Wildtier beißt Mutter und Tochter im Schlafzimmer
Bildquelle: WDR / Mark MacEwenLokalzeit aus Bonn. 25.07.2025. 2 Min. 40 Sek.. Verfügbar bis 25.07.2027. WDR. Von Britta Schwanenberg.
Angriff im Schlaf: Wildtier verletzt Kind und Mutter in Niederkassel
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Mutter Judith Kinzig und die sechsjährige Pauline wissen immer noch nicht sicher, was für ein Tier es war, das nachts plötzlich in ihr Schlafzimmer in Niederkassel sprang. Sicher ist: Als die Mutter versuchte, es von ihrer schreienden Tochter wegzuschieben, hat es ordentlich zugebissen.
Judith Kinzig erkennt nur Umrisse, fühlt dichtes Fell. Mit ihren Schreien und einem heftigen Stoß veranlassen sie und ihre kleine Tochter das Tier dazu, aus dem Fenster wieder herauszuspringen.
Die sechsjährige Pauline nach dem Wildtier-Biss
Bildquelle: WDR/Britta Schwanenberg"Mafuka" - so nennen die sechsjährige Pauline und ihre Mutter das Tier, das sie in dieser Woche im dunklen Schlafzimmer aufschreckte. Es steht für Marder, Fuchs und Katze, denn so richtig genau wissen sie nicht, was es war. Und indem sie dem Tier einen Namen geben, erzählt die Mutter, wollen sie den Schock irgendwie verarbeiten.
Ein Grunzen - und dann hat es zugebissen
An diesem Abend durfte Pauline bei ihrer Mama im Bett schlafen. Im Fernsehen lief die Fußball-Europameisterschaft der Frauen, das haben die beiden zusammen im Schlafzimmer im Erdgeschoss geschaut. "Mama hatte das Fenster offen gelassen, wir waren eingeschlafen, und dann habe ich etwas neben mir gespürt, ich dachte, das wäre unser Hund", erinnert sich Pauline.
Doch als sie sich bewegt, wird sie gebissen. Ihr Schmerzensschrei weckt die Mutter, die sich noch lebhaft an das fremde Geräusch erinnert. Es sei kein richtiges Fauchen gewesen, eher ein Grunzen.
Für Rettungskräfte ein ungewöhnlicher Vorfall
Die Mutter ruft den Krankenwagen. Die Rettungssanitäter scheinen ihr erst zu glauben, als sie die blutenden Wunden im Oberarm der Tochter und an der Hand der Frau mit eigenen Augen sehen.
An Judith Kinzigs Hand sind die Spuren der Verletzung noch zu sehen
Bildquelle: Britta Schwanenberg | WdrAuch im Krankenhaus herrscht zunächst Ratlosigkeit. Die Bisskanäle müssen in einer Operation ausgeschnitten werden. Danach heißt es: Am ehesten kommt ein Marder in Frage, angesichts der Tiefe der Wunden.
Jagdberater: Wildtiere kommen immer näher an Menschen
Eine Nachfrage bei den Notaufnahmen der Region ergibt: Von einem vergleichbaren Fall hat noch niemand gehört. Auch der Bonner Jagdberater Lutz Schorn schüttelt nur den Kopf. Auch er vermutet: Der Biss stammt von einem Marder oder Waschbär.
Immer häufiger bekomme er Anrufe, dass Marder auf Dachböden so rumoren, dass Menschen beispielsweise nicht schlafen können. Dass aber einer in den Angriffsmodus wechsele und Menschen anfalle, habe er noch nie gehört.
Auch Judith Kinzig blickt kopfschüttelnd auf den Verband an ihrer Hand. "Einen Einbrecher hätte ich mir vorstellen können, aber dass uns ein wildes Tier anfällt, ist völlig surreal." Sie schlafen nun nur noch mit geschlossenem Fenster. "Mafuka" soll bitte draußen bleiben.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
- Jagdberater Lutz Schorn aus Bonn
- Uniklinikum Bonn