Die Gefahr durch herabstürzende Eisplatten an der neuen Leverkusener Brücke war offenbar bereits in der Planungsphase des Neubaus Thema in Besprechungen zwischen dem Landesbetrieb Straßen.NRW und der Baufirma Porr. Er habe auf diese Gefahr hingewiesen und auch Änderungen in Planung und Konstruktion vorgeschlagen, sagte der damalige Gesamtprojektleiter von Porr am Montag im Untersuchungsausschuss "Brückendesaster".
Es gebe die Möglichkeit, Brückenpylone und Seilkonstruktion zu beheizen. "Man kann Maßnahmen ergreifen, die eine Eisbildung verhindern", sagte der Zeuge. Das sei überhaupt kein Problem. Sein Hinweis sei aber vom Auftraggeber nicht weiter verfolgt worden. Akten gebe es dazu nicht.
Stundenlange Sperrungen
Nach mehreren Sperrungen wegen Eisfalls im vergangenen Winter hatte die Autobahn GmbH des Bundes eingeräumt, sie habe das Eis-Risiko gekannt, die Wahrscheinlichkeit solcher Wetterlagen aber als gering eingestuft. Bereits Anfang 2025 war neue Brücke gesperrt worden. Es gab auch Unfälle und erhebliche Behinderungen.
Bisher sind beheizte Brückenkonstruktionen weltweit eher die Ausnahme. Meist wird wegen des enormen Energiebedarfs darauf verzichtet. Kurzfristige Sperrungen seien ökonomischer, so das Argument. In Leverkusen wird nun geprüft, ob Drohnen künftig heißes Wasser auf Seile und Pylonen sprühen könnten, um Eis zu lösen.
Der Landtagsausschuss untersucht unter anderem, warum der Firma Porr im Frühjahr 2020 der Auftrag "aus wichtigem Grund" gekündigt und das Gesamtprojekt neu ausgeschrieben wurde.
Unsere Quellen:
- Zeugenaussage im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss
Sendung: WDR 5 Westblick, Diskussionen um Leverkusener Brücke, 06.07.2026, 17:05 Uhr
