Friedrich Merz steht an einem Rednerpult, neben ihm Nina Warken, Caresten Linnemann und Philipp Amthor. Hinter ihnen die deutsche und die europäische Flagge.

Meinung Ein Spahn weniger muss kein Verlust sein

Stand:

Der Kanzler betätigt das Personalkarussell. Hat NRW nach den Neubesetzungen der Posten weniger Einfluss in Berlin?  

Ja, es war einmal, als Kanzler, Unions-Fraktionschef und CDU-Generalsekretär alle aus NRW kamen. Und als nach dem Rücktritt von Jens Spahn dann darüber spekuliert wurde, wie viele Schlüssel-Posten durch die Rochade in Berlin nun im größten Landesverband landen würden. Und jetzt? Der Fraktionschef: Badener. Die neue Generalsekretärin: Wahrscheinlich Hanseatin. Durch das Personal-Karussell in Berlin hat NRW also nicht nur einen Spahn weniger – sondern unterm Strich auch einen Posten. Dafür ein neues Kabinettsmitglied und mehr Bedeutung an anderer Stelle:

Mehr Einfluss für NRW Landesgruppenchef

Der Badener Thorsten Frei wird als Fraktionschef mächtig auf einen aus NRW angewiesen sein, dessen Name auch immer mal im Zuge der Umbildung gefallen war: Günter Krings, der Chef der NRW-Landesgruppe. Frei wird als Fraktionsvorsitzender Krings noch mehr einbinden müssen als der Münsterländer Jens Spahn, wenn er die größte Landesgruppe auf seiner Seite wissen will.

NRW-Frauen-Union für mehr Einfluss an der Spitze

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) steht an ihrem Platz auf der Regierungsbank und spricht ins Mikrofon (Nahaufnahme), drumherum sitzen weitere Personen

Nina Warken (CDU) wird Chefin im Kanzleramt

Und: Dass mit der bisherigen Gesundheitsministerin Nina Warken jetzt die Chefin der Frauen-Union zur Chefin im Kanzleramt wird, dürfte auch den größten Verband der CDU-Frauen in NRW freuen. Viele waren wütend über Spahns Leihmutter-Masche und machten sich stark dafür, dass mehr Frauen in Spitzenpositionen rücken. 

Carsten Linnemann bei der Pressekonferenz nach der Sitzung des CDU-Bundesvorstands im Konrad-Adenauer-Haus

Carsten Linnemann mit Friedrich Merz (beide CDU)

Warkens Amt übernimmt der Paderborner Carsten Linnemann. Bisher Generalsekretär, jetzt Minister. Er, der noch vor einem Jahr einen Posten im Kabinett abgelehnt hatte, muss sich nun um Gesundheit kümmern. Statt Reformen einzufordern, muss er sie umsetzen. Damit gibt es zwar mit Linnemann und Veteran Karl-Josef Laumann in Sachen Gesundheit eine NRW-Achse von Berlin nach Düsseldorf – allerdings eine, die schiefer nicht sein könnte: Der Wirtschafts-Hardliner Linnemann trifft mit Laumann auf einen, der Gesundheitspolitik stets durch die soziale Brille sieht. Da scheint Streit programmiert. Vielleicht aber auch nicht mehr als unter Warken.

Ein Spahn weniger muss kein Verlust sein

WDR 5 Westblick - aktuell 24.07.2026 02:29 Min. Verfügbar bis 24.07.2027 WDR 5

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Fast alles bleibt, wie es ist

Und noch etwas bleibt wie es ist: Der Kanzler bleibt Sauerländer, der Landesverband NRW bleibt der größte und sein Einfluss im Bundesrat auch. Und Ministerpräsident Wüst? Der ist durch Spahns Rücktritt jetzt endgültig erster Anwärter falls Merz mal selbst ausgewechselt werden sollte

Sendung: WDR.de Ein Spahn weniger muss kein Verlust sein, 24.07.2026, 15:40 Uhr
WDR 5 Westblick, Ein Spahn weniger muss kein Verlust sein, 24.07.2026, 17:05 Uhr

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