Trockenes Rheinufer bei Düsseldorf: Der Sommer 2026 war heiß und trocken.
Bildquelle: dpa / Federico GambariniJahrhundertsommer, Hitzesommer, Rekordsommer - der Sommer 2026 hat im Laufe des Jahres bereits viele Namen erhalten. Zurecht? Immerhin sanken die Pegelstände vielerorts auf ein Rekordtief, es gab Rekordtemperaturen und es gab den größten Waldbrand der NRW-Geschichte.
Sommer 2026 endet: Das ist die Bilanz
Heute endet offiziell der meteorologische Sommer - und laut vorläufiger Bilanz der WDR-Wetterredaktion hatte er es wirklich in sich. Demnach gab es in diesem Sommer im NRW-Durchschnitt 21 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad - ein neuer Rekord. Im langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 beträgt die Anzahl der Hitzetage gerade einmal vier.
Die meisten Hitzetage wurden in Tönisvorst erfasst, 35 waren es dort. Auf dem Grundstück von Landwirt Josef Joppen steht die Tönisvorster Wetter-Station. Die enorme Hitze mache ihm "große Sorgen", sagte Joppen im Juni dem WDR. Die Hitze sei für Mensch und Tier eine große Belastung.
Auch an der Wetterstation Köln/Bonn waren es 34 Hitzetage. In Weilerswist wurde der alte Rekord von 23 Hitzetagen im Jahr 1947 mit 33 Hitzetagen in diesem Jahr deutlich übertroffen.
RKI-Schätzung: Tausende Hitzetote in NRW und dem Rest Deutschlands
Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts Ende August sind in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr bereits mehr als 3.100 Menschen wegen der hohen Temperaturen gestorben. Der bisherige Höchstwert der vergangenen zehn Jahre in NRW wurde 2018 erreicht. Bundesweit stieg die Zahl der geschätzten Hitzetoten auf 15.800.
Rekord bei Hitzetagen, Platz 2 bei Temperaturen
Was die Durchschnittstemperatur betrifft, wird der Sommer 2026 mit 19,5 Grad den ersten Platz voraussichtlich knapp verpassen und sich hinter dem Rekordsommer 2003 einreihen.
Dafür hat der Monat Juni sämtliche Rekorde hinsichtlich der Höchsttemperatur gebrochen - und das an allen 42 aktiven Messstationen in NRW. Die höchsten Werte in diesem Sommer stammen aus der Juni-Hitzewelle mit je 40,2 Grad in Weilerswist und Tönisvorst.
Hitze machte in Dachgeschosswohnungen und Pflegeheimen Probleme
Die Hitze sorgte unter anderem in Pflege- und Seniorenheimen für Probleme. Unter anderem in Krefeld kam es Ende Juni zu einem Hitze-Großeinsatz mit etwa 50 Feuerwehrleuten. Mitarbeiter des Seniorenheims hatten den Notruf alarmiert, weil ihnen mehrere Bewohner auffielen, die stark unter der Hitze litten. Betroffen waren etwa 40 Bewohnerinnen und Bewohner im Dachgeschoss der Einrichtung.
Hohe Temperaturen belasteten Altenheime.
Bildquelle: WDR/dpaDie Rekordhitze traf auch viele Krankenhäuser mit voller Wucht. Viele planbare Operationen mussten verschoben werden, weil es an Blutkonserven fehlte. Laut Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes gingen im Juli die Bestände stark zurück. Oberarzt Tim Lohoff aus dem Bergischen Land hatte zwar Verständnis, dass Menschen bei 40 Grad wenig Lust verspürten, Blut zu spenden. Er wies aber darauf hin, dass jeder in die Lage kommen könnte, plötzlich Blut zu brauchen.
Sommer in NRW: Trockenster Juli seit Aufzeichnung
Neben dem Juni waren im NRW-Durchschnitt auch die Monate Juli und August deutlich wärmer als üblich: Mit einer Abweichung von 2,8 Grad und 3 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel. Auch bei den Sonnenstunden lag dieser Sommer deutlich über dem Durchschnitt: Satte 720 Stunden bedeuten ein Plus von etwa 30 Prozent zum langjährigen Mittel.
Der Juli war zusätzlich der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen in NRW. Das zeigte sich auch am Rhein, an dem viele historische Tiefstände an den Rheinpegeln gemessen wurde. Die Bilanz wird in der Gesamtheit des Sommer durch die vergangenen beiden Wochen leicht verbessert.
Die Trockenheit war auch in vielen NRW-Regionen sichtbar - nicht nur entlang des Rheins. In Städten wie Hürth oder Köln gab es auf den Wiesen statt Grün viel Braun. In einem Tiny Forest in Wattenscheid verdorrten frisch gepflanzte Bäume.
So vertrocknet sieht NRW in diesem Sommer aus
Vertrocknete Wiesen und Äcker, Niedrigwasser im Rhein und in Seen. So zeigt sich die Trockenheit in NRW im Sommer 2026.
Unsere Quelle:
- WDR-Wetterredaktion
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR.de, Sommer endet: Das ist die vorläufige Bilanz, 31.08.2026, 5 Uhr
