Menschen steigen an der Haltestelle Bertha-von Suttner-Platz in die Straßenbahn der SWB.

2025 wünschten sich die Pendler schon mehr Pünktlichkeit und Züverlässigkeit

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Bedürfnis vs. Realität Was sich Bonner zu Bus und Bahn wünschen

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Was wünschen sich die Menschen für ihren Bus- und Bahn-Verkehr? Das hat die Stadt Bonn gefragt. Zum Zeitpunkt der Befragung war die Verkehrslage noch eine andere: Die Antworten würden heute wahrscheinlich anders aussehen.

Pünktlichkeit, schnellere Verbindungen und den Ausbau des Schienenetzes - das haben sich die Menschen in Bonn gewünscht. Und zwar schon vor dem aktuellen Verkehrschaos durch die Sperrung der Nordbrücke und den Ausfall von 60 Stadtbahnen. Die Befragung fand nämlich schon vom 30. Juni bis zum 3. August 2025 über die online Beteiligungsplattform "Bonn macht mit" statt.

Etwa 4.600 Menschen haben nach Angaben der Stadt teilgenommen und rund 1.350 Hinweise in eine digitale Karte eingetragen. Die Stadt Bonn möchte die Ergebnisse wohl in den neuen Nahverkehrsplan mit einbeziehen, den sie zusammen mit den Stadtwerken Bus und Bahn in den nächsten Jahren dann entwickeln möchte.

Damals noch: Die Bahnen fahren häufig

Die digitale Anzeigetafel an einem Busbahnhof.

Die Stadt will auf Echtzeitinformationen setzen

Bildquelle: WDR/ Britta Schwanenberg

Für die Menschen hatte der ÖPNV in der Stadt eine hohe Bedeutung - Dreiviertel der Befragten hätten seine Rolle als hoch oder sogar sehr hoch bewertet, so die Stadt. Es wurde damals noch gelobt, dass Bus und Bahn häufig fahren würden und es gute Direktverbindungen gebe. Die meisten Menschen informierten sich online über Abfahrtzeiten und Verbindungen, deshalb wollen Stadt und SWB künftig weiter auf Echtzeitinformationen und digitale Fahrgastinformationen setzen.

Schon 2025 Sehnsucht nach Zuverlässigkeit

Mit Kritik haben sich die Bonner auch damals schon in der Onlinebefragung nicht zurückgehalten. Sie bemängelten bereits 2025 die Verspätungen bei Bus und Bahn, ausgefallene Fahrten und, dass sie schlecht informiert wurden, wenn es zum Beispiel Betriebsstörungen gab. Um den ÖPNV attraktiver zu machen, forderten sie vor allem Zuverlässigkeit.

Aber auch die Haltestellen selbst wurden kritisiert - Barrierefreiheit, Ausstattung und Witterungs- und Hitzeschutz wurden bemängelt. Ein Nutzer schreibt: "Am Busbahnhof ist es oft so heiß, dass ich versuche woanders umzusteigen, um nicht in der prallen Hitze warten zu müssen". Oft wurde nach Angaben der Stadt auch eine Beschleunigung von Bus und Bahn gewünscht, zum Beispiel durch eigene Spuren oder eine Vorrangschaltung bei Ampeln.

Ein Linien-Bus steht an einer der Haltestellen am Bonner Busbahnhof.

Für den Busbahnhof werden mehr Schattenplätze gefordert

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Klare Forderung nach besserem Schienennetz

Die Befragten wünschten sich vor allem eine Verbesserung des Schienennetzes mit neuen Verbindungen. Sie haben dabei zum Beispiel die geplante Stadtbahnverlängerung nach Buschdorf, die Westbahn und weitere Verbindungen nach Dottendorf und Mehlem genannt.

Außerdem schreibt ein anonymer Nutzer auf der Plattform: "Friesdorf ist schlecht angebunden. Oft laufe ich die 2,5 km, um zum Bahnhof UN Campus zu gelangen. Eine Busverbindung fehlt hier."

Arbeiten am Nahverkehrsplan laufen

Die Stadt Bonn erarbeitet zusammen mit den Stadtwerken und in Absprache mit dem Rhein-Sieg-Kreis einen neuen Plan für den ÖPNV. Bürgerinnen und Bürger sollen regelmäßig über den aktuellen Stand informiert werden.

Gleichzeitig wurde allerdings auch eine Studie beauftragt, wo im aktuellen Liniennetz gespart werden kann. Ende 2027 soll der neue Nahverkehrsplan stehen, die politischen Beratungen sollen dann erst im Jahr darauf starten.

Wünsche versus aktuelle Realität im Bonner ÖPNV

Betrachtet man die aktuelle Verkehrssituation in Bonn, mit der Sperrung der Nordbrücke und dem Ausfall von 60 Stadtbahnen, wirken die Antworten der Befragten fast schon aus der Zeit gefallen. Anstatt sich Sorgen über ein paar Minuten Verspätung bei den Bahnen zu machen, ist Busersatzverkehr für viele Pendlerinnen und Pendler in Bonn die neue Normalität.

Auf einer Brücke stehen Autos und ein Bus im Stau. Auf dem Bus steht 640 Hauptbahnhof.

Sogar Busse stehen jetzt oft im Stau

Bildquelle: WDR/Sebastian Tittelbach

Das zeigte sich schon am ersten Schultag nach den Sommerferien. "Diese Zustände sind unzumutbar", fand Pendler Michael, der in Bonn-Vilich auf einen Ersatzbus warten musste. Auch am Konrad-Adenauer-Platz in Bonn Beuel gab es Frust, zum Beispiel bei Familie Stelter: "Wir wissen seit einer halben Stunde nicht, wie es weitergeht und kommen zu spät." Seitdem ist der Frust bei vielen Pendelnden sogar noch gestiegen.

Auf vielen Strecken wird es auch erstmal beim Ersatzverkehr bleiben. Die Stadtwerke haben am Mittwoch, den 23. September 2026 angekündigt, dass der Normalbetrieb der Stadtbahnen wohl erst Ende November wieder eingeführt werden kann.

Bahn hält an einem Bahnsteig auf dem eine Person Richtung Bahn geht

Auf der Linie 66 fahren schon wieder Bahnen, bis zum Regelbetrieb in Bonn dauert es aber noch.

Bildquelle: WDR/ Tobias Al Shomer

Seit Juli 2026 schon mussten die Stadtwerke 60 von 75 Stadtbahnen vorsorglich aus dem Verkehr ziehen. Sie werden jetzt einzeln geprüft und nach und nach wieder freigegeben. Würde die Stadt heute eine Befragung starten, würden sich viele Bonner wahrscheinlich vor allem erstmal überhaupt einen funktionierenden ÖPNV wünschen.

Was wünschten sich die Bonner beim ÖPNV

WDR 24.09.2026 51 Sek. Verfügbar bis 24.09.2028

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Bonn zur ÖPNV-Befragung
  • Bisherige WDR-Berichterstattung zur Verkehrslage in Bonn

Sendung: WDR.de, Was wünschten sich die Bonner im ÖPNV, 24.09.2026, 19.04 Uhr

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