Bundesweites Schäferfest in Bonner Rheinaue

Bildquelle: WDR/Svenja Smolarek

WDR 5 Min. 37 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Traditionsberuf leidet Junge Schäferin kämpft für ihre Zunft

Stand:

Hannah Roy hütet Schafe - beruflich. Doch das könnte sich schon bald nicht mehr lohnen, denn die EU will Fördermittel kürzen.

Von Svenja Smolarek

Umgeben von viel Grün und noch mehr Wolle, so sieht sich Hannah Roy am liebsten. Die junge Frau ist Schäferin aus Überzeugung. Gemeinsam mit ihrem Chef hütet sie aktuell eine Herde von 900 Tieren. Mindestens acht Stunden am Tag ist sie mit den Tieren unterwegs - bei jedem Wetter. In der Lammzeit hat ein Arbeitstag auch gerne mal 14 Stunden.

Eine Schafsherde auf einer Wiese.

Beim Schäferfest in der Bonner Rheinaue sind Schafe die Stars.

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Liebe auf den ersten Blick

Verliebt hat sich Hannah, die Landwirtschaft studiert hat, in die niedlichen Tiere bei der Arbeit auf einem Bauernhof.

"Die Schafe sind vor allem mein Ding geworden, weil ich gesehen habe, welche geniale Arbeit sie leisten." Hannah Roy (29), Schäferin

"Wo sie sind, entsteht einfach so viel Leben", sagt sie. Doch genau diese Arbeit könnte sich für Hannah und die anderen Weidetierhalter bald nicht mehr lohnen.

Steht der Schäferberuf vor dem Aus?

Die strahlende Sonne über der Bonner Rheinaue und die vielen fröhlich grasenden Schafe wollen heute so gar nicht zum Ernst der Veranstaltung passen. Beim Internationalen Schäferfest sind Weidetierhalter aus ganz Deutschland gekommen, um auf die Situation ihrer Zunft aufmerksam zu machen. 2026 ist das Internationale Hirtenjahr.

Die Arbeit der Schäfer und Schafzüchter verändert sich immer stärker. Steigender bürokratischer Aufwand und oftmals fehlender Anerkennung. Wolle, Fleisch und Milch finden zwar immer noch Abnehmer, doch die meisten Schäfer verdienen ihr Geld mit dem Naturschutz. Die Herden mähen dort, wo Maschinen nicht hinkommen.

EU könnte bald Fördermittel kürzen

Sie beweiden gegen Prämien großer Naturschutzflächen wie zum Beispiel im Bergischen Land oder im Rhein-Sieg-Kreis. Doch genau hier will die EU jetzt den Rotstift ansetzen.

Das könnte für viele Schäfer das Aus bedeuten. Und fehlen die Schafe, hat das Folgen für die Natur. Denn die Schafe transportieren in ihrem Fell Samen und Insekten in neue Lebensräume. Dadurch schaffen sie Resilienz, wichtig etwa in Dürreperioden.

Mehr Aufmerksamkeit für die Sorgen der Schäfer

Schafe in einem Gehege.

Ohne Schafe wird es zukünftig weniger Naturschutz geben.

Bildquelle: WDR/Svenja Smolarek

Hannah Roy wünscht sich, dass noch viel mehr Menschen auf die Bedeutung von Weidetieren aufmerksam werden. Dafür setzt sie sich in Bonn ein. Sie möchte den Tieren und ihrem Nutzen für alle eine Stimme geben.

"Wenn ich in die Zukunft schaue, mache ich mir Sorgen, weil ich nicht weiß, wie wichtig uns die landwirtschaftliche Produktion im eigenen Land ist." Hannah Roy (29), Schäferin

Morgen früh wird Hannah wieder mit ihren Tieren über die Weide ziehen. Immer mit dabei: die Hoffnung, dass Schäfer auch in Zukunft von ihrem Beruf leben können.

Sorge statt Romantik beim Schäferfest in Bonn

WDR 23.09.2026 3 Min. 43 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Unsere Quellen:

  • Biologische Station Bonn/Rhein-Erft
  • Interview mit Hannah Roy, Schäferin
  • Bundesverband der Berufsschäfer

Sendung: WDR5, Westblick, 23.09.2026, 17:04 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 23.09.2026, 19:30 Uhr

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