Zum Glück nur ein Probealarm: So sieht die Warnmeldung aus
Bildquelle: WDR/ TittelbachProbealarm um 11 Uhr : Was am bundesweiten Warntag passiert ist
Stand:
Dem extra lauten Warnton konnte heute am Warntag wohl kaum jemand entkommen – selbst wenn keine Warn-App installiert ist, das Handy auf lautlos gestellt wurde und der "Nicht stören"-Modus aktiv ist. Das war so gewollt am sechsten bundesweiten Warntag.
Laut einer Sprecherin des Bundesinnenministeriums ist das Ziel des Warntags "die technische Zuverlässigkeit der Warnmittel zu überprüfen, Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und insbesondere die Bevölkerung für das Thema Warnung zu sensibilisieren".
Warnungen wecken Küchenradios auf
Nicht nur die Handys haben Alarm geschlagen: Warnmeldungen erscheinen auf Anzeigen in Bahnhöfen oder auf digitalen Werbetafeln. Radio- und Fernsehsender werden ihr Programm kurz unterbrechen. Es gibt Digitalradios, die von allein aus dem Stand-by-Modus aufwachen und eine Warnung abspielen.
Sirenen und Lautsprecher: Kommunen überprüfen ihre Systeme
Von der Leitstelle aus kann sich die Bonner Berufsfeuerwehr live ins Radioprogramm schalten
Bildquelle: WDR/ TittelbachViele Städte und Kommunen testen heute am Warntag zusätzlich ihre eigene Technik. In Bonn etwa gab es um 11 Uhr Sirenengeheul, geplant wurden Lautsprecherdurchsagen, und die Feuerwehr wollte sich live in das Programm des lokalen Radiosenders schalten.
"Zum einen schauen wir, ob alles technisch funktioniert, zum anderen sind wir darauf angewiesen, dass die Bevölkerung uns Rückmeldungen gibt, wenn etwas vielleicht nicht klappt. Da sind wir sehr dankbar und nutzen den Warntag sehr gerne." Frank Frenser, Sprecher der Bonner Berufsfeuerwehr
Sensible Menschen und Kinder vorbereiten
So viele Warnungen können nervös machen. Wer sensible Menschen kennt oder Kinder hat, dem rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), sie vorher auf den Warntag hinzuweisen.
Der Warntag ist nicht nur ein Stresstest für die Technik, er ist auch eine Art Katastrophen-Training: Bei großen Bränden, Fluten oder auch bei militärischen Angriffen geht es darum, schnell zu reagieren. Da hilft es, wenn man weiß, wie eine Warnung auf dem Handy aussieht oder wie die Sirene im Ort klingt.
Wenig Wissen zur Vorsorge
In Bad Honnef testet das DRK am Warntag die Funkgeräte
Bildquelle: WDR/ TittelbachDas klappt inzwischen gut: In einer Online-Umfrage des BBK zum vergangenen Warntag gaben 97 Prozent der Teilnehmer an, über mindestens einen Warnkanal gewarnt worden zu sein. Allerdings sagt eine Mehrheit, dass sie nicht weiß, wie man sich auf einen echten Notfall oder eine Katastrophe vorbereiten soll. Jens Koelzer vom Kreisverband Rhein-Sieg des Deutschen Roten Kreuzes kann das bestätigen. Das Rote Kreuz bietet deshalb Kurse zur Notfallvorsorge an:
"Das müssen wir den Leuten jetzt neu beibringen. Menschen, die in den 1990er-Jahren mitten im Leben standen, die sagen heute: Wir haben davon schon mal was gehört, aber es war jetzt 20 Jahre weg." Jens Koelzer, DRK Kreisverband Rhein-Sieg
Anders als bei einer echten Katastrophe ist die Aufregung am Warntag wahrscheinlich schnell wieder vorbei. Wenn alles nach Plan läuft, kommt um 11:45 Uhr die Entwarnung.
Unsere Quellen:
- Bundesinnenministerium
- Berufsfeuerwehr Bonn
- Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Rhein-Sieg
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Sendung: WDR.de, Was am bundesweiten Warntag passiert, 10.09.2026, 5:00 Uhr