Urzeit-Wale in Lippe

Bildquelle: WDR/Annika Krooß

WDR 3 Min. 17 Sek. Verfügbar bis 25.09.2028

Urzeit-Wale in Lippe "Es geht hier um mehr als staubige alte Knochen"

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Wo heute NRW liegt, war vor Millionen von Jahren noch ein Meer. Eine Ausstellung in Detmold zeigt dessen riesige Bewohner.

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Annika Krooß

Es gibt wieder Wale in Ostwestfalen-Lippe. Die Meeressäuger sind gut 10 Millionen Jahre alt und die Stars einer neuen Paläontologischen Ausstellung im Lippischen Landesmuseum in Detmold. Sie gehört zu einer Reihe, die zeigt, wie sich das Leben in NRW über Millionen von Jahren gewandelt hat. Auf die Besucher warten unter anderem ein Robben-Fossil aus NRW und der Schädel einer Seekuh aus Bünde.

Zwei große Walskelette hängen in einem Ausstellungsraum, an den Wänden sind Illustrationen von Meerestieren zu sehen.

„überLeben – Walheimat Urmeer“ – so heißt die Ausstellung. Sie ist bis April kommenden Jahres im Lippischen Landesmuseum in Detmold zu sehen.

Bildquelle: WDR/Annika Krooß

Zwischen den Dinosauriern und der Eiszeit

In NRW erstreckten sich damals zwei Meeresarme: einer im Niederrheingebiet, der andere in Westfalen. Es gab Sümpfe und Urwälder, das Klima war mediterran, vergleichbar mit dem Klima im heutigen Südeuropa. Konserviert in verschiedenen Gesteinsschichten erzählen die Fossilien die Geschichte der urzeitlichen Meerestiere. Die Besucher sollen eintauchen in diese Zeit und an interaktiven Stationen, wie zum Beispiel an einem Geo-Sandkasten oder mit einer VR-Brille selbst entdecken, welche Rolle das Klima und die Umwelt dabei gespielt haben.

"Wir wollen zeigen, dass Paläontologie eine ganz kreative, lebendige Disziplin ist. Wir brauchen Fantasie und müssen uns das Tier als lebendes Tier vorstellen, um überhaupt erstmal unsere Arbeit machen zu können." Denis Theda, Kurator Lippisches Landesmuseum

Der wohl größte Hingucker der Ausstellung ist der Kervenheimer Wal. Er ist beinahe sieben Meter lang und besteht aus 65 Einzelteilen, allein der Kopf des Ur-Wals misst gut zwei Meter und wiegt ziemlich genau 252 Kilogramm. Für den Aufbau sind extra die Original-Präparatoren Michael Böckmann und Werner Beckmann aus Münster angereist. Innerhalb eines Tages haben sie jeden einzelnen Knochen genau dort drapiert, wo er hingehört.

Fossile Knochen des Kervenheimer Wals liegen in einer Vitrine, während zwei Personen im Ausstellungsraum daran arbeiten.

Der Kervenheimer Wal wurde 1987 gefunden und gilt als eines der bedeutendsten Walfossilien NRWs.

Bildquelle: WDR/Annika Krooß

"überLeben" – Paläontologische Landesausstellung NRW

Die Paläontologische Ausstellung in Detmold ist Teil einer Reihe, die gefördert wird mit 1,5 Millionen Euro vom NRW-Heimatmuseum: Mit dabei sind auch Museen in Essen und in Münster. Jedes Museum hat sich eine bestimmte erdgeschichtliche Epoche vorgenommen. Im Ruhr Museum Essen ist es die Eiszeit. Dort sind unter anderem Mammuts zu sehen. Im LWL-Museum für Naturkunde Münster geht es um "überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen". Dort wird unter anderem das "Monster von Minden" ausgestellt: Ein 163 Millionen Jahre alter Raubsaurier aus dem Wiehengebirge.

Die Ausstellung "überLeben – Walheimat Urmeer" im Lippischen Landesmuseum an der Ameide in Detmold läuft noch bis April 2027. Geöffnet ist das Mueseum dienstags-freitags von 10-18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 11-18 Uhr.

Wieder Wale in Lippe

WDR 25.09.2026 44 Sek. Verfügbar bis 24.09.2028

Unsere Quellen:

  • Lippisches Landesmuseum Detmold
  • Recherchen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 25.09.2026, 08:30 Uhr

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