Prozess: Lehrer bereut sexuelle Gewalt | Aktuelle Stunde

Bildquelle: WDR / Christoph Hensgen

WDR 00:26 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

Prozessauftakt in Bonn

Lehrer gesteht sexuellen Missbrauch von Schülerin

Stand:

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch einer 13-jährigen Schülerin hat der angeklagte Assistenzlehrer ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er bereue die Taten zutiefst und entschuldige sich für sein Handeln, sagte er im Strafprozess vor dem Bonner Landgericht.

Vor dem Geständnis hatten Staatsanwaltschaft, Gericht und Nebenklage dem Beschuldigten bei einem von Reue getragenen Geständnis in Aussicht gestellt, dass der Strafrahmen 3 Jahren und 2 Monaten und 3 Jahren und 8 Monaten nicht überschreiten würde.

Seit Dienstagmorgen, 20. Mai 2026, muss sich der Assistenzlehrer in Bonn vor Gericht verantworten. Der Vorwurf gegen den 36 Jahre alten Mann: Sexueller Missbrauch eines Kindes in drei Fällen. Das Opfer soll eine 13-Jährige sein.

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte an einer Bonner Privatschule im Stadtteil Plittersdorf als Nachhilfelehrer tätig. Im vergangenen Oktober hatte ihn die Schulleitung bei der Polizei angezeigt.

Lehrer soll für Treffen Hotelzimmer gebucht haben

Der Lehrer soll sich einer 13 Jahre alten Schülerin genähert und das Mädchen in drei Fällen sexuell missbraucht haben. In einem Fall, so die Anklage, sei es in einem Hotelzimmer auch zum Geschlechtsverkehr gekommen.

Ermittler des auf Sexualstraftaten spezialisierten Kriminalkommissariats 12 wurden tätig. Eine Woche nach der Strafanzeige nahmen sie den Mann zu Hause fest und durchsuchten seine Wohnung. Ein Richter schickte den heute 36-Jährigen anschließend in Untersuchungshaft. Wegen Fluchtgefahr.

Wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft

Zum einen war der Assistenzlehrer noch am Tag der Anzeigenerstattung von seinem Dienst suspendiert worden. Zum anderen stammt er aus dem englischsprachigen Ausland und hat keinen deutschen Pass. Strafrechtlich war der Beschuldigte laut Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten sexuellen Missbrauch eines Kindes in zwei Fällen sowie besonders schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes, jeweils in Tateinheit mit Missbrauch einer Schutzbefohlenen, vor. Weil es sich gerade bei einem Lehrer um einen Erwachsenen handle, dem Kinder und Jugendliche besonders vertrauten.

Rektor erstattet Strafanzeige

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Rektor Schülerinnen, Schüler sowie Eltern über den Vorfall informiert. Aufgrund des laufenden Strafverfahrens will sich die Schule gegenüber dem WDR nicht weiter äußern.

Der Angeklagte schilderte in seinem Geständnis am ersten Prozesstag, dass er nach Deutschland gekommen sei, um hier zu arbeiten. Er habe in Bonn kaum jemanden gekannt - das habe ihn schließlich in eine depressive Episode geführt. In der sei er auf sein späteres Opfer getroffen.

Für den Prozess waren ursprünglich insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt worden. Ein Urteil soll Ende Mai gesprochen werden. Das umfassende Geständnis könnte die Dauer des Prozesses verkürzen und dem 13-jährigen Opfer möglicherweise eine Aussage ersparen.

Lehrer gesteht sexuellen Missbrauch von Schülerin

Bildquelle: WDR / Christoph Hensgen

WDR 19.05.2026 00:19 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Landgericht Bonn
  • Polizei Bonn

Sendung: Aktuelle Stunde, Lehrer soll Schülerin sexuell missbraucht haben, 19.05.2026, 18:45 Uhr
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 19.05.2026, 15.31 Uhr