpfostens.

Nach mehreren Monaten Ausgrabung haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ihre Arbeiten beendet. Freigelegt wurden die Spuren von mindestens 30 Häusern, manche bis zu 30 Meter lang und 8 Meter breit. Dazu kamen Nebengebäude und kleinere Grubenhäuser. Während die meisten Menschen damals in kleinen Hofgruppen oder einzelnen Gehöften lebten, gab es in Sieker offenbar eine ungewöhnlich große Ansiedlung. Für die Archäologen ist deshalb nun klar: Die Siedlung war ein bedeutendes Zentrum für die damalige Region.

Warum ausgerechnet Sieker?

Ein entscheidender Vorteil war offenbar die Lage. Durch die Siedlung floss damals der Mühlenbach und sorgte ganzjährig für Wasser. Gleichtzeitig boten die fruchtbaren Böden gute Bedingung für Landwirtschaft.

Hinzu kam eine wichtige Verkehrsverbindung: der sogenannte Römerpass. Über diese Route gelangten römische Truppen einst Richtung Weser. Auch nach dem Rückzug der Römer blieb der Weg offenbar als Handelsroute bestehen.

Kleine Münze liefert großen Hinweis

Auf den Handel deuten auch römische Münzen und weitere Funde hin. Die Menschen in Sieker könnten landwirtschaftliche Überschüsse an Reisende verkauft und so Wohlstand erwirtschaftet haben.

Vier Personen graben in einer Baugrube.

Das Grabungsteam findet Überreste aus der Römerzeit im Baustellenboden.

Besonders wichtig für die Forschung ist eine kleine römische Münze aus dem 2. Jahrhundert. Sie wurde in einem ehemaligen Pfostenloch eines Hauses gefunden und hilft den Archäologen dabei, den Bau des Gebäudes zeitlich genau einzuordnen.

Warum verschwand die Siedlung?

Noch sind viele Fragen offen. Mit dem Untergang des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert brachen wichtige Handels- und Verkehrswege weg. Möglicherweise verlor die Siedlung dadurch ihre Bedeutung und wurde schließlich aufgegeben.

Grabungen in Sieker zeigen 1.800 Jahre alte Siedlung

WDR 23.07.2026 00:26 Min. Verfügbar bis 22.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
  • Gespräch mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 23.07.2027, 12:30 Uhr

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