Eigentlich waren bisher "nur" 14 Millionen Tickets in dem Konzept von Köln-Rhein-Ruhr vorgesehen. Auch das wären so viele, wie bei keinem anderen deutschen Bewerber. Jetzt sollen noch mal 3,6 Millionen Tickets dazukommen.
"Nach den aktuellen Berechnungen des DOSB zu den aktualisierten Bewerbungskonzepten steht fest: Mit KölnRheinRuhr wären es die größten Spiele aller Zeiten", freute sich Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Gelsenkirchen. Bei einem Besuch der für das Schwimmen vorgesehenen Arena hat er die Veränderungen am bisherigen Konzept vorgestellt.
Mehr Sportarten in großen Arenen
Die Steigerung der vorhandenen Tickets ist vor allem durch Verlagerungen zwischen Sportstätten möglich. Zum Beispiel sollen beim Hockey jetzt sämtliche KO-Spiele und die mit deutscher Beteiligung in den Borussia-Park in Mönchengladbach umziehen.
Das Fußballstadion bietet mit um die 50.000 Plätzen deutlich mehr Plätze als der unmittelbar benachbarte Hockey-Park, der nur noch für Teile der Hockey-Vorrunde genutzt werden soll.
Volleyball wandert zudem in die Düsseldorfer Fußball-Arena - dorthin, wo bereits Handball geplant ist. Auch gibt es mehr Wasserwettbewerbe in der Arena auf Schalke.
Anreise für Athleten und Athletinnen wird entspannter
Aber nicht nur an der Zahl der möglichen Tickets wurde geschraubt. Auch eine bisherige Schwachstelle des Konzepts wurde repariert: Dadurch, dass die Sportstätten weit über NRW verteilt sind, könnte das Olympische Dorf in Köln nicht für alle Athleten und Athletinnen attraktiv sein.
Aus Sorge, auf dem Weg nach Gelsenkirchen oder Aachen im Stau zu stehen, könnten die Teilnehmenden lokale Hotels dem Olympischen Dorf vorziehen, so die Befürchtung. Für die Sportverbände ist aber gerade ein gut besetztes Olympisches Dorf ein wichtiges Kriterium für erfolgreiche Spiele, weil es viel zur Atmosphäre beiträgt.
Die meisten Teilnehmenden im Olympischen Dorf
NRW wird daher sogenannte "Athletes Performance Center" einrichten. Diese werden an den Wettkampfstätten errichtet. Sie sollen sowas wie kleine Olympische Dörfer sein, wo die Sportler und Sportlerinnen kurz vor einem weiter entfernten Wettkampf aus Köln anreisen können, um dort zum Beispiel eine Nacht zu verbringen.
So können laut Wüst 96 Prozent der Athleten im großen Olympischen Dorf untergebracht werden, und temporär auch woanders unterkommen, um entspannt in den Wettkampf starten zu können. Wüst ist sich sicher, NRW biete "die kompaktesten, nachhaltigsten und trotzdem spektakulärsten Olympischen und Paralympischen Spiele."
München oder Köln-RheinRuhr?
Am 26.September entscheiden in Baden-Baden die Sportverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), wer sich international um Olympische Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 bewerben darf.
Neben der NRW-Bewerbung gilt die Kampagne aus München als Favorit. Auch Berlin hat sich beworben, in Hamburg ist eine Bewerbung an einem negativen Bürgerentscheid gescheitert.
Unsere Quellen:
- Eigene Recherche
- Pressemitteilung Staatskanzlei NRW
- Statement Hendrik Wüst
Sendung: WDR aktuell, Olympia an Rhein und Ruhr könnte Ticket-Rekord schaffen, 28.08.2026, 13:00 Uhr
