Rettungssanitäter heben eine Patientin aus dem Rettungswagen

Neue Rekordzahl vom RKI So hoch ist die Anzahl an Hitzetoten in NRW

Stand:

Noch nie sind so viele Menschen in Deutschland und auch in NRW an der Hitze gestorben wie in diesem Jahr. Das zeigen neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Bundesweit sind in diesem Jahr bereits 15.800 Menschen aufgrund der Hitze gestorben, schätzt das RKI (Stichtag 16. August). Damit gab es allein in den acht Monaten seit Jahresbeginn mehr Hitzetote als in jedem einzelnen gesamten Jahr seit 2016. Zum Vergleich: Der bisherige Höchstwert wurde im Jahr 2018 mit rund 9.500 hitzebedingten Todesfällen verzeichnet.

Rekord-Zahl an Hitzetoten in NRW

Gebrochen wurde der Rekord auch in NRW. Nach 2.400 Hitzetoten im Jahr 2018 sind es im aktuellen Jahr bereits 3.130 Hitzetote, teilt das RKI mit.

So berechnet das RKI die Zahl der Hitzetoten

Den Zahlen des RKI liegt ein eigenes Berechnungsmodell zugrunde. Darin werden Daten zur Übersterblichkeit des Statistischen Bundesamtes mit Temperaturwerten des Deutschen Wetterdienstes in Zusammenhang gebracht, erklärte eine RKI-Sprecherin Anfang Juli dem WDR.

Exakte Angaben zur Zahl der hitzebedingten Sterbefälle sind nicht möglich. Deshalb gibt es immer nur Berechnungen, die sich je nach Modell unterscheiden.

Mehr Hitzetote als in den letzten zehn Jahren

WDR 27.08.2026 44 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028 WDR Online

Statistisches Bundesamt: Deutliche Übersterblichkeit im Juni

Das RKI schließt nicht aus, dass die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle noch höher ist als die Berechnungen mit dem eigenen Modell ergeben. Hintergrund sind die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zur sogenannten Übersterblichkeit. Dafür werden aktuelle Sterbefallzahlen mit früheren Zeiträumen und Durchschnittswerten verglichen.

Temperaturmesser und Sonne

Immer mehr heiße Temperaturen führen laut RKI zu mehr Hitzetoten

Bildquelle: dpa

Mit Blick auf den jeweiligen mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025 teilte das Statistische Bundesamt Mitte Juli mit: "Der von der Hitzeperiode geprägte Juni verzeichnete Sterbefallzahlen, die um neun Prozent über dem entsprechenden Vergleichswert lagen." Allein in der extremen Hitzewoche 22. bis 28. Juni seien 7.100 mehr Menschen gestorben als zwei Wochen davor.

Risiko des Hitzetods ist vor allem bei alten Menschen hoch

Besonders hoch ist das Risiko für alte Menschen: Der größte Anteil von Hitzetoten entfällt nach den RKI-Berechnungen auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Dass die meisten dieser Toten Frauen sind, führt das RKI auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurück.

Die meisten Hitzetoten sterben laut Medizinern vor allem an Herzinfarkt, Schlaganfall, Atemwegserkrankung, Nierenversagen oder Komplikationen einer Zuckerkrankheit. Ein Hitzschlag als Todesursache ist vergleichsweise selten.

Verhaltenstipps zum Schutz vor Hitze

Seit der extremen Hitzewelle im Juni diskutiert die Landespolitik wieder verstärkt über Schutzmaßnahmen. Aber auch jeder selbst kann dafür sorgen, der Hitze nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat auf zehn "vergleichsweise einfache Verhaltenstipps" hingewiesen, um sich und andere vor Hitze zu schützen: 

  1. Stündlich ein Glas Wasser trinken und andere zum Trinken ermuntern
  2. Kleine Portionen und leichte Kost essen
  3. Kopfbedeckung und Sonnenschutz tragen
  4. Luftig, hell und bequem kleiden
  5. Sonne meiden und Schatten suchen, bei hohen Temperaturen kühle Orte aufsuchen - auch in der Wohnung
  6. Anstrengende körperliche Tätigkeiten und Sport vermeiden
  7. Am besten frühmorgens und nachts lüften sowie die Fenster verschatten
  8. Körper aktiv kühlen und dabei beispielsweise kühles Wasser, Fächer oder Ventilator nutzen
  9. Mit Ärztinnen und Ärzten über den richtigen Umgang mit Medikamenten sprechen
  10. In der Hitze verstärkt auf Mitmenschen achten und hilfsbereit sein

Abkühlung bei Hitze: Online-Karten mit "kühlen Orten"

Wer die Möglichkeit hat, das überhitzte Zuhause oder Büro zu verlassen, der findet Anregungen zur Abkühlung mit den sogenannten Kühle-Orte-Karten. Mindestens 34 Städte in NRW informieren in solchen Karten, wo es zum Beispiel Parks oder kühle Gebäude wie Museen und Kirchen gibt. Mal sind die Karten reich befüllt, mal weniger:

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 27.08.2026, 14 Uhr

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