Tag der Wohnungslosen: Eugen will endlich wieder ein Zuhause

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WDR 4 Min. 1 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028

Tag der Wohnungslosen Eugen will endlich wieder ein Zuhause

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Job, Familie, Wohnung: Eugen hatte all das. Heute hat er nichts davon und weiß morgens oft nicht, wo er abends schlafen wird.

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Tim Belke

Zielsicher drückt Eugen eine Klingel auf dem großen Klingelbrett eines Mietshauses in Bielefeld-Brackwede. Die Tür summt, wenig später steht Eugen vor der Wohnung seines Freundes Javad. "Das ist mein zweites Unterschlupfloch", sagt Eugen. Ein paar Habseligkeiten hat er hier untergebracht und einen Schlafsack.

Eugen und Javad begrüßen sich an der Wohnungstür

Eugen ist bei seinem Freund Javad immer willkommen.

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"Ich helfe gerne wohnungslosen Personen", sagt Javad. "Aber nur welchen mit Herz." Eugen lacht, als Javad das erzählt. Die beiden haben sich beim Bielefelder Tisch kennengelernt, der Suppenküche, die Eugen regelmäßig besucht. "Es war Liebe auf den ersten Blick", lacht Eugen.

Wie Eugen seine Wohnung verlor

Wenn Eugen hier schläft, dann meist auf dem Boden. Javads Wohnung ist spärlich eingerichtet. Aber sein Freund hat immerhin eine eigene Wohnung. Eugen nicht.

Schon seit drei Jahren habe er keinen Strom mehr gehabt, erzählt der 51-Jährige. Stadtwerke und Vermieter hätten sich gegenseitig die Schuld dafür gegeben. Die erste fristlose Kündigung habe er bekommen, weil er die Miete nicht rechtzeitig bezahlt habe. Es folgten weitere Kündigungen, schließlich eine Zwangsräumung.

Zahl der Wohnungslosen steigt

Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland waren laut dem jüngsten Wohnungslosenbericht der Bundesregierung im Jahr 2024 wohnungslos. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. geht von doppelt so hohen Zahlen aus.

Eugen auf dem Kesselbrink

Auf dem Bielefelder Kesselbrink trifft Eugen Bekannte.

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Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Expertinnen und Experten sind sich einig, dass dies auch daran liegt, dass es immer weniger Sozialwohnungen gibt und prognostizieren einen weiteren Anstieg der Zahlen.

Vom Familienvater zum Wohnungslosen

Nach der Schule macht Eugen eine Ausbildung, danach geht er zur Bundeswehr. Schon dort beginnt er zu trinken, erzählt er. Trotzdem hat er lange einen Job als Gabelstaplerfahrer und gründet eine Familie. Doch die Beziehung zerbricht. Seine Tochter kommt in eine Pflegefamilie. Für Eugen ist das der Wendepunkt: Er trinkt immer mehr, verliert seinen Job und gerät in eine Depression.

Eugen sitzt an einer Bahn-Haltestelle
"Ich hatte mal bessere Zeiten. Ich hatte mal Familie, ein wunderbares Kind, einen geilen Job. Alles weg." Eugen, Wohnungsloser

Der Wunsch nach einem eigenen Zuhause

Der Verlust der Wohnung ist für Eugen schließlich das Ende einer langen Kette von Krisen. Alleine bekomme er seine Probleme nicht in den Griff, sagt er selbst. Mehrmals habe er versucht, vom Alkohol loszukommen, zwei Therapien und mehrere Entgiftungen hinter sich gebracht - ohne Erfolg. Derzeit fehle ihm der Antrieb, sein Leben umzukrempeln.

Dennoch wünscht Eugen sich, endlich wieder eine eigene Wohnung zu haben. "Strom, Küche und fließend Warmwasser, das wäre ein Jackpot", sagt er.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Tag der Wohnungslosen: Eugen will endlich wieder ein Zuhause, 11.09.2026, 05:01 Uhr

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