Evangelisches Gymnasium sucht Geldgeber

WDR 03:14 Min. Verfügbar bis 16.07.2028

EVAU in finanzieller Not Evangelisches Gymnasium sucht Geldgeber

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Bis spätestens 2029 will sich der Evangelische Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein als Träger des Evangelischen Gymnasiums in Siegen-Weidenau zurückziehen. Die Schule muss nun neue Geldgeber finden.

Seit Jahrzehnten gehört das Evangelische Gymnasium (EVAU) zur Siegener Schullandschaft. Bislang unterstützt der Evangelische Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein den Betrieb jedes Jahr mit rund 253.000 Euro. Doch spätestens 2029 soll diese finanzielle Unterstützung enden. Der Grund dafür sind drastische Sparmaßnahmen des Kirchenkreises.

Neue Finanzierung dringend gesucht

Beate Brinkmann, Schulleiterin des Ev. Gymnasiums Siegen

Beate Brinkmann, Schulleiterin des Ev. Gymnasiums Siegen will für ihre Schule kämpfen

Für die Schulleitung kam die Entscheidung nicht überraschend. Seit Monaten war bekannt, dass der Kirchenkreis Millionen einsparen muss. Dennoch stellt der Beschluss einen tiefen Einschnitt dar. Denn ohne einen Träger kann eine Ersatzschule wie das EVAU nicht bestehen. Mit allen Beteiligten und auch möglicherweise mit einer finanziellen Unterstützung der Eltern will Schulleiterin Beate Brinkmann dafür kämpfen, dass das nicht passiert.

"Ich liebe diese Schule, ich stehe für diese Schule...Elternbeiträge ja, ich habe ein Problem damit, aber, wenn es die Schule rettet, dann soll es auch so sein." Schulleiterin Beate Brinkmann
Philip Kneppe, Schulpflegschaftsvorsitzender des EVAU

Philip Kneppe, Schulpflegschaftsvorsitzender des EVAU

Bereits am Mittwoch haben sich Schulleitung und Elternvertretung mit potentiellen Geldgebern getroffen und erste Gespräche geführt. Heftige Kritik gibt es deshalb auch vom Schulpflegschaftsvorsitzenden Philip Kneppe, der im Namen der Eltern spricht.

"Für mich ist es unverständlich, warum die Bildung der Kinder - unter anderem die Zukunft nicht nur des Kirchenkreises, sondern auch des Kreises - warum das immer etwas ist, das nicht wichtig ist." Philip Kneppe, Schulpflegschaftsvorsitzender EVAU

Stadt und Kreis sehen sich nicht in der Pflicht

Die Stadt Siegen hat bereits deutlich gemacht, dass sie eine Trägerschaft ausschließt. Rechtlich ist sie dazu auch nicht verpflichtet. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist bereits vor zwei Jahren aus der Zuschussfinanzierung ausgestiegen. Sollte sich kein neuer Träger finden, könnte die Schule langfristig auslaufen.

Nicht nur EVAU von Sparmaßnahmen betroffen

Die drastischen Sparmaßnahmen treffen nicht nur das EVAU. Auch das Abenteuerland Wittgenstein fällt ihnen zum Opfer, das ehemalige Verwaltungsgebäude des Kirchenkreises soll verkauft werden, das Pfarrhaus des ehemaligen Superintendenten des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein und auch elf Kitas wurden abgegeben.

Finanzierungkonzept bis Dezember

Für das Evangelische Gymnasium ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Das gemeinsame Ziel ist klar: Das EVAU soll auch über das Jahr 2029 hinaus als evangelische Schule bestehen bleiben. Ob das gelingt, dürfte sich spätestens auf der Synode im Dezember entscheiden. Bis dahin soll die Schule ein Finanzierungskonzept vorlegen.

Unsere Quellen:

  • Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Evangelisches Gymnasium Siegen
  • Recherchen einer WDR-Reporterin
  • Stadt Siegen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 16.07.2026, 19:30 Uhr

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