Nach der Juni-Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von mehr als 41 Grad Celsius fordern die NRW-Grünen umfassende Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Das geht aus einem Beschluss des Landesvorstands hervor. Das Geld dafür soll demnach vom Bund kommen, genauer: aus dem Sondervermögen Katastrophenschutz.
Geld aus Sondervermögen Katastrophenschutz
Tim Achtermeyer (Grüne)
"Die Klimakrise ist bei uns angekommen - und sie kostet Menschenleben. Hitze kann genauso lebensgefährlich sein wie eine Flut oder ein schwerer Sturm", sagte Tim Achtermeyer, der Co-Vorsitzende der NRW-Grünen. "Wir müssen Menschen besser davor schützen."
"In Köln sind am Hitzewochenende fast viermal mehr Menschen gestorben als an einem durchschnittlichen Wochenende. Die Notaufnahmen in ganz Nordrhein-Westfalen waren voll, Patienten und Rettungskräfte am Limit." Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender Grüne NRW
Nach der Hitzewelle hatte der Bund Ende Juni darauf verwiesen, dass Länder und Kommunen für den Hitzeschutz zuständig seien. Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur sei "die Leistungsfähigkeit des Bundes erreicht, das muss man so klar sagen", hatte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) gesagt.
Förderprogramm für Klimaanlagen
Konkret fordern die NRW-Grünen jetzt vom Bund "ein Förderprogramm für Klimaanlagen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindertagesstätten und ähnlichen Einrichtungen des öffentlichen Lebens." Es brauche für Hitzewellen in den Kommunen außerdem Not-Kälteräume, mobile Trinkwasserstationen und Trinkwasserwagen. Bibliotheken sollten zu Kühlräumen für hilfsbedürftige Menschen umfunktioniert werden.
"Jeder Spielplatz, jeder Schulhof und jeder öffentliche Platz muss auch im Hochsommer nutzbar bleiben" heißt es außerdem in dem Beschluss des Landesvorstands. Dafür brauche es in den Städten mehr Beschattung, zum Beispiel durch Bäume, und eine Entsiegelung zugebauter Flächen. Das soll besonders "Menschen in kleinen Wohnungen und dicht bebauten Mehrfamiliensiedlungen" helfen.
800 Hitzetote laut RKI
Darüber hinaus solle der Hitzeschutz beim Wohnungsbau gefördert werden, zum Beispiel mit Blick auf begrünte Dächer und Fassaden oder Wärmepumpen, die auch für die Kühlung genutzt werden können.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von vergangener Woche starben zwischen 6. April und 21. Juni mehr als 800 Menschen in Deutschland in Folge von großer Hitze. Hier sind die Zahlen der jüngsten Hitzewelle noch nicht mit eingerechnet.
Unsere Quellen:
- Beschluss des Landesvorstands Bündnis 90/Die Grünen
- Zitate Tim Achtermeyer
Sendung: WDR.de, NRW-Grüne fordern mehr Hitzeschutz, 06.07.2026, 14:30 Uhr
