Nächste Woche ist die Woche der Wiederbelebung: In Düren trainiert man schon jetzt

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WDR 2 Min. 18 Sek. Verfügbar bis 15.09.2028

Erste Hilfe Wenn Nichtstun beim Herzstillstand Leben kosten kann

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Hans Josef Lövenich hat einen Herzstillstand überlebt. Was bei der Wiederbelebung wichtig ist und warum jede Sekunde entscheidet.

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Lena Wohlgefahrt

Plötzlich liegt da ein Mensch auf dem Boden. Keine Reaktion. Keine normale Atmung. Für einen Moment stehen die anderen einfach da. Dann kommt die Frage: Was jetzt? Mit der 112 den Notruf verständigen. Prüfen, ob die Person noch normal atmet. Und dann: drücken. Genau das ist der Moment, in dem aus einem Zuschauer ein Ersthelfer werden kann. Und in dem Sekunden plötzlich einen riesigen Unterschied machen.

Hans Josef Lövenich hat einen Herzstillstand überlebt.

Hans Josef Lövenich hat einen Herzstillstand überlebt.

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Auch Hans Josef Lövenich hat der Reanimation sein Leben zu verdanken. Als der Kirchenmusiker mit einer Schülergruppe in einer Jugendherberge unterwegs ist, hört sein Herz ohne jegliche Vorankündigung auf zu schlagen. Seine Kolleginnen mussten ihn wiederbeleben. Heute nimmt er selbst am Reanimationstraining der JG Rur-Kliniken in Düren teil. Er weiß aus direkter Erfahrung, wie wichtig solche Angebote sind.

Das sollte noch mehr publik gemacht werden. Mir war das vorher auch nicht klar, aber jetzt habe ich es am eigenen Leib erfahren. Ich halte es für sehr wichtig. Hans Josef Lövenich, Betroffener eines Herzstillstandes

Herzstillstand: Warum Nichtstun gefährlicher ist als Drücken

Immer wieder zeigt sich in Notfällen: Viele Menschen haben Angst, bei einer Wiederbelebung etwas falsch zu machen. Vielleicht drücken sie zu stark. Vielleicht brechen sie eine Rippe. Vielleicht ist es am Ende doch kein Herzstillstand. Doch wenn ein Mensch nicht reagiert und nicht normal atmet, ist Abwarten keine gute Option.

Notarzt bei Notfall-Kurs

Hans Göntgen ist Arzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin.

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Eine Herzdruckmassage kann zwar Verletzungen verursachen. Aber sie hält den Blutfluss zumindest teilweise aufrecht und kann wertvolle Zeit verschaffen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Notarzt Dr. Hans Göntgen betont, wie wichtig es ist, möglichst schnell eine Herzdruckmassage durchzuführen: "Nicht nachdenken, drücken. Alles andere könnte im Desaster enden." Das Risiko, eine Rippe zu brechen, müsse jeder in Kauf nehmen, wenn er ein Leben retten will.

Wir als Rettungsdienst kommen erst Minuten später an und dann sind eigentlich die Maßnahmen schon fast zu spät. Dr. Hans Göntgen, Arzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin

Mehr Ersthelfer: Deutschland hat aufgeholt

Dass Menschen im Notfall tatsächlich helfen, ist in Deutschland inzwischen deutlich häufiger der Fall als noch vor einigen Jahren. 2010 lag die sogenannte Laienreanimationsquote noch bei 14 Prozent. Vergangenes Jahr begannen bereits in etwas mehr als jedem zweiten Fall medizinische Laien mit der Wiederbelebung, bevor der Rettungsdienst eintraf.

Die Entwicklung ist also deutlich positiv. Trotzdem bedeutet die Zahl auch: In fast der Hälfte der Fälle beginnt zunächst niemand mit der Reanimation. Dabei muss man kein medizinischer Profi sein. Man muss vor allem wissen, was die ersten Schritte sind.

Reanimation: So geht es richtig

  1. Zuerst prüfen: Reagiert die Person? Atmet sie normal?
  2. Dann 112 rufen. Das Telefon kann auf Lautsprecher gestellt werden. Die Leitstelle kann Ersthelfer telefonisch durch die Wiederbelebung führen.
  3. Und dann heißt es: drücken. Die Herzdruckmassage beginnt in der Mitte des Brustkorbs. Der Richtwert liegt bei 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Wer sich die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht zutraut, sollte trotzdem mit der Herzdruckmassage beginnen.

Ein Moment, den man nicht vergisst

Für Hans Josef Lövenich ist Wiederbelebung heute keine abstrakte Erste-Hilfe-Regel mehr. Er hat selbst erlebt, wie schnell aus einem normalen Moment eine Situation werden kann, in der andere über das eigene Leben entscheiden müssen.

Kurs für Wiederbelebungsmaßnahmen

Die JG Rur-Kliniken in Düren bieten ein kostenloses Reanimationstraining an.

Bildquelle: WDR: Lena Wohlgefahrt

Nicht jeder muss in diesem Moment perfekt handeln können. Aber irgendjemand muss anfangen. Prüfen. Rufen. Drücken. Für Hans Josef Lövenich haben diese drei Schritte am Ende den Unterschied gemacht, der jetzt sein Leben bedeutet.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 15.09.2026, 19:30 Uhr

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