Konzentrationslager Auschwitz

Holocaust-Dokumente aus NRW In Auschwitz statt in falschen Händen

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Landtagspräsident Kuper reist nach Auschwitz. Es geht um sensible Dokumente, die privat in Neuss versteigert werden sollten.

Es sind bedrückendste Zeugnisse der Schoah: Post von Holocaustopfern, Täterbriefe, Karteikarten der Gestapo, Lagergeld. 600 Stücke, aus einer Sammlung, die ein Neusser Auktionshaus eigentlich zur Versteigerung bringen wollte. Nach internationalen Protesten wurde die Auktion abgesagt. Mit Hilfe privater Spenden und Initiativen hatte das Land NRW den größten Teil dieser Objekte gesichert und der Stiftung Auschwitz‑Birkenau übergeben. Landtagspräsident André Kuper (CDU) begibt sich bis Freitag auf ihre Spuren.

Zeugnisse von Leid und Hass

"Jedes einzelne Dokument berichtet uns von einem Einzelschicksal", sagt Kuper dem WDR. "Es zeugt einerseits von Leid. Es bezeugt aber auch Hass und industriellen Mord auf der anderen Seite." Die Stücke stammen aus der Sammlung "Das System des Terrors Vol. II 1933–1945". Ein Auktionshaus in Neuss hatte für November 2025 ihre Versteigerung geplant, diese aber nach massiven internationalen Protesten gestoppt.  

Landtagspräsident Kuper auf Spuren von Dokumenten in Auschwitz

WDR Studios NRW 25.08.2026 45 Sek. Verfügbar bis 24.08.2028 WDR Online

Nicht in falsche Hände

Das Land NRW hatte sich seit der abgesagten Auktion intensiv um den Ankauf der Dokumente bemüht. Finanziert wurde der Erwerb durch die Bethe‑Stiftung aus Bergisch‑Gladbach, die sich seit Jahren für Erinnerungsprojekte engagiert. Öffentliche Gelder flossen laut Landtag nicht. Landtagspräsident Kuper erklärt, ihm sei wichtig gewesen, die Menschen und Stiftungen zu unterstützen, um sich in den Besitz dieser Dokumente zu bringen, damit sie nicht "in falsche Hände gelangen konnten."

Dokumente für Zeitzeugen sprechen lassen

Derzeit befinden sich die Dokumente in Warschau, um von dort an die entsprechenden Gedenkstätten geleitet zu werden. Die Dokumente, die in das Museum Auschwitz-Birkenau gehen, werden dort zunächst in die Konservierungsabteilung gegeben, präpariert und dann wissenschaftlich genutzt.

André Kuper

Immer weniger Zeitzeugen des Holocaust leben noch, sagt Kuper - um so wichtiger sei es, dokumentarische Zeugnisse sprechen zu lassen: "Es gibt nach wie vor noch sehr viele unerforschte Punkte", erklärt Kuper. "Wir haben hier besondere Dokumente, die aus den allerersten Tagen der Tätigkeit der Konzentrationslager stammen." Mt jedem weiteren Dokument sei ein Stück Geschichte und Erkenntnis verbunden.

NRW will Handel mit Schoah-Dokumenten verbieten

Die Landesregierung setzt sich über den Bundesrat dafür ein, dass der Handel mit persönlichen Gegenständen von NS-Opfern grundsätzlich verboten wird. Derzeit gebe es eine solche Debatte auch in Polen und in weiteren europäischen Ländern, sagt Landtagspräsident Kuper. Je breiter die Beteiligung, desto erfolgsversprechender, sagt Kuper. Er reist auch als Schirmherr einer Delegation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) nach Auschwitz-Birkenau, zusammen mit 250 Jugendlichen. Außerdem führt der Landtagspräsident dort Gespräche mit Stipendiaten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung sowie polnischen Jugendlichen.

Unsere Quellen:

  • Pressestelle des Landtags
  • Interview mit Landtagspräsident André Kuper
  • Eigene Recherchen

Sendung: Radio WDR Aktuell, Landtagspräsident Kuper auf Spuren von Dokumenten in Auschwitz 26.08.2026, 06:00 Uhr

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