Osteuropäische Teigtaschen

Ana Romas in Nachbars Küche Piroshki – Osteuropäische Teigtaschen modern interpretiert

Wenn in Daria Katrinskis Küche in Krefeld der Duft von gebratenen karamellisierten Zwiebeln, Kartoffeln und warmem Hefeteig aufsteigt, ist klar: Es gibt Piroshki.

Piroshki – oder Pirozhki, wie sie in der Ukraine heißen – gehören in Osteuropa zum Alltag. In Bäckereien, an Bahnhöfen, auf Straßenfesten, überall duftet es nach diesen kleinen, gefüllten Teigtaschen in Form eines Bootes. Ihr Name leitet sich als Verniedlichungsform von dem Wort "Pirog" ab, was ein großer herzhafter oder süßer Kuchen ist. Es ist also die handliche Version für zwischendurch oder unterwegs. Gefüllt mit Kohl, Fleisch, Pilzen oder Kartoffeln stehen sie für Heimatküche und generationsübergreifende Verbindung.

Daria ist Designerin und Illustratorin, lebt seit vielen Jahren in Deutschland und kocht leidenschaftlich gern. Besonders dann, wenn es um Rezepte geht, die sie an ihre Uroma erinnern. „Ich hatte das Glück, als ich klein war, eine sehr coole Uroma zu haben, die damals in der Ukraine, bis sie 90 Jahre alt war, noch unsere ganze Familie mit so Backwaren und Teigkreationen beglückt hat."

Osteuropäische Teigtaschen

Daria führt diese Familientradition auf moderne Weise weiter. Denn sie macht die Piroshki glutenfrei. Dass traditionelle Gerichte wie Piroshki sich verändern dürfen, findet sie selbstverständlich. Es geht nicht darum, etwas zu ersetzen. Sondern darum, es für sich und andere zugänglich zu machen. "Es macht mich total glücklich zu wissen, dass ich Dinge mache, die vielleicht Freundinnen oder Bekannte nicht wirklich kennen. Dass ich meine Kultur in mein deutsches Umfeld tragen kann, ohne dass es zu schwer wird. Das finde ich ganz besonders."

So entsteht am Ende ein Teller goldbraun gebratener glutenfreier Teigtaschen, außen knusprig, innen weich und würzig. Ein Rezept, das zeigt: Tradition lebt nicht vom Festhalten, sondern vom Weitergeben.

Glutenfreie Piroshki mit Kartoffel-Zwiebel-Füllung

Rezept für 12 Portionen
Arbeitszeit: ca. 30 Min
Gehzeit: 1–1,5 Std
Bratzeit: 30-45 Min

Zutaten

Teig

  • 500 g glutenfreies Mehl
  • 2 TL Salz
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 15 g gemahlene Flohsamenschalen
  • 300 ml warmes Wasser
  • 1 EL Öl
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 1 Ei


Füllung


  • 600 g Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 1 EL Margarine oder Butter
  • Salz, Pfeffer
  • Knoblauch und Thymian nach Geschmack

Zubereitung:

Glutenfreies Mehl, Salz, Backpulver, Hefe und Flohsamenschalen mischen. Warmes Wasser, Öl, Agavendicksaft und Ei dazugeben. Zu einem glatten Teig verkneten. Teig abgedeckt an einem warmen Ort 1 bis 1,5 Stunden gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen, weichkochen und mit Margarine zerstampfen. Zwiebeln in einer Pfanne goldbraun karamellisieren und unter die Kartoffeln mischen. Mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Thymian würzen.

Den Teig in kleine Kugeln teilen, ausrollen und je eine Hälfte mit der Füllung belegen. Die andere Hälfte umklappen, die Ränder mit den Fingern oder einer Gabel festdrücken. In reichlich Öl goldbraun ausbacken, auf Küchenpapier abtropfen lassen.

 Tipp:

Die Piroshki schmecken frisch aus der Pfanne am besten. Wer mag, kann sie auch im Ofen kurz aufwärmen oder gar im Ofen ausbacken. Die Füllung lässt sich beliebig variieren, zum Beispiel mit Käse, Pilzen, gekochtem Ei, Sauerampfer, Spinat oder auch süßen Beeren oder Obst.

Autorin: Ana Romas
Redaktion: Valentina Dobrosavljević

Ana Romas ist Foodbloggerin und schaut für "WDR 5 Neugier genügt" ihren Nachbarn in den Topf.

Service Essen und Trinken ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort mittwochs zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

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