Touristen fotografieren Pikachu-Parade in Yokohama, Japan

Auch nach 30 Jahren ist der Pokémon-Hype ungebrochen.

Bildquelle: Kunihiko Miura / picture alliance/AP Images

Kartenset zum Jubiläum Pokémon-Fans campieren vor Spielzeugläden

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Zum 30. Geburtstag des Kartensammelspiels gibt es zwei neue Pokémon-Sets. Fans warteten dafür teilweise die halbe Nacht.

Von
Jörn Kießler
Jörn Kießler
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Tim Scholz

Die Enttäuschung ist groß bei den Menschen, die um kurz nach 10 Uhr aus der Filiale des Spielzeughändlers Smyths in der Kölner Innenstadt kommen. Offiziell ist der Laden eigentlich erst seit ein paar Minuten geöffnet - die Pokémon-Jubiläumssets, die zum 30. Geburtstag des Sammelkartenspiels veröffentlicht wurden, sind aber trotzdem schon ausverkauft.

Bereits in der Nacht hatte sich vor dem Geschäft im Einkaufszentrum an der Breiten Straße eine lange Schlange gebildet. Als am Morgen rund 300 Pokémon-Fans vor der Tür standen, öffnete die Filiale kurzerhand früher. Da es aber insgesamt nur 150 Sets gab, ging etwa die Hälfte der Wartenden leer aus.

Pokémon-Fans campieren vor Spielzeugläden

WDR 16.09.2026 1 Min. 19 Sek. Verfügbar bis 15.09.2028 WDR Online

Alte Pokémon-Designs neu gedruckt

Nicht nur in Köln war das der Fall. Auch im Rest der Republik versammelten sich teils hunderte Menschen schon Stunden vor der Ladeneröffnung vor ausgewählten Spielwarenläden und harrten dort auf Campingstühlen und Isomatten aus.

Sie alle wollten eines der Sets, mit dem das Franchise sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Besondere an den Karten: Es werden alte Designs von teilweise 25 Jahre alten Karten erneut abgedruckt. Zwar gibt es einen Vermerk auf den neuen Karten, dass sie aus diesem Jahr stammen. Doch das tut der Nachfrage keinen Abbruch.

Wiederverkäufer treiben Pokémon-Preise nach oben

Viele sammeln die neuen Karten aus Nostalgie, sagt Anna vom Kölner Shibuya-Shop im Gespräch mit dem WDR. Ihnen sei es egal, ob es sich um Nachdrucke alter Originalkarten handele. Zumal es diese teils gar nicht mehr gebe - und wenn, dann zu unbezahlbaren Preisen von manchmal mehreren tausend Euro irgendwo im Netz.

"Fans sollten das Reselling nicht supporten - das macht einfach vielen das Hobby kaputt." Anna vom Shibuya-Shop in Köln

Sogenannte "Scalper" kaufen große Mengen an neuen Pokémon-Karten und Booster-Packs auf, um eine künstliche Knappheit zu erzeugen. Anschließend verkaufen sie die Produkte zu stark überhöhten Preisen im Internet.

Sammelheft mit Pokemon-Karten

Sammler legen für manche Pokémon-Karten tausende Euros hin.

Bildquelle: Heinrich Buttermann/WDR

Genau das mache vielen die Freude am Pokémon-Hobby kaputt, kritisiert Anna. Richtig mies sei das vor allem für kleine Fans, wenn sich deren Eltern manche Karten nicht mehr leisten könnten. Annas Laden versucht solchen Wiederverkäufern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Bei Produkten neuer Pokémon-Sets wird zum Beispiel die Schutzfolie etwas eingeschnitten. Das verhindert immerhin, dass die Karten als verpacktes Original teuer wiederverkauft werden können.

Der Shibuya-Shop fährt außerdem eine andere Strategie als viele Shops, vor denen es jetzt lange Schlangen gab. Erst in den nächsten Wochen soll es hier die neuen Pokémon-Karten geben - vereinzelt, alle paar Tage, ohne das groß vorher anzukündigen. So sollen möglichst viele Fans die Chance haben, ein Set zu ergattern.

30 Jahre Pokémon: Sammelkarten, Videospiele, Serien und Kinofilme

Der Pokemon-Trainer Ash Ketchum und sein Begleiter Pikachu

Pikachu mit Pokémon-Trainer Ash Ketchum.

Bildquelle: dpa/Enterpress Warner

Pokémon zählt heute zu den größten Unterhaltungsmarken der Welt. Das Medienfranchise wird häufig als das umsatzstärkste überhaupt eingeordnet - noch vor anderen globalen Marken wie Star Wars. Seine Ursprünge liegen in Japan: Der Entwickler Satoshi Tajiri veröffentlichte die ersten Pokémon-Videospiele 1996 für den Game Boy. Fast gleichzeitig entstanden das Sammelkartenspiel und wenig später die Anime-Serie, wodurch Pokémon sehr schnell in mehreren Medien präsent war.

Der Erfolg beruht darauf, dass die Marke seit rund 30 Jahren unterschiedliche Zielgruppen erreicht: Kinder entdecken die Figuren über Spiele, Serien, Spielzeug und Karten, während erwachsene Fans mit den frühen Game-Boy-Spielen, alten Anime-Folgen und Sammelkarten nostalgische Erinnerungen verbinden. Dazu kommen Kinofilme, Merchandising, Wettbewerbe und neue Kooperationen - etwa mit Lego. Pokémon bleibt dadurch nicht nur ein Spiel, sondern ein dauerhaftes kulturelles und wirtschaftliches Phänomen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Spielzeughändler Smyths
  • WDR-Interview mit Shibuya-Shop
  • The Pokémon Company

Sendung: WDR.de, Pokémon-Fans campieren vor Spielzeugläden, 16.09.2026, 17:42 Uhr

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