Immer mehr Jugendliche rauchen
WDR. 02:31 Min.. Verfügbar bis 26.05.2028.
Neue alarmierende Studie : Immer mehr Jugendliche rauchen und vapen
Stand:
Rauchen und Vapen werden bei Jugendlichen wieder beliebter. Experten warnen vor gesundheitlichen Risiken.
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Jetzt mitdiskutierenUm 9:30 Uhr ist vor dem Berufskolleg an der Kölner Richard-Wagner-Straße kaum noch ein Durchkommen. Große Pause. Gruppen stehen dicht beieinander, Rauch liegt in der Luft. Viele Jugendliche rauchen. Andere ziehen an bunten Vapes. Für manche gehört die Zigarette zur Pause inzwischen genauso dazu wie das Handy in der Hand.
Jugend qualmt
Gesundheitsexperten beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck und Johannes Nießen vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit haben das Rauchverhalten junger Menschen untersuchen lassen. Das Ergebnis zeigt, dass Jugendliche wieder häufiger zu Nikotinprodukten greifen als noch vor einigen Jahren.
Neue Studie: Vapes auf dem Vormarsch
Vor allem E-Zigaretten legen deutlich zu. Laut der Untersuchung nutzen inzwischen knapp 7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Vapes. Auch sogenannte Nikotinbeutel spielen eine immer größere Rolle. Sie werden unter die Lippe geschoben und gelten vielen Jugendlichen als unauffällige Alternative zur Zigarette.
Eine gute Nachricht gibt es dabei: Während Jugendliche wieder häufiger zu Zigaretten und Vapes greifen, rauchen junge Erwachsene etwas seltener als noch vor wenigen Jahren. Bei den 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil der Rauchenden laut der Untersuchung von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent.
Experten sehen trotzdem eine gefährliche Entwicklung. Viele junge Menschen unterschätzen offenbar die Risiken von Vapes.
Experten warnen vor Gesundheitsrisiken
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck haben die Studienergebnisse vorgestellt.
E-Zigaretten seien längst kein harmloser Trend, sagt Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck. Inhaltsstoffe und Zusatzstoffe könnten gesundheitsschädlich sein. Gemeinsam mit Johannes Nießen fordert er strengere Regeln für Aromen, Verpackungen und Werbung.
Am Berufskolleg in Köln überrascht die Entwicklung kaum jemanden. Viele Jugendliche erzählen, dass sie aus Neugier oder wegen des Gruppendrucks mit dem Rauchen oder Vapen angefangen hätten. Einige sagen auch, sie hätten schon versucht, aufzuhören. Bislang allerdings ohne Erfolg.
Unsere Quellen:
- aktuelle Studie des BIÖG
- Schüler des Berufskollegs an der Richard-Wagner-Straße
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 26.05.2026, 19:30 Uhr

6 Kommentare
Kommentar 6: Andre Schäfer schreibt am 27.05.2026, 11:18 Uhr :
Bevor hier überhaupt über Verbote diskutiert wird, muss in den Köpfen der Politiker erst mal verankert werden, dass Rauchen eine echte Sucht und eben nicht nur eine dumme Angewohnheit ist, welche man sich mit Leichtigkeit wieder abgewöhnen kann. Was ein Verbot angeht: Tabak gehört entweder generell verboten - Asbest, krebserregend, verboten; Benzol, krebserregend, verboten, Pflicht zur Absaugung an jeder Zapfsäule; Tabak hingegen, laut Pflichtwarnhinweis "enthält über 70 Stoffe die erwiesenermaßen krebserregend sind" weiterhin erlaubt. Oder aber, die Raucher gehören künftig breit akzeptiert, statt überall weg gesperrt und angeprangert. Denn die Nichtruacher können sich gerne mal ausrechen, was sie für eine MwSt zahlen dürften, würde die Tabaksteuer infolge eines generellen Verbots komplett wegfallen ...
Kommentar 5: Hugo schreibt am 26.05.2026, 20:52 Uhr :
Und vor diesem Hintergrund frage ich mich zum x-ten Male: warum zahlen kinderlose Menschen eigentlich immer noch einen höheren Beitrag in die Pflegekasse? Zum einen sehe ich darin einen eklatanten Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Zum anderen können nicht vorhandene Kinder auch keine Kosten verursachen.
Antwort von Thomas aus Detmold , geschrieben am 27.05.2026, 14:07 Uhr :
„Zum anderen können nicht vorhandene Kinder auch keine Kosten verursachen.“ - Sehr richtig! Dem Staat entstehen keine Kosten durch Kindergeld, BAföG udgl., die Kitas sind ohnehin überlastet, die Schulklassen sind zu groß. Nicht Geborene können zudem weder konventionell noch elektrisch rauchen... - Ach ja, noch etwas: Arbeitslose (darunter befinden sich bereits infolge KI-Einführung Entlassene) können ihren Eltern keine Renten zahlen.
Kommentar 4: G.Essers schreibt am 26.05.2026, 19:13 Uhr :
Bitte mal den Bericht Dr Bernd Mayer von der Uni Graz zeigen. Der zerfleddert ihn in der Luft. Wieder Maßlos übertriebe nagative Darstellung der E-Zigarette. Auch Seitens Dr Esser.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 27.05.2026, 10:09 Uhr :
Dr. Bernd Mayer bestätigt ebenfalls die schädliche Wirkung von E-Zigaretten. Er sieht es aber als "kleineres Übel" im Vergleich zum klassischen Rauchen. Beides ist richtig: E-Zigaretten sind schädlich. Aber aus Sicht von Dr. Mayer vor allem für Raucher eine Alternative zum Tabakrauchen, da hier noch mehr krebserregende Schadstoffe aufgenommen werden. Es geht also um Schadensminimierung durch E-Zigaretten. Das heißt aber nicht, dass sie nicht trotzdem schädlich und vor allem für Jugendliche bedenklich sind.
Kommentar 3: Hugo schreibt am 26.05.2026, 19:06 Uhr :
Warum wurde son Zeug überhaupt für den deutschen bzw. europäischen zugelassen? Man muss weder Chemiker noch Hellseher sein, um den Verlauf der Konsumkurve ab Markteinführung zumindest in groben Zügen zu erahnen. Würde sagen, die verantwortlichen Personen haben mal wieder wunderbar Mittagsschlaf gehalten
Kommentar 2: Leonard schreibt am 26.05.2026, 17:06 Uhr :
Kein Wunder, wie wäre es denn mal mit einem entschlossenen Vorgehen gegen Werbung und Verfügbarkeit, wie z.B. in den Niederlanden oder Schweden oder Großbrittanien. Da müsste man sich natürlich mit der Lobby der Tabakindustrie anlegen, scheint bei uns unmöglich zu sein. Gewinne auf Kosten der Gesundheit junger Menschen und Politik schaut zu.
Kommentar 1: Thomas aus Detmold schreibt am 26.05.2026, 16:26 Uhr :
Ich bin zwar selbst nicht betroffen - ich war schon immer Nichtraucher -, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, einmal zu fragen, warum immer wieder neue Amerikanismen erfunden werden müssen. „vapen“ auf deutsch? Vorschlag: e-Rauchen. Man nennt die Dinger ja schließlich E-Zigaretten, und herkömmliche Zigaretten werden weder gesmokt noch gevapt. Ich bin alles Andere nur kein DDR-Übertreiber und erst recht kein genereller Fremdwortfeind, aber irgendwann wird es doch zu viel mit dieser ausufernden Modeamerikanismenflut.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 27.05.2026, 10:00 Uhr :
Nachvollziehbar, natürlich gibt es auch deutsche Alternativen. Manche Begriffe sind aber durch die Verwendung in der Alltagssprache so gängig geworden, dass die Verwendung anderer Begriffe nicht immer zum besseren Verständnis führt.
Antwort von Andre Schäfer , geschrieben am 27.05.2026, 11:12 Uhr :
@wdr.de Viele dieser Begriffe sind aber vor allem deshalb in der Alltagssprache so gängig geworden, weil die Medien, also auch ihr, sie von Beginn einfach stumpf verwenden, ohne sich überhaupt den Gedanken zu machen, ob es dafür auch ein deutsches Wort gibt. Das finde ich, gelinde gesagt, traurig. Denn man sollte meinen, dass gerade den deutschen Medien am Gebrauch der deutschen Sprache gelegen sein sollte ...