Bonn will Kombibäder - Aus für Frankenbad und Melbbad?
Bildquelle: WDR /Merle GiebelerWDR. 1 Min. 11 Sek.. Verfügbar bis 29.06.2028.
"Es wird Einschnitte geben." Mit diesen Worten startete Bonns Oberbürgermeister Guido Déus am Montag die Präsentation des überarbeiteten Bäderkonzepts. Worte, die das drohende Schicksal für manche der Bonner Bäder schon in sich tragen.
Kurz gesagt: Dem Frankenbad im Bonner Norden sowie dem Beueler Hallenbad soll es an den Kragen gehen. Und auch die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung des geschlossenen Melbbads in Poppelsdorf ist nach der Präsentation heute vermutlich Geschichte.
Für mehr Effizienz: ganzjährige Kombibäder
Personalmangel und knappe Kassen sind die beiden Haupt-Knackpunkte in der Bonner Bäderfrage. Der Lösungsansatz der Stadt sollen Kombibäder sein - also ganzjährig geöffnete Bäder, die Freibad und Hallenbad vereinen. Das spare Personal und Kosten, so die Stadt.
Oberbürgermeister Déus, Sportdezernentin Schneider-Bönniger und Sportsamtsleiter Günther stellen das Konzept vor
Bildquelle: WDR / Merle Giebeler"Mit den zur Verfügung stehenden Fachkräften werden wir es schaffen, vier Standorte dauerhaft und zuverlässig betreiben zu können. Aber nicht mehr", sagt Sportamtsleiter Stefan Günther. "Das zwingt zu der Überlegung, andere Standorte entweder einzustellen oder die Betriebsführung dann auf Dritte zu übertragen."
Diese vier Standorte will die Stadt fokussieren:
- Ennertbad (Bezirk Beuel): Das Freibad Ennertbad erhält ein zusätzliches Hallenbad. Mit Inbetriebnahme soll das Beueler Hallenbad "Beueler Bütt" geschlossen werden.
- Römerbad (Bezirk Bonn): Es wird geprüft, ob auch aus dem Freibad Römerbad ein Kombibad werden kann. Dafür soll das Frankenbad schließen.
- Hardtbergbad (Bezirk Hardtberg): Das Bad wird bereits saniert für 57,5 Millionen Euro. Es war bereits ein Kombibad und wird es auch künftig sein. 2028 soll es fertig sein.
- Kurfürstenbad (Bezirk Bad Godesberg): Das Hallenbad wird bereits neu gebaut für 53,5 Millionen Euro. 2030 soll es fertig sein.
Das Freibad in Bonn Friesdorf
Bildquelle: WDR / Christoph de VriesFür das Freibad Friesi und das Rüngsdorfer Panoramabad im Bezirk Bad Godesberg sieht das Konzept vor, dass künftig Dritte den Betrieb übernehmen, um die Stadt personell zu entlasten.
Auch für dieses Konzept fehlt Geld
Die Stadt hat vor einigen Jahren in einer Bäderpauschale 150 Millionen Euro bis zum Jahr 2029 bereitgestellt. Die Kosten für das jetzt vorgestellte Konzept belaufen sich nach jetzigem Stand auf mehr als 256 Millionen. Der Fehlbedarf von also über 100 Millionen Euro soll in kommenden Haushalten veranschlagt werden. Die Sanierung von etwa Frankenbad und Melbbad sei aber zu unwirtschaftlich, sagt die Stadt.
"Alleine das Frankenbad zu sanieren, da liegt die Kostenschätzung im Moment bei 73 Millionen Euro, das können wir uns einfach nicht leisten." Guido Déus, Oberbürgermeister Bonn
Ideen zur Nachnutzung dieser Standorte werden diskutiert. Am Melbbad kann sich die Stadt einen Sportpark vorstellen, etwa mit Kletterhalle oder Paddle-Tennis-Anlage.
Interims-Schwimmbecken während Bauphasen
Der Fokus des Bäderplans liegt laut Stadt darauf, das Schul- und Vereinsschwimmen zu sichern. Rund 100 Schwimmstunden müsse die Stadt täglich abdecken, so Sportamtsleiter Günther. Während der geplanten Bau- und Sanierungsphasen will die Stadt auf Zwischenlösungen setzen. So soll etwa ein Lehrschwimmbecken im Sportpark Nord eingerichtet werden.
Innerhalb der nächsten zehn Jahre, so Günther, könnte das Gesamtkonzept in Bonn umgesetzt werden. Die Verwaltung legt den Plan jetzt den politischen Gremien vor.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Stadt Bonn
- Guido Déus, Oberbürgermeister Stadt Bonn
- Stefan Günther, Sportamtsleiter Stadt Bonn
Sendung: WDR.de, Bonn will Kombibäder - Aus für Franken- und Melbbad?, 29.06.2026, 19:00 Uhr